Chefin der Wahlbehörde nach Festnahme zurückgetreten

Ana Maria Pătru im Verdacht der Großkorruption

Donnerstag, 17. November 2016

Bukarest (ADZ) - Wenige Wochen vor der Parlamentswahl vom 11. Dezember ist die Chefin der Ständigen Wahlbehörde AEP, Ana Maria Pătru, in der Nacht auf Mittwoch festgenommen worden – sie steht im dringenden Verdacht der Einflussnahme und Geldwäsche. Nach Angaben der ermittelnden Ploieştier Korruptionsfahnder soll Pătru zwischen 2008 und 2015 von einem Unternehmer Bestechungsgelder in Höhe von mindestens 210.000 Euro gefordert und erhalten haben, um dessen Unternehmen Aufträge ihrer Behörde zuzuschieben. Von den Schmiergeldern gönnte sich die Frau sodann eine Villa in Bukarest sowie ein Luxusauto.

Vor ihrer Festnahme wurde Pătru am Dienstag stundenlang verhört, Staatsanwälte und Kriminalbeamte nahmen zudem Durchsuchungen an insgesamt vier Standorten in Vâlcea, Ilfov und Bukarest vor – einschließlich beim Sitz der Ständigen Wahlbehörde. Bei der Durchsuchung von Pătrus Vâlceaer Wohnsitz versuchte deren Ehemann, sich mit brisanten Unterlagen seiner eigenen Firma aus dem Staub zu machen. Kriminalbeamte setzten dem flüchtenden Florin Ştefan Pătru nach, konnten ihn wenig später fangen und dessen Firmenunterlagen sicherstellen, die offenbar ausschlaggebend für den Nachweis der von der Familie betriebenen Geldwäsche sind.

Über ihren Verteidiger kündigte die AEP-Chefin in Laufe der Nacht an, dass sie ihr Amt mit sofortiger Wirkung niederlege.

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