BVB vertieft Verluste der Vorwoche, Finanzwerte belasten weiter die Börse

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 19. Januar 2016

Bukarests Börse machte noch eine Horrorwoche durch, getrieben von der rückläufigen Entwicklung internationaler Börsen. Die Verluste fielen sogar noch höher aus, als in der Woche zuvor. Der Finanzwerte-Index BET-FI verlor mit 7,13 Prozent am meisten unter allen Indizes und rutschte sogar unter die 28.000-Punkte-Marke. Schuld daran waren die Aktien des Fond Proprietatea (FP, 0,727 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5), die in der Woche 8,78 Prozent an Wert verloren. Die Finanzaufsichtsbehörde ASF hat von FP-Verwalter einen Bericht über die Auswirkungen der bisherigen sieben Aktienrückkäufe gefordert.

Derweil kündigte Franklin Templeton, der FP-Verwalter – eine neue Rückkaufaktion an. Des Weiteren erreichten der Erdgaserzeuger Romgaz (SNG, 24,5 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) und der Atomstrom-Erzeuger Nuclearelectrica (SNN, 5,76 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) in der vergangenen Woche ihre Allzeittief. Auch der ROTX-Index verlor seine Unterstützung bei 13.000 Punkten und schloss mit einem Minus von 5,7 Prozent bei 12.593,82 Punkten.

Zu den Gewinnern der Handelswoche gehören das Immobilienunternehmen NEPI (NEP, 46,8 Lei, ISIN IM00B23XCH02) mit einem Plus von 4 Prozent, der Glaserzeuger Stirom (STIB, 8,1 Lei, ISIN ROSTIBACNOR1) mit plus 1,25 Prozent und der Börsenbetreiber BVB (BVB, 26,8 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) mit einem Wochengewinn von 0,25 Prozent.

SIF belasten die Börse

Die Investmentgesellschaft SIF Moldova (SIF2, 0,698 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0c) brach in der vergangenen Woche um 6,18 Prozent ein und nähert sich dem 52-Wochentief von 0,693 Lei je Aktie. Die außerordentliche Aktionärsversammlung hat dem Plan zugestimmt, den Nennwert der Aktien von 0,1 auf 2,5 Lei zu erhöhen um somit etwa 5 Millionen inaktive Aktionäre loszuwerden. Ihnen wird zwar das Recht eingeräumt, ihre Anteile entsprechend aufzustocken um auf eine Beteiligung von mindestens 25 (oder einem Vielfachen von 25) zu gelangen, andernfalls sollen sie zum aktuellen Nennwert von 0,1 Lei je Aktie ausgekauft werden. Die Aktion dürfte das Unternehmen bis zu 5,9 Millionen Lei kosten. Von den 5,7 Millionen eingetragenen Aktionären der Gesellschaft sind nur etwa 780 wirklich aktiv an der Börse. Der Rest hat in den vergangenen Jahren nicht einmal die ihnen zustehenden Dividende einkassiert, was darauf schließen lässt, dass sie nicht einmal wussten, dass sie Aktionäre bei SIF Moldova sind. Die nicht abgehobenen Dividende wurden immer wieder als Einkünfte verbucht und im Folgejahr neu verteilt.

Das Auskaufen der inaktiven Aktionäre hat durchaus wirtschaftlichen Sinn. Die Verwaltung von Aktionären kostet das Unternehmen Geld, egal ob sie aktiv sind oder nicht. Eine Reduzierung der Anzahl der Aktionäre führt zu administrativen Einsparungen. Der Verband der Kapitalmarkt-Investoren AIPC warnte vor dieser Aktion, die sie einer Enteignung gleichstellt. Ein Auskaufen der inaktiven Aktionäre sei zwar möglich, doch müsste dies zum Marktpreis geschehen. In den Neunziger Jahren wurden Millionen Bürger ungewollt und meist auch ohne zu wissen, Aktionäre im Rahmen des damaligen Massenprivatisierung. Allerdings ist diese Aktion nur dann sinnvoll, wenn auch die übrigen vier SIF-Gesellschaften mitmachen: Die etwa 5 Millionen inaktiver Aktionäre erhielten jeweils zehn Aktien bei jeder der fünf SIF-Gesellschaften.

Die Aktien der Investmentgesellschaft SIF Transilvania (SIF3, 0,26 Lei, ISIN ROSIFCACNOR8) gaben um 5,11 Prozent nach in der vergangenen Woche, aufgrund gerichtlicher Auseinandersetzungen zwischen einigen Aktionären und dem Management des Unternehmens. Hohe Wochenverluste erlebten auch die übrigen SIF-Gesellschaften, sie lagen zwischen 8,6 Prozent (SIF5) und 4,7 Prozent (SIF4).

Devisen

Tatsächlich herrschte am Devisenmarkt mehr Ruhe als an der Börse. Der rumänische Leu konnte sich gegenüber dem US-Dollar sogar ein wenig behaupten, auch wenn der Wochengewinn mit 0,18 Prozent überschaubar ausfällt. Die Schwankungen des Leu im Verhältnis zum Euro und US-Dollar hielten sich in Grenzen, nur am Donnerstag ging der US-Dollar ein wenig auf Talfahrt, er verlor an nur einem Tag 0,75 Prozent gegenüber dem Leu. Am vergangenen Montag kostete ein Euro mit 4,5362 Lei fast 0,2 Prozent mehr als noch vor einer Woche. Der US-Dollar lag gleichzeitig bei 4,1573 Lei.
 

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