Dach abgedeckt

Hauptphase der Dachsanierung der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt hat begonnen

Samstag, 25. August 2012

Ein Teil der abgedeckten Ziegel lagert auf dem Huet-Platz.
Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - Mehrere Stapel mit Ziegelsteinen und Dachziegeln türmen sich zwischen den Baucontainern und Gerüsten auf dem Huet-Platz/Piaţa Huet. Beide stammen aus der evangelischen Stadtpfarrkirche, deren Dachstuhl derzeit renoviert wird. Während die Ziegelsteine von der Vorbereitungsphase seit Anfang des Jahres zeugen, wurden die Dachziegel erst in den vergangenen Wochen abgenommen. 

Man befinde sich jetzt in der eigentlichen Hauptphase der Arbeiten, erklärt Mihai Lazăr, Bauleiter in Diensten der verantwortlichen Baufirma Sinecon. Seit Anfang August haben die Arbeiter begonnen, das Dach über der Ferula auf der Westseite der Kirche abzudecken und den Dachstuhl provisorisch mit einer Folie zu belegen. „Dadurch haben wir die Dachstruktur entlastet“, erklärt Lăzar. Dies war notwendig, um die Ertüchtigung der teils maroden Dachstuhlkonstruktion zu beginnen. 

„Es muss mehr ausgetauscht werden, als im Projekt vorgesehen wurde“, meint Bauleiter Lazăr. Das habe mit der Geschichte des Bauwerks zu tun. Im Laufe der vorbereitenden Baumaßnahmen sei man auf frühere Konsolidierungen oder viele nicht fachgemäß montierte Balken gestoßen. Teilweise seien Balken durch eindringende Nässe verfault. Die Arbeiter tauschen derzeit die schadhaften Teile des Dachstuhls aus, so zum Beispiel die Dachbinder. Außerdem wird der umstrittene Betonringanker gegossen. Die Maßnahme hatte die Bukarester Denkmalschutzbehörde als Erdbebenschutzmaßnahme gefordert. Die Gemeinde, aber auch Denkmalschützer hatten lange versucht, eine andere Lösung durchzusetzen, da der Betonring als zu massiver Eingriff in die historische Bausubstanz angesehen wird. 

Lazăr hofft, dass in diesem Jahr ein Drittel der vorgesehenen Arbeiten durchgeführt werden. In ein bis maximal zwei Monaten, also spätestens Mitte Oktober soll das Kirchendach wieder geschlossen sein. Man warte derzeit auf die neuen Dachziegel. Die alten Ziegel werden nur zum Teil wieder verwendet. Nach Aussage des Bauleiters sollen die noch verwendbaren Dachziegel im Bereich des Querschiffes vor dem Chor eingedeckt werden. Man habe sich gegen eine Mischdeckung aus alten und neuen Ziegeln entschieden, da dies einen hohen Instandhaltungsaufwand bedeutet hätte. Nur am Turm bleibt ein Großteil der alten Ziegel auf dem Dach, da hier nach Schätzung von Lazăr lediglich 20 Prozent der Ziegel ausgetauscht werden müssen. 

„Die Bauarbeiten laufen gut“, meint Lazăr, „am Anfang war es ein bisschen schwer, aber nun bewegen wir uns.“ Im kommenden Jahr wird der östliche Teil des Daches saniert. Bei den vorbereitenden Reinigungsmaßnahmen und der Sicherung des Gewölbes in den vergangenen Monaten wurden übrigens 12 Container bzw. rund 144 Kubikmeter Schutt aus dem Dachstuhl entfernt. 

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