Casino Sinaia – Der Charme alter Tage

Montag, 02. März 2015

Die Spiegel, denen der Spiegelsaal seinen Namen verdankt, dienen der optischen Vergrößerung des Raums.

Der Theatersaal bietet Platz für 400 Gäste Fotos: casino-sinaia.ro

Die Türen des Haupteingangs sind verschlossen, der Eingang in das schneeweiße Gebäude liegt etwas unscheinbar auf der rechten Seite. Einmal hineingefunden, lässt sich in den herrschaftlichen Sesseln des „Königlichen Cafés“ noch schnell ein Kaffee trinken, bevor der Rundgang durch ein Stück Geschichte beginnt. Diese hat ihren Anfang im Jahre 1912, als König Carol I, den berühmten Architekten Petre Antonescu mit dem Bau eines Casinos im Kurort Sinaia beauftragte. Hauptaktionär war der Baron von Marçay, der ebenfalls Aktionär des Casinos von Monte Carlo war. Den Spekulationen zum Trotz, dass Sinaia eine Kopie der berühmten Spielbank an der Côte d’Azur sei, sind in Wirklichkeit nur wenige Ähnlichkeiten zu finden. Bereits ein Jahr später stand also der Bau im neoklassischen Stil - in bester Lage, im Park Dimitrie Ghica.

Die Eröffnung, so sagt man, wurde mit Feuerwerk und Stücken von George Enescu gefeiert. In den Zwischenkriegsjahren avancierte der Ort zu einer wahren Attraktion für Glücksspieler. Unter den bis zu 800 Gästen verspielte der ein oder andere Kopf und Kragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg flachte das Geschäft jedoch nachvollziehbar ab. Das Gebäude wurde daraufhin zuerst zum Hospital umfunktioniert, um anschließend der Öffentlichkeit für lange Zeit unzugänglich zu bleiben. Einige Räume des Casinos nutzten Nicolae und Elena Ceau{escu nun angeblich höchstpersönlich als Büros. So gut wie alle der originalen Möbelstücke und Gemälde verschwanden in den folgenden Jahren und sind nach wie vor unauffindbar; an ihrer Stelle befinden sich heute Reproduktionen. Der ursprüngliche Holzboden war nach Kriegsende der Beheizung der Räume geopfert worden. Original ist jedoch das Kristall der Eingangstüren, das alle Zeiten und Besitzer unbeschadet überstanden hat.

Heute werden die aufwendig restaurierten Säle, darunter auch ein Theatersaal, für Konferenzen und Internationale Tagungen, sowie Themen-Parties genutzt. Auch eine Galerie wurde dort, wo einst die Chevrolet parkten, eingerichtet. Neben einer Dauerausstellung mit Bildern von Nicolae Grigorescu, finden sich auch temporär präsentierte Werke, wie etwa aktuell, die des Malers Rareş Kerekes. Eine Besichtigung des Casinos von Sinaia ist seit April 2013, allerdings nur mit Begleitung, wieder möglich: eine Dame führt für 15 / ermäßigt 10 Lei, durch alle zwölf Säle. Für Touristen erschwert sich leider der Zugang: die Führung ist auf rumänisch, erklärende Tafeln gibt es keine. Dennoch mag sich ein Besuch lohnen, denn der nostalgische Charme des Casinos ist auch ohne viele Wort erfahrbar.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*