Chinagranit-Fliesen sollen weg

Stadtrat macht Ernst mit der Umgestaltung des Hauptplatzes

Mittwoch, 25. März 2015

Reschitza – Der Stadtrat vonm Reschitza/Reşiţa hat sich entschieden, die Veränderung der Veränderung zu starten. Als vor knapp zehn Jahren der damalige Bürgermeister, Univ.-Prof. Liviu Spătaru, die Umgestaltung des Hauptplatzes von Reschitza, hauptsächlich durch Ersetzen der aus einen ungeschliffenen Terrazzogemisch hergestellten Fliesen mit (leider zu dünn geschnittenen, also brüchigen) Granitfliesen aus China vor dem Stadtrat durchsetzte (wobei die Stadt sich auf Jahrzehnte durch Kreditaufnahme verschuldete), ahnte vielleicht bloß der Bauausführer, die auf den Zuschlag von Stadtaufträgen abonnierte Firma des PSD-Spitzenmanns Gheorghe Filipescu, was für eine Millionenpleite man da hinlegte.

Zwar hatte Filipescu, zu dessen Partei (PSD) inzwischen auch Bürgermeister Mihai Stepanescu wieder gehört, hoch und heilig versprochen, alle Schäden auf seine eigenen Kosten zu beheben (dies, als er überlegte, selber als Bürgermeister zu kandidieren), ließ einmal (aber genauso schlampig wie das vorherige Legen) sogar Reparaturen durchführen, doch geändert hat sich nichts: Frauen vermeiden es bei Regen, den Platz zu überqueren, weil die locker daliegenden Fliesen beim Darauftreten Wasser hochspritzen lassen, streckenweise sind die Granitfliesen im Zerkrümeln begriffen und das Kopfsteinplaster, das den Platz strukturiert, ist eine Gehfalle und vielerorts zahnlückenhaft geplündert. Nicht zuletzt hat das Rathaus alle „Reservefliesen“ aufgebraucht und kann gar nichts mehr ersetzen, und wenn das vorhandene Material noch so zerkrümelt ist.

Dieser Typ hellgrauer Granit-Fliesen sei zudem – für jeden Reschitzaer: aus gutem Grund – aus dem Angebot verschwunden. Die Idee des Ersetzens oder Renovierens der Befliesung des Hauplatzes von Reschitza stand schon im Wahlkampfprogramm des ursprünglich als Unabhängiger (mit Unterstützung des starken Rotary-Clubs) 2004 erstmals angetretenen Mihai Stepanescu. Da gut Ding Weile braucht, ist erst jetzt, gegen Ende des zweiten Mandats, das Thema wieder spruchreif geworden. Das Hauptproblem: wer finanziert binnen knapp zehn Jahren zweimal nacheinander eine Renovierung/Erneuerung solchen Ausmaßes (der Platz ist als Gesamtfläche mehr als vier Hektar groß)? Optimistisch, hat die Stadt trotzdem gegen Ende 2014 so was wie eine Ausschreibung  für die Erneuerung und Umgestaltung des Hauptplatzes von Reschitza lanciert.

In der ersten Phase sollten die Bürger mit Vorschlägen kommen, urbanistisch und landschaftsgestalterisch. Dieser Tage haben die Ratsherren eine Haushaltsumschichtung vorgenommen und 1,372 Millionen Lei bereitgestellt, mit denen auch eine Machbarkeitsstudie für das Stadtzentrum ausgearbeitet werden soll (das andere Geld soll für die touristische Herrichtung des Uferbereichs des Sekuler Stadtsees eingesetzt werden).

In der Sache Reschitzaer Hauptplatz schwebt noch alles sehr im Trüben, wie mal der Platz um den kinetischen Brunnen von Constantin Lucaci aussehen soll. Dazu soll noch die eigentliche Projektausschreibung folgen, in Form eines Architekturwettbewerbs. Bleibt nur zu hoffen, dass die vor 30-35 Jahren gepflanzten, inzwischen stattlichen Bäume – darunter die hierzulande seltenen, eßbaren amerikanischen Schwarznüsse – der Erneuerungswut nicht zum Opfer fallen und dass wirklich nur das verbessert wird, was dessen bedarf: in erster Linie die Befliesung des Hauptplatzes.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*