Der dienende König

Sonntag, 25. November 2018

Am Eingang des Hafens von Rio de Janeiro steigt aus dem Meer fast senkrecht ein Berg bis zur Höhe von 720 Metern empor: der Corcovado. Er steht wie eine riesige Säule und überschaut weithin Land und Meer. Auf diesem Berg wurde im Jahr 1931 die größte Christus-Statue der Welt errichtet. Das Gewicht der Statue beträgt 1200 Tonnen. Christus hält die Arme weit ausgebreitet, als wolle er alle an sein Herz ziehen. Auf dem Sockel prangt die Inschrift: „Christus siegt, Christus herrscht, Christus befiehlt, Christus segnet sein Land Brasilien!“

Eigentlich müsste jedes Christenherz ein kleiner Berg Corcovado sein, das den König Christus trägt. Kann ein anderer Sterblicher diesen Platz im Christenherzen einnehmen? Es hat schon viele Mächtige auf Erden gegeben, die sich für etwas Außergewöhnliches hielten. Die römischen Kaiser glaubten, ihre Macht dadurch befestigen zu können, dass sie sich zu Göttern erklären ließen, denen Weihrauchopfer dargebracht werden mussten. Alle sind sie verschwunden, ihre Namen sind nur noch in Geschichtsbüchern zu finden. Kaiser Karl V. (1500 – 1558) konnte sich rühmen, dass in seinem Reich, das die Alte und Neue Welt umspannte, die Sonne niemals unterging. Aber nach 40 Jahren der Herrschaft legte er, des Regierens müde, freiwillig die Krone nieder, zog sich in die Stille von Yuste in Spanien zurück, um über die Vergänglichkeit aller irdischen Herrschaft nachzudenken und zu erkennen, dass Seelenheil wichtiger sei als das Tragen einer Kaiserkrone. Diese Erkenntnis wünschen wir allen Machtausübern.

Napoleon war aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Er hatte fast ganz Europa unter seine Herrschaft gebracht, wurde ein unduldsamer Despot und konnte nur mit großer militärischer Allianz entthront werden. Erst als Verbannter auf der einsamen Insel Sankt Helena kam ihm zum Bewusstsein, welch ein gewaltiger Unterschied zwischen einem irdischen Machthaber und dem König Jesus Christus besteht. Er durchblätterte auf Sankt Helena den „Amtlichen Kaiserlichen Almanach“ seiner vergangenen Kaiserzeit. Er rief aus: „Welch herrliches Reich habe ich doch besessen! Über 83 Millionen Menschen habe ich geherrscht! Ich habe viele Tausende entflammt, die für mich starben. Aber es bedurfte meiner Gegenwart, meines Blickes, meiner Stimme. Ein Wort von mir, und ich riss alles mit fort. Doch jetzt, wo ich auf Sankt Helena bin, festgebannt an einen Felsen, wer kämpft jetzt für mich, wer erobert mir jetzt Reiche? Welch eine Kluft zwischen meinem Elend und der Herrschaft Christi, der auf der ganzen Welt gepredigt, geliebt und angebetet wird und immer lebt!“

Die Antwort hätte er sich selbst geben können. Christus, der von sich sagte, ihm sei alle Gewalt gegeben, im Himmel und auf Erden, hat nie auf Erden Macht ausgeübt. Er hat nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Kreuz sein Reich geschaffen. Irdische Herrscher opfern das Blut ihrer Untertanen, um ihre Herrschaft zu festigen und zu vermehren. Christus ging auf Erden den entgegengesetzten Weg. Er opferte am Kreuz sein Blut und sein Leben für uns. Deshalb bleibt er für uns der König, dessen Reich nicht untergeht.

In unserer heutigen Welt gibt es so viele schwer lösbare Probleme. Dennoch könnten sie alle gelöst werden, wenn wir Christus, unserem König, nachfolgen würden. Er, von dem verkündet wurde, dass „sein Reich kein Ende haben wird“, kam auf unsere Erde, nicht um zu herrschen, sondern um zu dienen. Er erklärte: „Ich bin wie einer, der dient!“ Würden wir alle, sowohl die Machtbesitzenden, als auch die Machtuntergebenen, das Gleiche tun wie Christus, nämlich einander lieber dienen als beherrschen wollen, würden wir die sozialen, politischen und militärischen Probleme lösen können. Nicht mit Herrschen, nur mit Dienen gibt es dauerhafte Lösungen. Unser König Christus diente auf Erden bis zum letzten Atemzug und Blutstropfen. Nur wenn wir seinem Beispiel folgen und einander dienen, kann eine bessere Welt entstehen. Es lebe Christus, der dienende König!

 

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