Das Altarbild unseres Herzens

Sonntag, 11. November 2018

Unser Herz gleicht einem leeren Altar. Soll er zum Mittelpunkt unseres Lebens werden, benötigen wir ein Altarbild. Das Bild soll Inhalt und Ziel unseres Lebens darstellen. Welches Bild stellen wir auf diesen Altar? Könnte man die Herzen der Menschen durchleuchten und die Bilder auf den Herzensaltären sichtbar machen, was würden wir da sehen? Bei vielen Menschen würden wir den Götzen Mammon thronen sehen, denn all ihr Sehnen und Trachten richtet sich nur auf Geld und Besitztum. Alles andere ist für sie Zeitverschwendung. Andere stellen die Sexgöttin Venus auf den Altar. Für sie ist das Wichtigste im Leben die Befriedigung des Sextriebes. Treue und Liebe sind da nur Fesseln, die man zerreißen muss. Wieder andere Leute mit der ewig trockenen Gurgel machen Bacchus zu ihrem Herzensgott. Wo immer Alkohol, egal in welcher Form er zu haben ist, da pilgern sie hin, opfern große Summen diesem Götzen, um im seligen Rausch alle Sorgen zu vergessen.

Diese selbst erwählten Götzen fordern größere Opfer als der Gott, den uns Christus verkündet hat. Für den Götzen Mammon opfert sein Anbeter das Gewissen, die Ehrlichkeit und Treue. Der Hunger, den dieser Götze entfacht, ist nicht zu stillen, sondern er wächst ständig. „Je mehr er hat, je mehr er will!“ Diesem ruhelosen Fluch ist sein Anbeter verfallen. Was wird das Ende, was wird der „große Lohn“ für diesen Dienst sein? Im Jahre 1906 kenterte im Mittelmeer der italienische Dampfer „Sirio“, der über 800 Auswanderer nach Amerika bringen sollte. Entsetzliche Szenen spielten sich bei dieser Katastrophe ab. Einer hatte einen Gürtel umschnallt, darin sein Barvermögen in Goldmünzen war. Er sprang ins Meer, um sich schwimmend zu retten. Schon war er in der Nähe des Rettungsbootes. Da aber die Last des Goldes zu schwer war, versiegten seine Kräfte. Er versuchte, den Gürtel zu lösen, aber es gelang ihm nicht. Mit dem Aufschrei: „Ich komme nicht los!“ versank er in der Tiefe. Wie soll einer, der sein Leben dem Götzen Mammon verschrieben hat, das Rettungsboot Christi erreichen? Wie lohnt die Götzin Venus ihre treuen Diener und Dienerinnen? Mit einer Lebensauffassung, die nicht über die Gürtellinie reicht, mit Leichtsinn, Frivolität und mit den spezifischen Krankheiten.

Wie lohnt der Götze Bacchus seine treuen Anhänger? Er schwächt den Willen, macht den Trinker zum geknickten Rohr, zerstört das Familienleben und ruiniert die Gesundheit. Eines ist sicher: Der eifrige Bacchusdiener, der seinen Dienst im Rausch zelebriert, ersäuft im Alkohol seine Menschenwürde. Eine Inschrift auf einem englischen Trinkglas lautet: „Zerstörung haust in diesem Scherben, auf seinem Grunde schwimmt die Not! In seinem Schaume sprüht Verderben, auf seinem Rande tanzt der Tod!“

Wer diese Götzen auf seinen Herzensaltar hebt, muss ungleich mehr und größere Opfer bringen als der Christ, der Jesus zum Gott seines Herzensaltars erhebt. Diese Götzen verlangen von ihren Dienern, dass sie ihre Menschenwürde zum Opfer darbringen müssen. Christus verlangt von uns nur Opfer, die unsere Menschenwürde erhöhen und festigen. Unsere Opfer müssen keine Heldentaten sein, sie sollen nur unseren guten Willen offenbaren. Das machte Christus deutlich, als er im Tempel saß und zusah, was die Leute in den Opferkasten warfen. Die Reichen warfen große Geldstücke hinein. Sie hatten ja von wo. Eine arme Witwe legte nur zwei kleine Münzen hinein. Mehr hatte sie nicht. Christus erklärte seinen Jüngern, sie habe in den Opferkasten mehr hineingelegt als all die Reichen zusammen.

Wir sind alles andere als große Heilige. Wir sind keine Superchristen, wir sind nur kleine Sünder. Setzen wir aber Christus als unseren Herrn und Gott auf den Altar unseres Herzens, dann wird er alle unsere kleinen Opfer zu kostbaren Münzen aufwerten. Er wertet die kleine Liebe unseres Herzens im Aufwertungsapparat seines Herzens zur großen Liebe auf.

 

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