Corlăţean stellt Diaspora mehr Wahlkabinen in Aussicht

Außenminister entschuldigt sich für Wahlchaos

Donnerstag, 06. November 2014

Bukarest (ADZ) - Außenminister Titus Corlăţean hat für das außerhalb der Landesgrenzen erfolgte Wahlchaos von Sonntag erstmals öffentlich Buße getan: Er entschuldige sich für die „bedauerlichen Vorfälle“; die an ihm und seinem Ressort geübte Kritik sei nicht ungerechtfertigt, sagte Corlăţean am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Seine Maßnahmen zur Optimierung des Wahlverfahrens während der Stichwahl visieren allerdings weiterhin keine Aufstockung der Zahl der Wahllokale, sondern lediglich der Wahlkabinen sowie des Personals – und zwar auch nur „dort, wo die Räumlichkeiten es zulassen“. Zudem soll das unglückselige Formular für die Eigenerklärung der Wähler mit Wohnsitz außerhalb des Wahlorts nun auch von der Webseite des Auswärtigen Amtes herunterladbar sein – Wähler im Ausland könnten das Formular folglich noch daheim ausdrucken, ausfüllen und es im Wahllokal dann in Beisein der Behörden nur noch unterzeichnen und datieren, so der Außenminister.

Nach Corlăţeans Ankündigung gab auch die US-Botschaft eine erste Stellungnahme zum Wahlchaos ab: Der Wahlvorgang sei ausschlaggebend für die demokratische Kultur eines Landes, man begrüße daher das Vorhaben der rumänischen Regierung, Maßnahmen zu ergreifen, damit jeder wahlberechtigte Bürger des Landes seine Stimme abgeben könne, hieß es in einer Presseaussendung der US-Vertretung.

Kommentare zu diesem Artikel

Botond, 06.11 2014, 16:51
Ich lebe in Bremerhaven (D) und müsste ganz bis nach Berlin fahren, um wählen zu können. Zwar machbar, da ich mobil bin, aber fast über 450 Kilometer fahren, um mich dann zu ärgern, dass ich in einer langen Schlange stehen muss, wie 1985 in Rumänien wenn es Bananen gab... also auf keinen Fall. Frage mich sowieso, wieso überhaupt Briefwahl nicht möglich ist.

Für mich ist Rumänien noch sehr weit entfernt von einer bürgerfreundlichen Demokratie.
Hanns, 06.11 2014, 10:21
Bei uns in Österreich leben etwa 80.000 Rumänien, aber die dürfen nur in Wien und Graz wählen. Beide Städte liegen im Osten Österreichs! D.h. dass viele Leute weite Anreisewege in Kauf nehmen müssen, damit sie ihrem Recht zu wählen nachkommen können. Warum kann man nicht in allen rumänischen Konsulaten (Salzburg und Linz) wählen? Das wäre bürgerfreundlich und könnte die Anreisewege entscheidend verkürzen. Offensichtlich ist für die Genossen des falschen Doktors der Begriff "bürgerfreundlich" ein Fremdwort! So wie das jetzt abläuft werden die demokratischen Rechte der Bürger mit Füssen getreten.

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