Da hilft kein Dribbeln mehr

FC Kronstadt ist in Schulden versunken

Freitag, 17. Februar 2017

Glückliche Fans von FC Kronstadt vor einigen Jahren. Heute kommt das bloße Überleben einem Sieg gleich.
Foto: Wikipedia

Dem Kronstädter Fußball geht es gar nicht gut. Der bekannteste Verein FC Kronstadt (der lange Zeit „Steagul Roşu“ hieß) steht vor der Auflösung. Noch gibt es eine Gnadenfrist bis zum 3. Mai. Dann könnte gerichtlich die Pleite-Erklärung erfolgen, was die Gläubiger seit längerer Zeit beantragen, um so zumindest einen Teil der Schulden rückerstattet zu bekommen.

Der Verein funktioniert nun auf Sparflamme. Für ein Trainingslager in der Winterpause musste die nahe Schulerau herhalten. Partner der Vorbereitungsspiele sind Mannschaften aus dem Kreis Kronstadt der unteren Ligen. Zum Glück gibt es noch etwas Geld vom Belgien-Transfer des ehemaligen Kronstädter Spielers Alexandru Chipciu. Das reicht gerade mal, einen Teil der sowieso bescheidenen Spielergehälter zu begleichen. Die Insolvenzerklärung war nur eine Verschnaufpause um die Schuldentilgung in Millionenhöhe (an den Staat, an ehemalige Spieler und Trainer, an eine Security-Firma usw.) vorerst zu verschieben. Selbst wenn in einigen der Prozesse um die Schulden des FC Kronstadt ein dem Verein günstiges Urteil gefällt wird, so bleibt dennoch ein Loch von mindestens 2,7 Millionen Euro zu stopfen. Einen Plan zur finanziellen Genesung gibt es nicht, weil keine Investoren da sind. Und die Zeit wird knapp, um solch einen Plan vorzuweisen, der realistisch genug klingt, um der Pleite-Erklärung nochmals zu entgehen.

Sportlich schlägt sich die Mannschaft mit ihrem Trainer Cornel }²lnar recht tapfer. Die Kronstädter sind zur Zeit auf Platz drei in der Zweiten Liga – ein Platz, der zumindest einen Stichkampf um den Aufstieg in Aussicht stellt. Ein Aufstieg wäre der sprichwörtliche Strohhalm, an dem sich FC Kronstadt festklammert, um nicht ganz unterzugehen. Das Zauberwort heißt Prämien für Fernsehübertragungen. Dann wäre Werbung attraktiver und Investoren näher.

Die Alternative wäre, einen Neuanfang zu starten. Von unten auf, gesund zu wachsen und vor allem die eher stillen Anhänger des alten „Steagul Roşu“ für sich zu gewinnen, selbst wenn Vereinslogo, -farben und -trophäen nicht mehr da sind. Von der Stadtverwaltung ist dabei nicht viel zu erwarten. Ein neues Stadion wird es nicht geben; FC Kronstadt vielleicht auch nicht mehr.

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