DB Netz AG startet Kooperation mit TU Politehnica

Stipendien, Praktika und Arbeitsplätze für deutschsprachige Studierende

Donnerstag, 21. Juni 2012

Die DB Netz AG-Delegation traf sich in Temeswar mit den Studierenden der Abteilung für Bauingenieurwesen in deutscher Sprache.

Die DB Netz AG ist mit rund 35.000 Mitarbeitern für das längste Schienennetz Europas mit einer Betriebslänge von knapp 34.000 Kilometern verantwortlich. Hauptintention der Zusammenarbeit von Bahn und Politehnica ist der Wissenstransfer zwischen den Kooperationspartnern. Die DB Netz AG bietet unbefristete Arbeitsplätze für qualifizierte Bau- und Elektroingenieure in Deutschland an und ist an Bewerbern aus Rumänien interessiert. Vorbereitet werden die Absolventen bereits während ihres Studiums an der Universität Politehnica im Rahmen von Praktika oder Diplomarbeiten in Deutschland. Die DB Netz AG plant, künftig auch Stipendien zu vergeben und die besten StudentInnen zu fördern. Voraussetzung hierfür sind gute Deutschkenntnisse. „Für uns ist es in den nächsten zehn Jahren sehr wichtig, junge Ingenieure anzustellen. Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist generell sehr angespannt und wir sind ein Unternehmen, das eine sehr hohe Altersstruktur hat“, erläutert Matthias Glaub, Leiter Personalmanagement bei der DB Netz AG in Ulm, den großen Bedarf an ausgebildeten Arbeitskräften. Drei Gründe haben das deutsche Unternehmen dazu bewogen, nach potentiellen Mitarbeitern in Rumänien zu suchen. Einer sei die Nähe zur deutschen Sprache und zur deutschen Kultur, so Matthias Glaub. Die hohe Qualität der Ausbildung an den rumänischen Universitäten, aber auch die persönlichen Kontakte zu den Unis trugen ebenfalls dazu bei, dass sich die DB Netz AG für Westrumänien entschloss. Eine Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule aus Klausenburg/Cluj-Napoca soll auch zustande kommen. „Momentan bieten wir Absolventen, bei uns in Deutschland ein Auswahlverfahren zu durchlaufen, um direkt bei uns anfangen zu können“, sagt Matthias Glaub. In Zukunft soll auch ein Stipendienprogramm an der Temeswarer Universität eingeführt werden. „In einem ersten Schritt wollen wir die Studenten finanziell unterstützen und wollen diese dann im Rahmen des zweijährigen Stipendiums entweder für ein längeres Praktikum, oder für eine einwöchige Hospitation nach Deutschland einladen“, sagt Glaub. Auch Themen für Master- und Bachelorarbeiten möchte die DB Netz AG aufstellen. Längerfristig könnte auch die Forschung an der TU Politehnica unterstützt werden, ist Matthias Glaub überzeugt.

Dass dadurch die Auswanderung von rumänischen Arbeitskräften nach Deutschland gefördert wird, ist unumstritten. Matthias Glaub findet jedoch, dass dies nicht unbedingt negativ betrachtet werden muss. „In der globalisierten Welt, in der wir leben, ist dieser Transfer sehr wichtig, um die Wirtschaft in ganz Europa nach vorne zu bringen. Unsere Grenzen sind so durchlässig, dass dieser Wechsel nie nur in eine Richtung stattfindet“, sagt Matthias Glaub. Neues Wissen und neue Ideen sollen auch von Deutschland nach Rumänien gebracht werden, so Glaub. Im Rahmen der längerfristigen Kooperation ist ein intensiver Austausch zwischen Lehre und Praxis vorgesehen: Wissenschaftler der Universität Politehnica besuchen die DB Netz AG, während Praktiker aus Deutschland an der Universität Vorträge halten.

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