Cătălin Dorian Florescu auf Lesereise durch fünf Städte

Der Schriftsteller stellte „Jakob beschließt zu lieben“ in Temeswar vor

Mittwoch, 05. Dezember 2012

Vor zwei Jahren besuchte Catalin Dorian Florescu (vorne) das letzte Mal Temeswar. Damals stellte er die rumänische Fassung seines Romans „Zaira“ vor. Foto: Ana Sălişte

Der fünfte Roman Cătălin Dorian Florescus steht seit November auch auf den rumänischen Bücherregalen in einer übersetzten Fassung von Mariana Barbulescu. Der Schweizer Autor mit rumänischen Wurzeln wurde für sein jüngstes Buch „Jakob beschließt zu lieben“  von der deutschsprachigen Presse und Kritik mit Lob überschüttet. Für ihn selbst stellt es einen Wendepunkt in seiner inzwischen zehnjährigen Karriere als Schriftsteller dar. Der Roman wurde unter anderem mit dem Schweizer Buchpreis für 2011 geehrt und verkaufte sich über 40.000 mal.

Mit dem Erscheinen der rumänischen Ausgabe, möchte Florescu den Roman auch in Rumänien promoten. Dafür nimmt er eine strapaziöse Reise durch das Land in Kauf: Fast zwei Wochen lang fährt Cătălin Dorian Florescu mit einem Mietwagen durch fünf Städte, um sein Buch vorzustellen. Seine alte Heimatstadt Temeswar, die er zusammen mit seinen Eltern als 15-Jähriger verließ, besuchte der Autor Ende November.

Hier hielt er eine Lesung vor Studentinnen und Studenten von der Hochschule für Sprach- und Literaturwissenschaften sowie vor dem Temeswarer Lesepublikum in dem Lokal Jazzissimo Lounge.

Die Lesung an der West-Universtität Temeswar dauerte fast zwei Stunden in denen Florescu nicht nur über „Jakob beschließt zu lieben“ erzählte, sondern auch über die anderen vier Bücher, die ebenfalls auf Rumänisch erhältlich sind. Die Literaturkritikerin Adriana Babe]i stellte in einem 20-minütigen Vortrag, Leben und Werk des Schweizer Autors vor. Florescu selbst las zwei kurze Passagen aus dem neuen Roman vor, sprach über den Schaffensprozess, die persönlichen Hürden, die man überwinden muss und die Ängste, die Schriftsteller meist belasten und er selten spürt. Rumänien ist und bleibt seine Inspirationsquelle, obwohl er in der Schweiz lebt und auf Deutsch schreibt. Die Geschichten, die er in seinen Büchern erzählt, sucht er im Banat. Bisher fing er meist bei einer realen Begebenheit an und ließ sich dann von der Handlung treiben, die nicht selten seine Romanfiguren um die halbe Welt brachten.

Mit „Jakob beschließt zu lieben“ liefert Cătălin Dorian Florescu seinen ersten rein fiktiven Roman, der zwar von dem Schicksal der Rumäniendeutschen aus dem Banater Dorf Triebswetter/Tomnatic inspiriert wurde, sich jedoch von der Biografie realer Personen distanziert. Durch seine Figur Jakob Obertin erzählt Florescu von der Einwanderung der Deutschen im Banat sowie von den harten Jahren während, zwischen und nach den beiden Weltkriegen. Die Deportation der Deutschen nach Russland greift Florescu ebenso auf, wie die harten Jahre der Kolonisierung, als viele Deutsche im Banat den Tod fanden.

Weitere Stationen seiner Lesereise durch Rumänien waren Bukarest, Klausenburg/Cluj-Napoca und Oradea/Großwardein. Am Freitag liest Florescu in Iassy/Iaşi und schließlich vor seiner Abreise noch einmal in der Hauptstadt am Wochenende. 

Kommentare zu diesem Artikel

Franz, 24.10 2014, 22:06
In jedem Kommentar zum "großen" Roman "Jacob beschließt zu lieben" werden die Leser aufs "Kreuz" gelegt. Dass dieser rassistisch konzipierte Schundroman sein "erster fiktiver Roman" sein soll, das erfährt man hier bei der ADZ zum ersten Mal. Alle anderen waren "äußerst glaubwürdig" und real verfasst, was ich auch bestätigen kann. Auch alle (gekauften) Kommentatoren untersteichen das immer wieder, indem sie den Klappentext jeweils in einer anderen Form widergeben. Wieso kann ein Roman eine "Fiktion" (der erfundene Begriff für schriftstellerisches LÜGEN) sein, wenn darin der echte Name des Dorfes vorkommt, wenn darin echte Familien-Namen der Trw. vorkommen, deren Geschichten in den Dreck (durch die Scheiße geritten) gezogen wurden, wobei man auch nicht zurückschreckte das Antlitz von Toten zu beschmutzen. Wie wird der Rentner Jakob (83, als Banater Deutscher) sowie Jacob (aus seinem rumänischen Ausweis) beschrieben? Entwürdigend und erniedrigend. Äußerst Persönlichkeits verletzend. Und da wird behauptet, dass der Roman "sich jedoch von der Biografie realer Personen distanziert", was eigentlich im Grunde stimmt, weil der Autor die IDENTITÄT aller Triebswetterer, die im Roman vorkommen, verändert hat. Selbst die Auswanderer aus Lothringen, die ihre alte Heimat "mit Blut anden Händen verlassen" haben, auf dem Weg noch schnell einen Mord begingen, um danach als "Zivilisationsstifter" das Dorf Triebswetter zu gründen! Kapiert denn kein Leser oder Kommentator, dass diese ständigen Rückblenden eine "Kriminalisierung" der Ansiedler Triebswetters darstellen? (Ich nehme mich zurück, um den geistigen Zustand dieser Leute zu charakterisieren: Nationalisten und Rassisten.) Was waren denn die Vorfahren Obertins: Frontenwechsler, Zigeunerjäger, Zigeunerhenker, Geiselnehmer, Irre (kannten das eigene zu Hause nicht mehr), Brandstifter, Geiselnehmer und Vergewaltiger. Und wie ergeht es dem wehrlosen Rentner Jakob Oberten, der sowohl als Jakob (mit k, der böse verbrecherische Deutsche mit Lothringer Wurzeln), wie auch als Jacob (mit c, der liebe und gute Rumäne, der sich nur bei der Zigeunerin wohlfühlt, weil Florescu diese so gut findet und gut kennt, dass er in einem Roman schreibt, dass ihre "Brüste so groß wie die Sonne" waren und "nur ER reinbeißen" durfte - das war glaubwürdig!) beschrieben wird: Seine Mutter war eine Hure, heiratete einen Zigeuner, er wurde auf dem Mist geboren, er verriet seinen Sohn an die Russen, die ihn verschleppten, er säuberte menschliche Knochen, hielt sich in einer Gruft bei den Toten auf, usw. Ja get es noch übler zu? Zwei Mal wurde den Banater Schwaben ein Verbrecher (einmal der Frontenwechsler und Mörder in Lothringen und einmal der Zigeuner, der über die Karpaten aus dem Osten kam, um Elsa zu heiraten und deren Familiennamen annahm) untergejubelt und keiner hat wohl etwas gemerkt! Kann man das noch TOPPEN? JA, man liest es Schülern vor: DAS waren die Banater Schwaben und ihre Vorfahren! TOLL! SUPER! SPITZE! Und was macht die Presse? Dermaßen LÜGEN, dass das Schundwerk noch einen PREIS bekommt. Gratulation für EURE "intelligent", volksverdummende "Pressefreiheit"! Was schreibt eine Schweizerin: "Ich schäme mich als Schweizerin, dass gerade dieser Roman den Schweizer Buchpreis erhalten hat". Darüber sollten alle Positivkommentatoren und Pressefuzzis achten und es beherzigen!

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