Der ewige Märchenwald

Eine Wanderausstellung des Goethe Instituts zum Grimm Gedenkjahr

Donnerstag, 14. November 2013

Eine Führung durch den modernen Märchenwald mit Erläuterungen zu der Bedeutung der Märchengestalten folgte sofort auf die Eröffnung der Ausstellung.

Der Umgang mit Audio- und Videotechnik war kein Problem für die kleinen Besucher der Ausstellung, die sofort herausfanden, welche Knöpfe wofür sind.

Roxana Florescu, Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Kronstadt und Prof. Andrei Bodiu, Leiter des Multikulturellen Zentrums der Transilvania Universität, bei der Eröffnung der Ausstellung.
Fotos: Hans Butmaloiu

Alle haben wir sie kennengelernt, einige von uns lieben sie auch heute noch: Die Märchen und die Märchengestalten, die guten und tapferen Prinzen, die schönen Prinzessinnen oder die hilfreichen Zwerge oder Feen. 1812 erschien der Märchenband der seit damals in fast alle Sprachen der Welt übersetzt wurde und – nach der Luther Bibel – das meist-gedruckte deutschsprachige Buch ist. Dem 200-jährigen Jubiläum widmete das Goethe Institut eine besondere Ausstellung, welche nun auch in Kronstadt, in den Räumen des Multikulturellen Zentrums der Transilvania Universität (Rektorat-Gebäude/Rudolfs-Ring) bis zum 27.November besichtigt werden kann.

Und da viele der Märchen, welche die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm Grimm gesammelt haben, den Wald als Handlungskulisse haben, finden wir ihn auch in der Ausstellung, symbolisch durch Tannenstrukturen dargestellt. In diese eingebaut oder als Textfenster eingesetzt sind die Erklärungen zu und über die Hauptpersonen der Märchenwelt, in welcher immer das Gute über das Böse siegreich ist. Die Ausstellung bringt aber auch eine zusätzliche Idee mit, denn die Märchenpersonen lebten auch vor den Brüdern Grimm, in anderen Sagen oder Mythen und wir finden sie auch heute, in modernen Märchen wieder: Supermann, Luke Skywalker oder Prinzessin Leia sind nur einige der heutigen Helden. Sie verkörpern die Tugenden und treten gegen Bösewichte an, überwinden Heimtücke, Verrat, böse Zauberer oder die finsteren Kräfte des Universums.

Ebenso wichtig in der Märchenwelt ist der Zauber und die Magie, sowohl im Dienste des Guten als auch des Bösen, Magie, welche bei den Brüdern Grimm noch bei Vollmond im Kessel brodelte und heute auf der Kinoleinwand durch Harry Potter vertreten wird. Und mit Zauber verbunden ist auch ein anderer menschlicher Wunsch, wohl so alt wie die Menschheit selbst: Der nach ewiger Jugend. In der Märchen der Brüder Grimm wurde er noch durch einen Zaubertrank erfüllt, aber in unserer Zeit wird sein Fortbestehen durch eine eigens eingerichtete Ecke im Märchenwald illustriert: Ein Stand mit all den „Zaubermitteln“ der Kosmetik, welche die ewige Jugend versprechen.

Angeführt haben wir hier nur einige der sieben Stationen der Ausstellung, welche den Besucher durch die Geschichte der Märchen bis in die Gegenwart führt, und zwar nicht auf irgendeine Weise sondern interaktiv. Man ist nämlich aufgefordert, selber mitzumachen und – stellenweise – auch seine Eindrücke –, bzw. Vorstellungen einzubringen. Ob auf Papier, in Fragebögen, oder mündlich wie es bei der Eröffnung der Ausstellung von mehreren Kindergruppen versucht wurde. Unter Aufsicht oder selbständig fanden die jüngsten Besucher sehr schnell heraus, wie die Exponate zu handhaben sind und wie man durch die interaktiven Programme an die gewünschten Auszüge der Märchen per Audiodatei und Kopfhörer kommt.
Auf diesen besonderen Teil der Ausstellung, nämlich die technischen Möglichkeiten, durch welche die kleinen Besucher an die Märchenpersonen herangeführt werden, wies auch Roxana Florescu, Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Kronstadt, in ihrer Eröffnungsansprache hin: „Kinder sind immer von Helden fasziniert, sie finden sie hier, in der Ausstellung als zeitübergreifende Märchenpersonen und können sie per Knopfdruck abrufen.“

Auch Universitätsprofessor Andrei Bodiu, Leiter des Multikulturellen Zentrums der Transilvania Universität, hob seinerseits das Heranführen von Kindern an die Märchenwelt mittels moderner Mittel hervor, betonte aber auch die gute Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturzentrum welche in dieser neuen Ausstellung Form angenommen hat.

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