Das Gefangenendilemma der rumänischen Wirtschaftswelt

Donnerstag, 17. Mai 2012

Alina Elena Negrilă, Managing Director, Mattig Bukarest

Die gegenwärtige Wirtschaftswelt ist durch Wachstum, Innovation und Mobilität gekennzeichnet. Diese Merkmale widerspiegeln eigentlich die wirtschaftliche Verflechtung, die auf die Globalisierung zurückzuführen ist und hauptsächlich wegen dem Technologiefortschritt rasant zunimmt. Was bedeutet das aber konkret für den gegenwärtigen und zukünftigen Wirtschaftsrahmen? Wie wirkt sich der Technologiefortschritt und einschließlich die Globalisierung auf die Tagesordnung der Gesellschaften und auf deren interdependente Beziehungen aus?

Die Markttransparenz tritt in den Mittelpunkt des umstrittenen Themas Globalisierung und führt dazu, dass Produkte, Prozesse und Unternehmenskonzepte als Ganzes immer leichter und schneller nachgeahmt werden können. Sie führt dazu, dass Gesellschaften Zugang zu den Ressourcen ihrer Konkurrenten haben, diese analysieren und somit die eigenen Leistungen besser als die Wettbewerber zu gestalten versuchen. Unternehmen kämpfen sich durch die dynamischen Märkte und durch die aggressive Konkurrenz und versuchen dem schnellen Marktrhythmus, der von der Markttransparenz gegeben ist, zu folgen.

Die Markttransparenz wirkt sich auf den Verbraucher positiv aus und fördert die Innovationen und die Wirtschaftsentwicklung. Von Unternehmen wird aber dieser dynamische Rhythmus oft genug als ermüdend angesehen, da sie dem Druck zur ständigen Anpassung ihrer Produkte nur schwer Stand halten können.

Unter diesen Marktbedingungen stellt sich immer wieder die Frage, welche Entscheidungen ein Unternehmen fällen soll, wie es bestimmte Strategien einsetzen soll und dabei treten vor allem die damit verbundenen Geldbeträge ins Rampenlicht. Dieses interdependente Handeln der Gesellschafter ähnelt aber einem Spiel und weist auf das Gefangenendilemma (Prisoner's dilemma) hin.

Das Gefangenendilemma, das ein 2x2 Bimatrix-Spiel darstellt und von Mathematikern als Bestandteil der Spieltheorie oft theoretisiert wird, findet nicht nur in der Sozialpsychologie, aber auch im rumänischen Wirtschaftsleben Anwendung. Bei dem Gefangenendilemma handelt es sich um zwei Gangster, die zusammen einen Raub begehen und anschließend gefasst werden, ohne aber dass ihnen der Raub nachgewiesen werden kann.

Beide werden in getrennte Zellen gesteckt, wobei ihnen einzeln folgendes Angebot unterbreitet wird: Die Gefangenen können den Raub gestehen oder leugnen; leugnen beide, dann kann ihnen der Raub nicht nachgewiesen werden, jedoch werden sie mit einer Gefängnisstrafe von einem Jahr bestraft. Gesteht jedoch der eine, wobei der andere leugnet, dann wird der erste freigesprochen, wobei der Leugner fünf Jahre erhält. Falls beide gestehen, dann erhalten sie jeweils 4 Jahre.

Dieses Dilemma weist eigentlich darauf hin, dass im Falle eines Spieles die Spieler nicht die kollektiv optimale Lösung wählen, weil sie in der Praxis dazu neigen zu gestehen, um sich selbst einen Vorteil zu schaffen. Somit verraten beide Spieler den Gegner, gestehen also die Tat, und erhalten schließlich jeweils eine vierjährige Gefängnisstrafe, wobei sie als Leugner nur mit einem Jahr davongekommen wären.

Dieses Spiel findet in der rumänischen Wirtschaft Anwendung, wobei die Marktteilnehmer immer wieder Entscheidungen fällen müssen, ohne dass die Strategie und die Entscheidung des Konkurrenten bekannt sind. Die Globalisierung und die dynamischen Märkte verschärfen den Wettbewerb der Marktteilnehmer, sodass das Gefangenendilemma, sowohl auf unteren, als auch auf oberen Ebenen eintritt.

Das Gefangenendilemma kann anhand der Marketingausgaben auf den rumänischen Oligopol-Markt des Mobilfunks betrachtet werden. Alleine die Ausgaben der Mobilfunkanbieter für Print-Werbung heben sich auf 2,5 Millionen Euro pro Semester. Obwohl der Markt nicht zunimmt, sondern die Kundenanzahl keine großen Veränderungen aufweisen wird, investieren diese Unternehmen riesige Beträge in Werbung, weil, im Falle einseitiger Investitionen, die Gegenpartei Marktanteile verlieren würde. Wenn alle Marktteilnehmer die Investitionen mindern würden, würden Mobilfunkanbieter höhere Gewinne erwirtschaften.

Bei einer Betrachtung des gegenwärtigen Marktes und der Marktbedingungen kommt man auf weitere Beispiele zu. Der Verzicht der Gesellschaften auf Umweltinvestitionen findet wegen der Versuchung niedrigere Kosten als die Konkurrenz zu registrieren statt. Die mangelhaften Güterlieferungen und die Erbringung qualitativ niedriger Dienstleistungen der indischen Unternehmen lässt sich ebenfalls auf den Druck der Konkurrenz, die Kosten so niedrig wie möglich zu gestalten, zurückführen. Auch die aggressive politische Werbung in den modernen Wahlkampagnen wird mit dem Gefangenendilemma begründet. Dieses Beispiel veranschaulicht am besten das Dilemma, da das politische Spiel nur ein Mal stattfindet. Falls ein Spiel mehrere Male gespielt wird, können die Entscheidungsträger beeinflusst werden, wobei die Gegner die Handlungen des anderen abwarten um auf dieser Basis die zukünftigen Strategien aufzubauen.

Obwohl dieses Spiel dazu aufstachelt eine Lösung zur Beseitigung zu finden, gibt es, außer der verbotenen Kartellschließung, keine Möglichkeit, das Dilemma komplett zu verhindern. Die Situation in der die rationalen Spieler ihre Entscheidung unter Betrachtung der Entscheidung des Gegners nicht bereuen ist die einzige Spiellösung. Auf den rumänischen Märkten tritt die Unterstützung der spezialisierten Berater noch dazu, sodass die Entscheidungsauswahl erleichtert und effizienter gestaltet wird.


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