CNN wirbt für Hermannstadt

Krautwickel, Jagdmuseum und schmuddelige Bars sollen die Touristen anlocken

Sonntag, 01. Dezember 2013

Hermannstadt - Seit Sommer dieses Jahres wirbt die Reiseseite des US-amerikanischen Senders CNN auch für Hermannstadt/Sibiu. Eine Reise zur Stadt am Zibin wird im Rahmen der Kampagne „Acht unentdeckte Städte in Osteuropa“ empfohlen.  Dabei wird Hermannstadt nicht nur „zu Recht als Prag ohne Touristen“ betitelt, sondern als eine Stadt mit „großen, vornehmen Plätzen, der größten Kunstgalerie des Landes (Brukenthalmuseum) und restaurierten sächsischen Kirchen“ beschrieben. Besonders unterstreicht Rob Crossan, der Autor des Artikels, „die oft anderswo im Land fehlende Gastfreundschaft“.

Des Weiteren wird den potenziellen Touristen der Besuch eines Restaurants mit typischer rumänischer Küche sowie des Jagdmuseums empfohlen. Für den Abendausgang schlägt der Autor „die maroden/schmuddeligen, aber freundlichen Bars am Großen Ring/Piaţa Mare“ vor, die gerne von einer „jungen, kosmopolitischen Menschenmenge“ besucht werden. Um die Atmosphäre der Stadt zu verdeutlichen, wird ein Foto gezeigt, welches der Verfasser wahrscheinlich für ein typisches Hermannstadt-Bild hält (siehe Bild).

Die zahlreichen Kommentare, die zu diesem Artikel geschrieben wurden, zeigen nicht nur die Empörung der Hermannstädter und der Besucher der Stadt über die oberflächliche Beschreibung, sondern auch über das ausgewählte Bild. „Wenn man bedenkt, dass Hermannstadt das drittgrößte Theaterfestival weltweit beherbergt, die Europäische Kulturhauptstadt 2007 war und eine großzügige Haltung gegenüber den Besuchern hat, ist es empörend, dass CNN ein zufälliges Foto für die Werbekampagne ausgesucht hat“, meint einer der Leser. „Obwohl es ein wirklich lausiger Artikel ist, muss man CNN danken, weil er uns, die wir Hermannstadt lieben und schätzen, dazu bewogen hat, die Informationen zu berichtigen“, führt er weiter aus. Tatsächlich findet man in den Kommentaren nicht nur mehrere schöne Fotos, die Hermannstadt von seiner besten Seite zeigen, sondern auch Hinweise auf das Theater- und Filmfestivals,  das Dorfmuseum, das Artmania-Festival, die Architektur und die atemberaubende Landschaft.

Im Übrigen steht Hermannstadt in einer Reihe mit anderen „osteuropäischen“ Städten wie: Poznan (Polen), Odessa (Ukraine), Karlovy Vary (Tschechien), Kotor (Montenegro), Duressi (Albanien), Veliko Tarnovo (Bulgarien) und Kosice (Slowakei). Streng genommen gehört nur Odessa zu Osteuropa. Die anderen gewiss sehenswürdigen Städte liegen entweder im Mittel- oder Südosteuropa. Nichtsdestotrotz soll man dem Autor und dem Sender für die Werbung danken, auch wenn sie nur sehr pauschal Hermannstadt beschreibt. Hoffentlich werden sich die Touristen ihr eigenes Bild von der altehrwürdigen Burg machen und dieses dann weiterverbreiten.

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