Constantin Lucaci gestorben

Dienstag, 22. Juli 2014

Foto: Werner Kremm

Am Sonntag, dem 20. Juli, starb der Bildhauer Constantin Lucaci 91-jährig in Bukarest. Lucaci war einer der bekanntesten Schöpfer kinetischer Brunnen aus Edelstahl und hat nicht nur in Rumänien, sondern – vor allem nach der Wende – auch sehr viele Springbrunnen aus Edelstahl im privaten oder öffentlichen Raum der Golfstaaten geschaffen.

Geboren wurde Constantin Lucaci am 7. Juli 1923 in Rumänisch-/Roman-Bokschan, wo er, nach eigenen Aussagen, seine „Ausbildung bei den besten Handwerkern des Metallbauwerks genossen“ hat und sich der Förderung des Steinbildhauers und Malers Tibor von Bottlik erfreute, der seinen Alterssitz in Deutsch-/Montan-Bokschan gewählt hatte, wo er in einem kleinen Atelier lebte. Nach mehreren Anläufen wurde er an der Bukarester Akademie für bildende Künste in der Abteilung Monumentalbildhauerei als Student angenommen. „Bildhauerei ist erstarrte Musik“, pflegte Lucaci zu sagen, und „meine Schöpfungen sind Raum und Licht“, weshalb er auch immer auf Hochglanz polierten Edelstahl, der vielfältig das Licht refektierte, für seine unverwechselbaren Skulpturen benutzte.  K

inetische Brunnen aus Edelstahl von Constantin Lucaci stehen in Konstanza/Constanţa (1971), Drobeta Turnu-Severin (1979), Vaslui (1981), Reschitza (1984), Brăila (1988 und 1992), Giurgiu (2000) und in Alba Iulia (2007). Monumentalskulpturen aus Stein und Glas von Constantin Lucaci stehen im öffentlichen Raum in Bukarest (vor dem Gebäude des Öffentlichen Fernsehens TVR), Konstanza, Brăila, Reschitza und in Venedig. 2007 eröffnete der Vatikan in Kalabrien ein Constantin Lucaci gewidmetes Museum. D

as zweite Museum, das ausschließlich dem Bildhauer und Grafiker Constantin Lucaci gewidmet ist, wurde 2012 in Deutsch-Bokschan, unweit des Rathauses und des ehemaligen Ateliers seines im Spätherbst 1974 verstorbenen Lehrers und Förderers Tibor von Bottlik, an der Hauptstraße Reschitza – Temeswar, eröffnet. Es nennt sich „Spaţiu şi Lumină“(Raum und Licht), nach jenem „Material“, aus dem Lucaci seine Werke schuf, und umfasst 17 Edelstahlskulpturen sowie mehrere Grafiken. Constantin Lucaci war Träger zahlreicher nationaler und internationaler Auszeichnungen und Preise (u. a. Herderpreisträger der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Künste) sowie Ehrenbürger von Bokschan, von Reschitza und des Verwaltungskreises Karasch-Severin.

„In diesem Leben war ich besessen vom Bemühen um die Wiedergabe des poetisch und philosophisch Unaussprechbaren – von der bildhauerischen Bannung des Lichts. Nicht jenes banalen Lichts, das das Gegenteil des Dunkels ist. Sondern des Lichts als Wesentlichkeit, als Grundlage des Universums. Alle Himmelskörper, alle Sterne sind Konstrukte des Lichts. Ich habe den Anspruch, dieses Licht einzufangen und ihm Ausdruck zu verleihen in Form von bildhauerischen Metaphern!“

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