Der Gärtner meint

Exotische Pflanzen für Garten oder Zimmer

Samstag, 13. August 2016

Mit dem Attribut „exotisch” bezeichnen wir etwas, was als fremdartig oder außergewöhnlich wahrgenommen wird. Das können Gegenstände, Lebewesen, Orte oder Menschen sein. Heute und hier sind es eben Pflanzen, die nicht natürlich in unseren Breiten wachsen und importiert werden oder akklimatisiert wurden.

Wegen ihrer Artenvielfalt werden allgemein als exotische Pflanzen diejenigen, welche aus den tropischen Regionen stammen, bezeichnet. Dies ist nicht ganz richtig, denn exotische Pflanzen können auch aus ganz anderen Regionen der Erde stammen, z.B. dem Mittelmeerraum: Italien und Spanien sind naheliegende Beispiele. Auch die unendliche Artenvielfalt der Kakteen gehört dazu und diese wachsen sowohl in Wüsten- als auch in Feuchtregionen. Viele wurden durch Züchtung angepasst um auch im Freien zu überwintern, die Magnolie z.B., während andere nur im Gewächshaus gezogen werden können.
Welches auch immer die Ursprungsregion der ausgewählten Pflanze ist, muss gewarnt werden, dass Haltung und Pflege exotischer Pflanzen mit bedeutend mehr Mühe verbunden ist als für herkömmliche Pflanzen. Für viele Pflanzenliebhaber ist diese Mühe jedoch wert, denkt man nur an die zahllosen Orchideenarten, die nur durch geduldige Pflege in unsere Breitengrade übersiedelt werden konnten und deren Züchtung zu einem verbreiteten Hobby wurde.

Um einen Einstieg für Anfänger zu erleichtern, zählen wir im Folgenden einige der bekanntesten exotischen Pflanzenarten auf, mit der Betonung, dass für die Anschaffung und Pflege zusätzlich genaue Anweisungen eingeholt werden müssen. Die Gespensterpflanze kommt aus Mittel- und Südamerika und wächst in Brasilien und Mexiko im Freien. In der Blütezeit (Juli bis September) trägt sie herzförmige Blätter und ungewöhnlich geformte Blüten von besonderen Farben. Sie kann bei uns, an günstigen Stellen den ganzen Sommer über draußen stehen und zum Überwintern an einem hellen Platz im Zimmer weiter Freude bringen.

Wer sowieso Orchideen mag, der kann von den heute über 20.000 Arten sicher einige finden, die seinen Bedingungen entspricht. Die Affengesicht-Orchidee (Dracula Simia) nehmen wir in die Auflistung wegen ihrer ganz ausgefallenen Blüte, die ihr den Namen gibt. Es ist eine immergrüne Art, die aus den Nebelwäldern Perus und Ecuadors kommt und deren Blüte dem Gesicht eines Pavians ähnelt. Allerdings ist sie an eine Höhe von 1500 bis 2000 Metern gewohnt, wo kühle und feuchte Witterung herrscht. Die Familie umfasst 130 Arten, für deren Haltung besondere Körbchen entwickelt wurden, welche aufgehängt werden müssen. Die Blütenstängel wachsen nämlich meist seitlich und nach unten, angepasst an moosbedeckte Humusschicht in Astgabelungen. Solch eine Substratmischung muss aus Torfmoos und Rinde erst hergestellt werden.

Für den Garten haben wir auch eine Idee und zwar den Seidenbaum (Albizia julibrissin) (auch Schlafbaum, weil er nachts seine Blätter zusammenklappt, als ob er „schläft“). In den gemäßigten Klimazonen ist dieser Baum sehr verbreitet, weil er bis etwa -15 °C gut überwintert und sich in Parkanlagen sehr gut macht. Beheimatet ist diese Art vom Iran bis ins östliche China. In Nordamerika wurde er vor vielen Jahren eingeführt und seit einiger Zeit haben ihn auch Landschaftsgestalter in Europa entdeckt.

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