Dan-Valentin Vizanty – ein wiederentdecktes Fliegerass

Ausstellung im Kronstädter Geschichtsmuseum

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Dan Valentin Vizanty in seinem Büro beim Flughafen in Popeşti-Leordeni (Aufnahme aus dem Jahr 1944)

Zeichnung und Kleinmodell des erfolgreichsten rumänischen Jagdflugzeugs (IAR-80)

Ana Maria Vizanty, die Tochter des Flugasses
Foto: Ralf Sudrigian

Im Kronstädter Geschichtsmuseum am Alten Marktplatz kann bis Ende November eine Ausstellung besichtigt werden, die dem rumänischen Fliegerass Dan-Valentin Vizanty (1910- 1992) gewidmet ist. Ausgestellt werden historische Fotos mit diesem Jagdpiloten, aber auch Kleinmodelle der Flugzeuge, die im Zweiten Weltkrieg im Einsatz waren, wie auch Urkunden und Diplome, die Vizanty zusammen mit mehreren Auszeichnungen für seine militärischen Erfolge erhalten hat. Zur Ausstellung beigetragen hat auch der Verein der Kronstädter Flieger, der, neben den Flugzeugmodellen, auch ein Flugzeugbord und Teile der damaligen Fliegerausrüstung (z. B. die sogenannten „Kanalhosen“) beigesteuert hat.

Die Ausstellung, die bereits im Bukarester Museum des rumänischen Flugwesens, in Klausenburg/Cluj und Craiova gesehen werden konnte, wurde vom Museumsdirektor, Dr. Radu Ştefănescu, eröffnet. Er freue sich besonders, dass das Fliegerass Vizanty nun auch in Kronstadt/Bra{ov vorgestellt werde, weil die Zinnenstadt eng verbunden mit der rumänischen Flugzeugindustrie sei. Das IAR-Werk in Weidenbach/Ghimbav konnte leistungsfähige Jagdflugzeuge in den Kriegsjahren bauen; Vizanty gilt als der beste Jagdflieger auf dem IAR-80-Flugzeug. In seinen Einsätzen sowohl an der Ostfront, als auch, nach dem 23. August 1944, an der Westfront konnte der 1910 in Botoşani geborene und seit 1934 als Jagdflieger ausgebildete Vizanty 15 Abschüsse erzielen, was ihn zu einem der erfolgreichsten rumänischen Jagdflieger macht. Ştefănescu nutzte die Gelegenheit bei der Vernissage, den Aufruf an all jene zu richten, die Gegenstände, Fotos und Dokumente besitzen, um beim Museum auch eine Ecke einzurichten, die an die Kronstädter Flugzeugindustrie und die Kronstädter Flieger erinnert. Das Museum besitze in den eigenen Beständen einige diesbezügliche Exponate, die aber zurzeit in den Lagerräumen, fern der Besucher, aufbewahrt werden.

Kronstadt spielte auch im Leben von Vizanty eine Rolle. 1947 wurde er von den neuen Machthabern aus dem Militärdienst entfernt. Vizantys Tochter, Ana Maria, schilderte bei der Ausstellungseröffnung diese weniger schöne Lebensetappe, die ihr Vater in den 1950er Jahren in Kronstadt verbracht hat. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit Berufen und Arbeitsplätzen, die nichts mit der Fliegerei zu tun hatten. Nur anfangs war er noch Mitglied einer Gruppe, die sich mit der Bergung der Wracks der im Krieg abgeschossenen Flugzeuge beschäftigte. Erst spät, nach 1975, konnte Vizanty nach Frankreich ausreisen, wo er auch bald in den renommierten Verein der internationalen Aeronautik „Vieilles Tiges“ aufgenommen wurde. Im Juni 1977 erhielt er vom  Bürgermeister Jacques Chirac die Silbermedaille der Stadt Paris. Praktisch, so Ana Maria Vizanty, begann für ihren Vater in Frankreich ein zweites Leben.

Auch nach der Wende mussten einige Jahre vergehen, bis Dan-Valentin Visanty „wiederentdeckt“ wurde. Den entscheidenden Anlass dazu gab die 65. Jährung, am 10. Juni 2009, eines der glorreichsten Tage der rumänischen Luftwaffe: Am 10. Juni 1944 konnte die von Vizanty geleitete 6. Jagdfliegergruppe 24 amerikanische Bomber abschießen. 2010, anlässlich des 100. Geburtstages, erschien die Monografie „Dan Vizanty – das Schicksal eines Jagdfliegers“ von Daniel Focşa. Ihr Vater hätte sich mit Sicherheit gefreut, seine Verdienste bei der Verteidigung des Landes durch diese Ausstellung gewürdigt zu sehen, versicherte die in Kronstadt geborene Ana Maria Vizanty.

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