Das Magnetresonanzgerät wird genutzt

Ambulant behandelte Patienten müssen tief in die Tasche greifen

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Reschitza - Das Magnetresonanzgerät (rumänisches Kürzel: RMN), das der Kreisrat Karasch-Severin für das Notfallkrankenhaus Reschitza gekauft hat, wurde zwar am 30. September, wie vom Krankenhausdirektor Dr. Dumitru Secăşan im Plenum des Kreisrats versprochen, aufgestellt, aber erst zu Beginn dieser Woche sind die ersten vier Patienten damit untersucht worden. Ausschließlich stationäre Patienten des Krankenhauses.

Nur: Für die verbleibende Zeit dieses Jahres hat das Krankenhaus auf einen Nutzungsvertrag mit der Krankenkasse verzichtet, „weil das System sowieso unterfinanziert und auch die Gesamtfinanzierung pro Patient unter dem Limit liegt“, wie die Ex-Direktorin und Sprecherin des Krankenhauses, Dipl.-Ök. Violeta Florea, den Medien erklärte.

Daher müssen Patienten, die nicht im Krankenhaus stationär behandelt werden, die Untersuchungen mit dem Magnetresonanzgerät aus eigener Tasche bezahlen. Und die Kosten sind, wie immer in solchen Fällen, nicht für jeden leistbar. Im Durchschnitt kostet eine vollständige Untersuchung 1500 bis 1600 Lei – weit mehr, als beispielsweise ein Durchschnittsrentner monatlich in die Hand bekommt und knapp das Doppelte des gesetzlichen Mindestlohns.

„Die Untersuchung mit dem Magnetresonanzgerät ist kein Notfallverfahren, also keiner Dringlichkeit unterworfen, und so sind wir genötigt, die Tarife anzuwenden, die für angeforderte ärztliche Untersuchungsverfahren gelten“, rechtfertigt sich die Krankenhausleitung, der das Gerät eigentlich mittels Geldern aller Steuerzahler des Verwaltungskreises anvertraut wurde. „2013 werden wir das Gerät in den Rahmenvertrag mit der Krankenkasse einbeziehen, aber bis dahin bleibt die gegenwärtige Situation unverändert“, heißt es seitens des Notfallkrankenhauses Reschitza. Und unweigerlich wird hinzugefügt: „Bei alldem, und unabhängig von der Ausstattung des Krankenhauses, stellten die Verträge mit der Krankenkasse eine Unterfinanzierung dar.“

Die Leitung des Krankenhauses scheint sich darüber im Klaren zu sein, dass sie vergleichsweise hohe Preise für Untersuchungen mit dem Magnetresonanzgerät fordert (zumal, beispielsweise in Temeswar, private Betreiber gegenwärtig für durchschnittliche Teiluntersuchungen – etwa des Nackenwirbelbereichs – knapp 600 Lei fordern), wenn es heißt: „Bei uns im Krankenhaus liegen die Durchschnittskosten proPatient bei 1900 Lei und allein eine RMN-Untersuchung kostet beim selben Patienten 1600 Lei.“ So Krankenhaussprecherin Violeta Florea.

Ambulant behandelte Patienten müssen, laut Leitung des Notfallkrankenhauses Reschitza, einen „Tarif pro Untersuchungssegment von 400 Lei plus 150 Lei für das jeweilige Kontrastmittel“ begleichen. Für zwei „Untersuchungssegmente“ liegt der Preis bei 950 Lei, eine Volluntersuchung des Patienten kostet 1500 Lei, wenn sie vom Patienten auf ärztlichen Rat gefordert wird. Um als ambulant behandelter Patient mit dem Magnetresonanzgerät untersucht zu werden, benötigt man eine Empfehlung („Bilet de trimitere“) seitens eines Facharztes (grundsätzlich: der Fachbereiche Neurologie, Orthopädie, Interne oder Chirurgie).

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