Der „Fakultätensammler“ in der Psychiatrie

Montag, 07. Dezember 2015

Reschitza – Alexa Ilici, der mit den der Schmiergeldnahme angeklagten vier Hochschullehrern der Reschitzaer Universität „Eftimie Murgu“ (UEM) beschuldigte „Student“, fehlte an den beiden letzten Verhandlungstagen vor dem für Anfang Januar 2016 angekündigten Urteilsspruch des Gerichts. Der Grund: er ging zur Behandlung in die Psychiatrieanstalt Gataja im Verwaltungskreis Temesch. Dadurch, und wenn er von dort nicht beizeiten entlassen wird (wovon man ausgeht), muss sein Fall von dem der vier Hochschullehrer juristisch getrennt werden, weil ursprünglich, nach dem Willen der Staatsanwälte, das Urteil im Falle der ersten fünf Angeklagten des UEM-Schmiergeldskandals gefällt werden sollte. Alexa Ilici ist in den Augen der Staatsanwälte, die die Untersuchungen leiteten, ein typischer Fall eines Studenten der UEM, der seine Diplomsammlung mittels Schmiergeld angelegt hat. Der aus der Schmugglerhochburg Coronini (früher – Pescari, eine durch Schmuggel mit Serbien reich gewordene Ortschaft) an der Donau stammende Ilici besitzt Abschlussdiplome zweier Fakultäten und zwei Masterabschlüsse, die er sich sämtlich per Schmiergeldgabe erkauft hat. „Als Masterand im II. Jahrgang an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften, Profil Management Öffentlicher Institutionen, Fachbereich Verwaltungswissenschaften, hat Alexa Ilici im Laufe des März 2015 einer Lehrkraft 300 Euro geboten, die diese Lehrkraft von ihm am 6. Januar 2015 gefordert hatte, um ihm eine Masterarbeit in digitalem Format zu beschaffen, wobei die Lehrkraft ihm versichert hat, als Evaluator Einfluss auszuüben auch auf die anderen evaluierenden Lehrkräfte“, schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift.

„Außerdem versprach die Lehrkraft, ihm behilflich sein zu wollen beim Bestehen der Jahrgangsprüfungen, indem sie ihm im Vorhinein die Prüfungsthemen im Lehrfach Soziologie der Führung beschafft, die am 8. Januar 2015 anberaumt war. Das geschah auch. Der Prüfling hat alle Prüfungen bestanden, wo der Bewerter eingesetzt wurde, auch die Masterprüfung.“ Nun muss sich Alexa Ilici vor Gericht verantworten für Schmiergeldgabe und Einflusskauf. Nur kann niemand sagen, wann er sich dem Gericht zur Anhörung stellen wird. Beim jüngsten Gerichtstermin, bei dem die vier Schmiergeldlehrer ihre Schuld gestanden haben (ADZ berichtete), fehlte Ilici und ließ durch seinen Verteidiger eine Bestätigung seitens der Psychiatrie Gataja dem Gericht vorlegen, aus der bloß hervorgeht, dass er sich dort in Behandlung befindet. Die Diagnose lautet: Verhaltensstörungen – was an sich gar nicht wenig glaubhaft ist. Auf die schriftliche Anfrage des Gerichts, ob der Patient sich Anfang Januar der Instanz wird stellen können, gibt es vorläufig noch keine Antwort seitens der Psychiatrie. Auf die Frage des den Vorsitz führenden Richters, ob Alexa Ilici seine Verhaltensstörungen gerade wegen der Gerichtsverhandlung jetzt erst behandeln lässt, winkte sein Anwalt ab.

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