„Da flog sie, o Pardon, auf dem Besenstiel davon...“

Kinderlieder von und mit Fredrik Vahle

Freitag, 20. Dezember 2013

Fredrik Vahle bei seinem Rundgang durch den Saal, vor Beginn der Vorstellung. Foto: Hans Butmaloiu

Nein, nicht davon, sondern herein in den Redoute-Saal,  kam, und zwar nicht geflogen, der Autor und Interpret von Kinderliedern und auch Büchern Fredrik Vahle. Ein Saal, welcher voll von Kindergartenkindern, die  einem besonderen Konzert beiwohnen konnten und bei dem Mitmachen gefordert wurde.

Fredrik Vahle (71), ist der Künstlername von Friedrich-Eckart Vahle, Liedermacher und Autor von Texten aber auch Kinderbüchern und Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Er ist auch als außerplanmäßiger Professor für Germanistik an der Universität Gießen und als Übersetzer tätig. Nach der Übersiedlung der Familie, 1956, aus Stendal/DDR in die Bundesrepublik, studierte er nach dem Abitur Deutsch und Politik.

Vor seinem Auftritt gewährte er uns ein Kurzinterview:

Herr Fredrik Vahle, wie hat für Sie die Karriere als Musiker, Autor von Text und Melodie, dazu auch noch Interpret, begonnen?

Also ich bis aus der Stadt Gießen in eine Wohngemeinschaft, gemeinsam mit anderen Studenten gezogen. In der Nähe war eine Schule und deren Leiterin hat uns gefragt, ob wir, für lernschwierige Kinder Kindergruppen leiten würden. Wir haben dann angefangen mit diesen Kindern solche Gruppenstunden zu veranstalten und festgestellt, dass dabei das Singen fehlte. Die alten Lieder waren den Kindern zu langweilig und die neuen konnten sie schlecht singen. So haben wir eben eigene Lieder gemacht, neue. Eines Tages kam der Vertreter einer Plattenfirma zu uns und hat uns gefragt, ob wir bereit wären, unsere Lieder, in welchen wir auch bestimmte neuere Themen ansprachen...

… kein Rotkäppchen oder Oma-Märchen mehr...?

Genau! Es kamen schon Alltagsthemen wie Umwelt, Natur oder Kinder-Eltern Probleme und andere vor! Eben die ganze Palette von Problemen, welche Kinder heute haben, haben wir versucht, ins Kinderlied einzubringen. Was dabei herausgekommen ist, war etwas ganz Neues, Revolutionäres wenn man so will.   
 
Hat es die Kinder angesprochen?

Natürlich hat es die Kinder angesprochen aber auch wir selbst haben viel gelernt: Zu welchen Themen wir uns zurücknehmen mussten oder wo und wie wir auf die Neugierde der Kinder reagieren mussten.

Kann man sagen, dass Sie auf „die Wünsche Ihres Publikums“ eingegangen sind?

Nicht ganz, denn wir haben manche Impulse, ganz bestimmte Impulse aufgenommen.

Und diese verarbeitet wie wir wissen. Wann tauchte in dieser Entwicklung „Anne Kaffeekanne“ auf?

Wir haben 1971-72 begonnen, „Anne Kaffeekanne“ kam erst 1980. Sie ist also jetzt, über 30 Jahre alt!

Vielen Dank für das Gespräch!

Und dann folgte der Auftritt, welchen Fredrik Vahle mit einem mehr als viertelstündigen Rundgang durch die Ränge einleitete. Dabei machte er sein Publikum mit einer besonderen Glocke aufmerksam auf ungewöhnliche Klänge, welche den Leitfaden der Vorstellung bilden sollten. Klänge, hervorgezaubert aus einer Hornflöte, einer Ukulele-Gitarre mit welcher er eine – selbstverständlich musikalische – Reise quer durch Europa vollzog. Es folgten eine Langhalsgitarre und noch ein besonderer Klangkörper, dessen Nachklang das Publikum begeisterte.

Mit einer klassischen Gitarre folgten dann mehrere Stücke und selbstverständlich die Klassiker von Fredick Vahle: Anne Kaffeekanne und das Katzentanzlied.
Den Refrain der Anne Kaffekanne, das Mädchen, welches die Welt bereist um ihr Glück zu finden, sang des Saal, mehr oder minder richtig mit: „Da flog sie, o Pardon, auf dem Besenstiel davon,  geradeaus übers Haus, dreimal rum und hoch hinaus.“   

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