Das Besondere an der Tanzfotografie

Ausstellung des Goethe-Instituts in der „Redoute“

Samstag, 25. Mai 2013

Georg Weigelt: Triptychon mit Neonröhre, Silbergelatinabzüge (entnommen der Ausstellungsbroschüre)

Fotografie und Tanz treffen sich in einer Ausstellung des Goethe-Instituts die nun auch in der Kronstädter Redoute bis zum 2. Juni gezeigt wird. Bei der Vernissage vom 15. Mai an der die Leiterin des Deutschen Kulturzentrums (Veranstalter vor Ort) Roxana Florescu, der Direktor des Kulturzentrums Redoute (Gastgeber), Marius Cisar, und Andrei Dimeny, Künstler und Fachlehrer am „Mattis-Teutsch“-Kunstlyzeum, über die Ausstellung sprachen, wurde auch der Gegensatz zwischen Fotografie und Tanz thematisiert, was bereits im Titel „Angehaltene Zeit. Bilder vom Tanz“ deutlich wird. Fotografie ist Stillstand; Tanz hingegen ist Bewegung. Aber: „Die einzige Aufzeichnung der Kunst eines Tänzers liegt in anderen Künsten“. Mit diesem Zitat von Martha Graham, entnommen der Ausstellungsbroschüre, kann man auf die Besonderheiten der Tanzfotografie zu sprechen kommen.

In der Regel handelt es sich dabei nicht um Einzelfotos, sondern um Fotoserien. Sie können den Tanz, die Bewegung, einfangen, eigentlich Spuren, Prägungen davon. Gelingt es, so kommen neue Deutungen hinzu; misslingt es – so handelt es sich um eine Verfälschung, sagte Kunstlehrer Dimeny. Im Beitrag von Thomas Thorausch in der Ausstellungsbroschüre heißt es: „Denn in Wirklichkeit kann die Fotografie Bewegung nicht abbilden – im Gegenteil: sie erfindet Bewegung neu. Damit besitzt die Fotografie die Chance einer ganz ästhetischen Qualität, die unabhängig von der abgebildeten Bewegung sein kann.“ Einfacher gesagt: Es geht nicht um „Es ist so gewesen!“ sondern um „Ich habe es so gesehen!“

Zu sehen sind Fotografien und Serien deutscher Tanzfotografen (Dominik Mentzos, Andrea Esswein, Vanessa Ossa, Bettina Stöß, Gert Weigelt und andere) aus den Beständen des „Deutschen Tanzarchivs Köln“. Allerdings hat die Kronstädter Ausstellung auch einige kleine Nachteile: Sie ist zwischen einem als Tanzprobesaal dienenden Raum und dem Foyer im ersten Stock zweigeteilt und die erklärenden Texte sind in Englisch verfasst. Was bleibt, ist aber die lobenswerte Initiative, neue Wege zu gehen. Denn am 26. Mai folgt dann, nach der Fotokunst die Tanzkunst in einer Performance der deutschen „Mouvoir Dance Company“ mit den beiden ersten Teilen der Happy Living-Trilogie (White Landing und Nature Morte).

Kronstadt habe im zeitgenössischen Tanz wenig zu melden, bedauerte Marius Cisar. Er wünsche sich, auch da eine erste Gruppe von Tänzer und Tänzerinnen zu sehen. Da könnten eine solche Ausstellung und die  Tanz-Performance in dieser Richtung vielleicht ein wenig mithelfen.

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