Das Geheimnis der Gemeinschaft

Ausstellung zur sächsischen Lebensordnung im Emil-Sigerus-Museum eröffnet

Mittwoch, 11. Juli 2012

Camelia Ştefan erklärt die Ausstellung mit der Begeisterung einer Sachkundigen. Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt - Die äußere und die innere Ordnung der ländlichen sächsischen Gemeinschaft erklärt die Ausstellung „Sächsische Lebensordnung“ im Museum für sächsische Volkskunst „Emil Sigerus“ am Kleinen Ring/Piaţa Mică. Die Regeln des Gemeinschafslebens werden vom Aufbau und Gliederung eines Dorfes über die kirchliche Ordnung und die Besonderheiten der Kirchentracht bis in die „gute Stube“ hinein erläutert.

„Die Ausstellung will nicht das Leben eines Einzelnen von der Wiege bis zum Grab zeigen, sondern die zahlreichen und ganz verschiedenen Merkmale der Lebensordnung präsentieren“, erklärte die Abteilungsleiterin des Museums Camelia Ştefan. Mithilfe von Trachten, Nachbarschaftsladen und –zeichen, mit zahlreichen Fotografien, Möbelstücken, Hausutensilien und den gestickten Sprüchen wird ein Einblick in das Geheimnis der jahrhundertelangen Stärke der sächsischen Gemeinschaft gewagt. Besonders deutlich wird dabei der Einfluss der Kirche, als Zeichen der äußeren Ordnung, sowohl auf das Leben des Dorfes als auch auf das des Einzelnen.

Die besondere Aufmerksamkeit widmeten die Organisatoren den Nachbarschaften sowie den Bruder- und Schwesternschaften. Diesen oblag nicht nur die Übertragung der äußeren Ordnung in jedes Haus, sondern auch die Sorge um das Einhalten der inneren Ordnung. Neben der Kontrolle und der Regelung des Lebens, denen sich jedes Mitglied der Gemeinschaft zu unterwerfen hatte, kümmerten sich die Nachbarschaften um die Hilfe für jeden, der in Not geraten war. „Der Ausschluss aus einer Nachbarschaft glich einer Verbannung aus der Gemeinschaft“, bekräftigte Ştefan die Bedeutung der Nachbarschaften.

Die Ausstellung zeigt nicht nur eigene Exponate des Emil-Sigerus-Museums, sondern ist Teil einer Zusammenarbeit mit dem Landeskirchlichen Museum im Kultur- und Begegnungszentrum „Friedrich Teutsch“. Sie kann bis zum 7. Oktober besichtigt werden.

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