Chevron stimmt Veröffentlichung von Förderverträgen zu

Förderrechte für einen Zeitraum von 30 Jahren

Samstag, 28. April 2012

Bukarest (ADZ) - Der US-amerikanische Öl- und Gas-Gigant Chevron hat zugestimmt, die Verträge zur Förderung von Schiefergas zu veröffentlichen, erklärte Premierminister Mihai Răzvan Ungureanu am Rande eines Aufenthalts in Warschau. Vorgestern wurde die Verträge auf der Internetseite der Nationalen Behörde für Mineralressourcen (ANRM) der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Chevron bestand aber darauf, Informationen über die Investitionssummen weiter geheim zu halten, da dies einen Nachteil gegenüber Mitkonkurrenten bedeuten würde. Laut den veröffentlichten Unterlagen erhält Chevron die Förderrechte für einen Zeitraum von 30 Jahren, der aber noch um 15 Jahre verlängert werden kann. Sollte Chevron Gas finden, wird eine Lizenzgebühr zwischen 3,5 und 13 Prozent des Fördervolumens fällig. Die Aktivitäten des Unternehmens umfassen Erforschung, Erschließung und Förderung der Schiefergasvorkommen an drei Standorten im Kreis Constanţa/Konstanza sowie im Süden des Kreises Vaslui. Laut Vertrag wird Chevron in den nächsten vier Jahren insgesamt acht Erkundungsprojekte durchführen. 

Zu Protesten und Diskussionen war es gekommen, weil Chevron zur Schiefergasförderung das Verfahren der hydraulischen Rissbildung verwendet. Dabei können krebserregende Chemikalien in die Erde gelangen. Erst kürzlich wurde Chevron die Förderlizenz in Bulgarien aufgrund von Umweltbedenken entzogen. Ende März kam es in der Stadt Bârlad, im Kreis Vaslui, zu Protesten der Bevölkerung. Anfang April kündigte das Unternehmen an, in der Anfangsphase die konventionelle Methode zur Erforschung der Vorkommen verwenden zu wollen, die als nicht umweltbelastend gilt.

Vor zwei Wochen holte die rumänische Regierung eine schriftlich die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Verträge ein. Tom Holst, Chevron-Manager für Rumänien, ließ Anfang April in einer Fernsehsendung verlauten, dass sein Unternehmen keine Einwände gegen die Veröffentlichung hätte. Die Entscheidung zur Geheimhaltung lag bei der Regierung. Vertreter der ANRM ließen wissen, dass solche Verträge laut Gesetz eigentlich geheim gehalten werden müssen, nur wenn beide Seiten einverstanden sind, können sie veröffentlicht werden.

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