Defizit der Leistungsbilanz nach fünf Monaten bei 2,6 Milliarden Euro

Samstag, 16. Juli 2016

Vor einem Jahr konnten die Überschüsse im Handel mit Dienstleistungen und bei laufenden Übertragungen z. B. durch Rücküberweisungen von ausländischen Arbeitnehmern (Sekundäreinkommen) die Defizite der beiden anderen Teilbilanzen noch decken. In diesem Jahr legten aber das Warenhandelsdefizit sowie das Defizit bei Überweisungen von u. a. Dividendenzahlungen aus Vermögensanlagen (Primäreinkommen) stärker zu.
Symbolfoto: freeimages.com

Bukarest (ADZ) - Nach den ersten fünf Monaten des Jahres hat die Leistungsbilanz Rumäniens ein Defizit von 2,6 Milliarden Euro verzeichnet, 2015 gab es zu diesem Zeitpunkt noch einen Überschuss von 42 Millionen Euro. Das Leistungsbilanzdefizit geht nach Angaben der Nationalbank (BNR) auf erhöhte Defizite bei Primäreinkommen (grenzüberschreitende Zahlungen aus Erwerbstätigkeit und Vermögensanlagen, u. a. Zins- und Dividendenzahlungen) sowie im Warenhandel zurück. Der Fehlbetrag bei den Primäreinkommen stieg in den ersten fünf Monaten des Jahres um 1,704 Mrd. Euro auf minus 2,934 Mrd. Euro. Das Defizit im Außenhandel betrug 3,463 Mrd. Euro, 1,172 Mrd. Euro mehr als vor einem Jahr.

Die Überschüsse in der Dienstleistungsbilanz und bei Sekundäreinkommen (laufende private und öffentliche Übertragungen, wie Überweisungen von Arbeitnehmern, Beiträge an internationale Organisationen und die Entwicklungshilfe) haben zwar leichte Anstiege verzeichnet, konnten aber anders als in den ersten Monaten 2015 die Defizite der anderen beiden Teilbilanzen nicht decken. In der Dienstleistungsbilanz gab es einen Überschuss von 2,743 Mrd. Euro (ein Anstieg von 149 Mio. Euro zum Vorjahr), die Bilanz der Sekundäreinkommen lag bei plus 1,054 Mrd. Euro (85 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau).

Weiter kündigte die BNR an, dass die ausländischen Direktinvestitionen in den ersten fünf Monaten 2016 ein geschätztes Volumen von 1,117 Milliarden Euro verzeichnet haben. Die Darlehen der ausländischen Muttergesellschaften an die rumänischen Tochtergesellschaften oder Zweigstellen beliefen sich Ende Mai auf netto minus 592 Millionen Euro. Die Kapitalbeteiligungen (einschließlich geschätzter reinvestierter Nettogewinne) kamen auf 1,709 Milliarden Euro.

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