Das Brukenthal´sche Chronometer

Die restaurierte Taschenuhr des Barons von Brukenthal wird in Luxemburg ausgestellt

Samstag, 14. April 2012

Restaurator Daniel Barbu erklärt dem Museumsleiter Sabin Luca das Funktionsprinzip der Brukenthal´schen Taschenuhr. Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt - Ein wertvoller Teil der Brukenthal´schen Sammlung hat am Donnerstag das Brukenthal-Museum in Richtung Luxemburg verlassen. Die 95 Objekte, die im Kunstmuseum des Großherzogtums vom 26. April bis 15. Oktober ausgestellt werden, haben einen Versicherungswert von 112 Millionen Euro. Zu den Ausstellungsgegenständen zählen 41 Bilder, acht Bücher, zehn Gravuren und eine Lithografie, sowie Möbelstücke, Medaillen, Edelsteine, Mineralien und eine Taschenuhr.

Dieses Chronometer stand im Mittelpunkt der Pressekonferenz, die am Mittwoch im Brukenthal-Museum abgehalten wurde. Museumsleiter Dr. Sabin Adrian Luca, der Leiter der Kunstgalerien, Dr. Alexandru Sonoc, die Abteilungsleiterin Dr. Daniela Dîmboiu sowie der Restaurator Dr. Dorin Barbu präsentierten den Medienvertretern das nun wieder funktionierende goldene Uhrwerk. Dieses wurde bereits 1803, nach dem Tod Barons Samuel von Brukenthal, in der Inventarliste neben den anderen Uhren erwähnt. Doch wurde diese Taschenuhr aufgrund eines mechanischen Schadens nicht an die zahlreichen Verwandten Brukenthals vererbt, sondern blieb in der Sammlung. Nach mehrmonatiger Forschung und intensiver Restaurierungsarbeit gelang es, die Mechanismen des Uhrwerks und des Musikwerks, wieder herzustellen.

Drei Meister beteiligten sich an der Restaurierung der Taschenuhr, die Samuel von Brukenthal in den letzten Lebensjahren getragen hat. Das zerbrochene Glas wurde vom Glaskünstler Ion Tămâian ersetzt, das Uhrwerk sowie die goldene Karkasse geputzt. Den schwierigsten Teil, die Instandsetzung der beiden Mechanismen, übernahm ein 71-jähriger Hermannstädter Uhrmacher, der nicht genannt werden will. Am prekärsten war die Reparatur des gebrochenen Zahnrads des Musikwerks: Das winzige Rädchen musste mit einem Bohrer von nur 0,3 Millimeter angebohrt und wieder befestigt werden.

Die Brukenthal´sche Taschenuhr wurde zwischen 1790 und 1800 in der Werkstatt des Berner Uhrmachers Isaac Ruegger angefertigt. Ihren gegenwärtigen Wert wagen nicht einmal die Museumsfachleute zu schätzen. Die Restaurierungsarbeiten schätzte der Museumsleiter hingegen auf 200 Lei. „Auf diese Summe kommt man, wenn man den Preis für die speziellen Putzmittel, die aus der Schweiz bestellt wurden, und die Arbeit des Restaurators Barbu zusammenrechnet“, sagte Luca. Sowohl der Uhrmacher als auch der Glaskünstler arbeiteten unentgeltlich.

Für die Restaurierung der anderen Uhren aus der Brukenthal´schen Sammlung, wie zum Beispiel einer besonders seltenen und wertvollen Taschenuhr aus dem 16. Jahrhundert, die unter der Bezeichnung „Nürnberger Ei“ bekannt ist, sucht das Museum nach Sponsoren im In- und Ausland.

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