Dehio-Preis: Geschichten von Deutschen in Osteuropa

Freitag, 25. Mai 2018

Mit dem Georg-Dehio-Buchpreis werden in diesem Jahr der kroatisch schreibende Erzähler Miljenko Jergovic und der litauische Schriftsteller Alvydas Šlepikas sowie die jeweiligen Übersetzer geehrt. Der Preis wird Autoren und Autorinnen verliehen, die sich in ihren Werken fundiert und differenziert mit den Traditionen und Wechselbeziehungen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinandersetzen.

Die siebenköpfige Jury unter Vorsitz von Dr. Beate Störtkuhl sprach den Hauptpreis Miljenko Jergovic für sein episches Gesamtwerk zu, das „ein differenziertes Bild der kulturellen Vielschichtigkeit Südosteuropas, namentlich in den Regionen des ehemaligen Jugoslawien“ vermittle. Der Autor wurde 1966 in Sarajewo geboren, wo er sich bereits in den 1980er Jahren als Journalist und Dichter einen Namen machte. Seit 1993 lebt er in Zagreb. Auch Brigitte Döbert, die seine Werke ins Deutsche übersetzt, wird im Rahmen der Buchpreisverleihung ausgezeichnet.
Der Förderpreis für eine herausragende Publikation geht 2018 an Alvydas Šlepikas für seinen Roman „Mein Name ist Maryte“. Die Geschichte über die sogenannten Wolfskinder aus Ostpreußen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs bei litauischen Bauern um Essen und eine Unterkunft bettelten, löste in Litauen eine Diskussion über das wenig bekannte Thema aus. Šlepikas ist Schauspieler und Bühnenregisseur und arbeitet als Literaturredakteur in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Der Übersetzer des Romans, Markus Roduner, erhält ebenfalls eine Auszeichnung für seine Leistung.

Die Feierlichkeiten zur Verleihung der Preise finden am 10. Oktober 2018 in Berlin statt. Das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam verleiht den von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, dotierten Georg Dehio-Buchpreis in diesem Herbst zum achten Mal.

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