Corlăţean: Wegen Schengen nicht auf den Knien rutschen

Beitritt für Regierungskoalition nicht mehr prioritär

Dienstag, 10. Dezember 2013

Bukarest (ADZ) - Für die Regierungskoalition sei Rumäniens Schengen-Beitritt derzeit nicht mehr prioritär: Man habe die Bestimmungen des Schengen-Acquis erfüllt und werde nun „nicht mit ausgestreckter Hand auf den Knien rutschen“, sagte Außenminister Titus Corlăţean in einem Fernsehgespräch. Ihm zufolge sind etliche EU-Mitgliedstaaten um diverse „Vorwände“ wie etwa den Kooperations- und Kontrollmechanismus bemüht, um die Aufnahme Rumäniens und Bulgariens in den grenzkontrollfreien Schengen-Raum aus rein innenpolitischen Gründen zu unterbinden.

Davor hatte Premier Victor Ponta aufgezeigt, dass Rumänien alle Auflagen „längst erfüllt“ habe, man ziehe es vor, von weiteren Terminangaben abzusehen, da sie sowieso nicht eingehalten würden. Dem sich am Ratstreffen der EU-Innenminister beteiligenden Ressortchef Radu Stroe hatte Ponta letzte Woche aufgetragen, seine Amtskollegen darüber zu informieren, dass Rumänien „zum Beitritt bereit“ sei, sobald bei den Skeptikern die „Wahlen gelaufen und sonstige Probleme gelöst“ worden seien.

Auch Senatschef Crin Antonescu bestätigte, dass der Schengen-Beitritt für die Behörden inzwischen keine Priorität mehr darstelle. Die Bedingungen dafür seien erfüllt worden; bis „Deutschland, die Niederlande und Frankreich“ bereit seien, von ihren „wahlkampftaktischen Gründen“ abzusehen, werde Rumänien „sehr wohl auch ohne Schengen leben können“.

Kommentare zu diesem Artikel

Norbert, 14.12 2013, 21:58
Herr Konrad ,eine Passage in ihrem Beitrag finde ich gut.Sie bezeichnen sich als Rumäne.Wenn sie jetzt auch noch mitteilen das sie in Rumänien wohnen.Kann ich ihre Meinung insofern akzeptieren.Das sie sich angegriffen fühlen. Denn als Rumäne in Rumänien haben sie andere Ansprüche. Ich schreibe hier als Deutscher aus Deutschland der keinen rumänischen Hintergrund hat.Aus der Sicht die sich mit 90 Prozent aller Deutschen deckt .Über alle Parteien hinweg. Mit einem zwei Sätzen auf den Punkt gebracht. Ich bin ,wie 90 Prozent der Deutschen gegen Rumänien Beitritt zum Schengenabkommen. Ich bin wie 95 Prozent der Deutschen gegen die Einführung des Euros in Rumänen.Sie unterscheiden sich aber hier gegenüber den meisten in diesem Forum.Denn sie fühlen sich als Rumäne und Ich als Deutscher. Die meißten in diesem Forum. zählen sich zu nix. Sie wedeln einmal zu Rumänien hin und dann wieder sie als Deutscher zu outen. Das nennt man einen romanisierten. Die tümmeln sich in diesem Forum.Sie wedeln ständig ihr Fähnschen dort hin wo der Wind bläst.Sitzen aber fast alle als Asylanten in Deutschland.Wenn sie aber mitteilen würden das sie nicht nur Rumäne sind sondern auch noch in Rumänien wohnen,so haben sie sogar sympathie bei mir.
Ottmar, 11.12 2013, 22:22
Chris: Wenn das so ist dass ausländische Investoren das Land plündern, erklär mir bitte das noch am Beispiel Petrom. Die Firma ist nach dem Kauf 3 Mal so viel wert und erwirtschaftet Gewinne. Vor der Übernahme waren es nur Verluste.
Rumänische Politiker aus der Regierung Ponta wollen den Seehafen Constanta auf den 2. Platz in Europa hieven. Sind halt Träumer. Genau so wie die Mitglieder dieser Regierung eine Autobahn mit 600 m Höhenunterschied ca. 10 km gesamter Tunnellänge ca. 5 – 10 km gesamter Brückenlänge und einer Gesamtlänge von ca. 58 km in 3 Jahren fertig stellen werden. Dir als Bauplaner platzt doch dabei vor Lachen der Bauch. Hier sind lauter experten am Werk in Rumänien. Wo sie aber perfekt sind. Von den EU-Geldern die ca. 85% dieser Strassen finanziert landet ein Grossteil in den Taschen der Politiker, so dass ein Autobahnkilometer dreimal so viel kostet wie ein Autobahnkilometer in Deutschland. Siehe Bechtel Vertrag. Die haben für 1,3 Milliarden Euro gerade mal 80 km Autobahn gebaut.
Manfred, 11.12 2013, 21:55
Chris!Dein Beitrag von 18.04 bekommt meine volle Zustimmung!Eben das ist der Unterschied"Leben und leben lassen"
Chris, 11.12 2013, 19:04
Ottmar, deinem Beitrag um 17:06 muss ich entschieden widersprechen. Plündern tun ausländische Investoren ZUSAMMEN mit den politischen Eliten ROs. Da gibt es eigentlich nicht mehr dazu zu sagen, außer: Politiker sind ALLE keinen Penny wert, nur manche scheren sich eben mehr um die Bevölkerung (deutsche Politiker), andere weniger (rumänische Politiker). In Deutschland nennt sich die Korruption eben Lobbyismus. Unterschied RO/D: In RO wuchert die schon fast unerträgliche Kleinkorruption, vom Polizisten bis zum Beamten im Rathaus. Das findet man in D natürlich nicht. Auf der großen Bühne ist es so ziemlich das Gleiche.
Chris, 11.12 2013, 18:50
@Sraffa - Freut mich, dass es noch Leute in diesem Forum gibt, die sich nicht in Klischees und Stammtischparolen verlieren.
@Ottmar - Den Kapitalismus brauche ich dir ja nicht zu erklären. Was die nackten Zahlen angeht, magst du vielleicht Recht haben, ABER: Das Ziel ist immer auf einen Markt zu stoßen und dort Gewinn zu machen, das geht auch auf Märkten mit geringerer Kaufkraft. Eine EU-Mitgliedschaft macht da alles einfacher. Es gibt genug Beispiele von ausländischen Konzernen, die trotz deines Argumentes der niedrigeren Kaufkraft hübsche Gewinne eingefahren haben.
Ein Mitgift erbringt man ja logischerweise vor der Hochzeit, also in dem Fall vor dem EU-Beitritt. Ist doch klar, dass Petrom vor dem Beitritt verkauft wurde, danach hätte es ja keinen "Ansporn" mehr für RO gegeben das zu tun, wenn sie ja bereits bekommen hätten, was sie wollten. Logisch, oder?
Bei einem Konzern der Größe und des Potentials von Petrom, würde es genug Konzerne geben, die auch bei momentanem Verlust interessiert wären. Wir sprechen hier über einen großen Erdöl- und Erdgaskonzern, da lohnt eine Investition alle male. Also übermäßige Dankbarkeit muss hier nicht unbedingt sein, OMV wird dabei anders entlohnt.
Was die erste Bank angeht: Die wusste zu dem Zeitpunkt ja noch nicht, dass sie Verluste einfahren wird. Die übliche Masche im heutigen Turbokapitalismus: Erstmal Einfluss ausweiten, dann über eine Strategie nachdenken.
Dass Constanta mal deutlich nach oben klettert, halte ich übrigens auch nicht für weit hergeholt. Er ist jetzt bereits Nr. 18 in Europa, von einer Nr. 2 hat ja keiner etwas gesagt. Als "Teil" des Schengenraums wird er aber nunmal als direktes Anfahrtsziel für die Asiaten weit attraktiver. Er wird sicher nicht größer als Rotterdam, kann ihnen aber "Kundschaft" stehlen. Es ist wirklich nicht schwer herauszufinden, dass der Rotterdamer Hafen ein großes Interesse an dem in CT hatte, findest du bereits gut zusammengefasst im Internet.
Ottmar, 11.12 2013, 18:06
Chris ich habe was vergessen. Plündern tut dieses Land kein fremder Investor. Plündern tun das die eigenen sogenannten Eliten. Siehe 50 Millionen Verschiebung von Ölprodukten bei Petrom, oder der CRF Marfa Selbstbedienungsladen der Securitate Mitarbeiter aus Rumänien. Siehe auch Beitrag wie man bei der rumänischen Bahn günstig ohne Ticket Zug fahren kann. Jede Firma, die in Rumänischem Staatseigentum ist . macht Verluste. Meist weil sich Spitzenmanager daran bereichern. Wenn du Petrom dann damit vergleichst, weist du welch ein Segen eine Fremdbeteiligung für das Land bedeutet. Es wird endlich nach anständigem kaufmännischen wirtschaften ein Betrieb geführt.
Ottmar, 11.12 2013, 17:50
Konrad und dass an der Spitze dieses Staates ein Ministerpräsident steht, der den Diebstahl seiner Dissertation von einer von ihm eingesetzten Ethikkommission mit dem Argument verteidigt, dass alle Rumänen bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit stehlen ist genau so wenig ein knietief daneben liegender Kommentar. In Deutschland weiss man von diesen Manipulationen und solange das in einem Land zum Bestandteil des Rechtes gehört wird man zu verhindern wissen eine grenzenlose Zusammenarbeit anzubieten.
Ottmar, 11.12 2013, 14:57
@Konrad, ich weiss nicht wo es sachlich etwas auszusetzen gibt, wenn ich behaupte, dass die Aussage der Rumänische Regierung , die Strasse Comarnic – Brasov wird innerhalb von 3 Jahren gebaut und fertig gestellt werden, ein so grosses Märchen ist, als würde jemand behaupten der Fussballverein Offenbacher Kickers wird öfter Europapokalsieger werden wie der FC Bayern München. Ich behaupte sogar das könnte sogar eher der Fall sein, als dass die Strasse Brasov Comarnic bis 2016 fertig ist
Ottmar, 11.12 2013, 14:46
Chris Ich weiss nicht ob dein 20 Millionen ein Sahnehäubchen sind, wenn das Nettodurchschnittseinkommen von 8 Millionen Erwerbstätigen bei 362 Euro pro monatlich liegt. Das entspricht in etwa dem Nettoeinkommen der Bürger der Stadt München und Frankfurt, das sind etwa 750000 Beschäftigte..
51 % von Petrom wurden von der OMV vor dem EU-Beitritt Rumäniens übernommen. Das war keine Mitgift sondern der Selbstbedienungsladen vom Ex Securitate Kader. Ich weiss noch genau wiedie OMV Rückstellungen von 50 Millionen EURO tätigen musste, weil vor der Übernahme für diesen Betrag keine Einnahmen verbucht worden waren, obwohl die Produkte geliefert wurden. Die Buchungen wurden im Hauptbuch von Petrom versteckt. Erst mit einer Einführung einer Buchungssicheren ERP-Software mit einem sauberen Berechtigungskonzept bekam OMV die Verluste von Petrom in den Griff. Nach jetzt 7 Jahren sind jetzt aber die restlichen 44 % die der Rum. Staat noch an Petrom hält dreimal so viel wert, wie Petrom insgesamt vor der Übernahme durch die OMV wert gewesen war. Der rum. Staat muss keine Verluste von Petrom mehr ausgleichen, sondern streicht satte Gewinne mit ein. Und ob die Übernahme der BCR durch die Erste Group ein Erfolg war darf dahingestellt werden. Immerhin bezahlte BCR 3,7 Millarden EURO für eine Bank deren damaliger Buchwert nur 1 Milliarde war. Die Erste Group ringt seit 2011 mit hohen Verlusten in Osteuropa. Siehe auch das Problem der Bayerischen Landesbank mit der Kärntner Hypo Alpe Adria.
Meistens sind die Länder wo die Banken investieren die Nutzniesser. Nur Rumänien ist bei der Gesetzgebung zu den Banken ein Spezialfall. Die haben Bank Gesetze da dreht es dir die Zehennägel auf. Wenn du 1000 Euro von deinem Konto abhebst musst du 0,5 – 1% der Bank überlassen. Da würden die Deutschen auf die Barrikaden gehen. Und ob der Hafen von Constanta jemals zweit grösster Hafen von Europa nach Rotterdam wird, ist ein so grosses Märchen, da steigt der FC Bayern eher in die Deutsche Fussball C Klasse ab.
Insgesamt ist die Mitgliedschaft dieser Länder Rumänien und Bulgarien als politische Mitgliedschaft zu sehen und nicht als wirtschaftliche. Deutsche Auto würden von den Rumänen auch ohne EU-Mitgliedschaft gekauft werden, Ob Dacia aber dann in den Europäischen Binnenmarkt gegen Koreanische Autos konkurrenzfähig wäre, wenn wieder Zölle auf diese Autos erhoben würden wage ich zu bezweifeln. Der Asiatische Markt mit seiner Dynamik ist für Europa tausendmal wichtiger als Rumänien.
Sraffa, 11.12 2013, 03:10
Also , wenn Norbert und Ottmar die gleiche Person wäre handelte es sich bei den Darbietungen dieses Schauspielers doch um ganz große Kleinkunst !

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