Der „große Garten“ der Dortmunder

Der Westfalenpark - eine der bedeutendsten innerstädtischen Grünanlagen Europas

Donnerstag, 12. Februar 2015

Das Deutsche Rosarium umfasst über 3000 Rosenarten.

Der Florianturm samt der darauf befindlichen Fernsehantenne ist schwer ganz ins Bild zu bekommen.

Aufführungen auf der Seebühne, vom Boot aus genossen

Aussicht vom Florianturm über den Park und ganz Dortmund: überwältigend.
Fotos: Dieter Drotleff

Die Hälfte der fast 600.000 Einwohner zählenden Stadt Dortmund in Nordrhein-Westfalen besteht aus Parkanlagen, Forst und Gärten und bildet somit eine wichtige grüne Lunge im Ruhrgebiet, früher eines der großen Industriegebiete Deutschlands. Eines der größten Freizeitangebote dieser Stadt, der Westfalenpark, umfasst eine Fläche von 70 Hektar und besteht seit gut über 50 Jahren. Er wird auch als der „große Garten“ der Dortmunder bezeichnet.

Eröffnet wurde dieser 1959, anlässlich der ersten dort organisierten Bundesgartenschau, der zwei weitere 1969 und 1991 folgen sollten. Eingerichtet wurde der Westfalenpark auf dem  Gelände des alten Kaiser-Wilhelm-Hains, des Buschmühlenparks, einer Mülldeponie und ehemaligen Kleingartenanlagen. Heute gehört er zu den größten innerstädtischen Parkanlagen in Europa und ist zu einem der beliebtesten Ausflugs- und Erholungsziele nicht nur der Stadtbewohner geworden. Überall laden Liegewiesen, Bänke, Cafés oder die Tribüne am Buschmühlenteich zum Verweilen und Entspannen ein. Die Alleen mit ihren tausenden Blumensorten und unter Naturschutz stehenden Bäumen und Sträuchern eignen sich zum Wandern und Naturerleben. Die Besucher können an den vielseitigen Kultur- und Freizeitveranstaltungen teilnehmen, eine Fahrt mit der kleinen Schmalspurbahn unternehmen oder den Florianturm besteigen, von wo aus man eine wunderbare Aussicht auf Grünanlage und Stadt genießen kann.

Der Westfalenpark ist übrigens an jedem Tag des Jahres geöffnet, sodass es sich lohnt, Jahreskarten zu besorgen, die auch ein Paket für sämtliche Veranstaltungen, Informationen und das Turmpanorama umfassen. Eine Jahreskarte beträgt 32 Euro für Erwachsene, 16 Euro eine Juniorkarte. Beide können noch bis zum 28. Februar 2015 erstanden werden.

Blick aus der Vogelperspektive

Unser erstes  Ziel gilt dem Florianturm mit seinem Drehrestaurant, das sich auf 137,46 Metern Höhe befindet, und der darüber befindlichen Aussichtsplattform auf 141,88 Metern. Innerhalb einer Stunde erlebt man zwei Umdrehungen des rotierenden Restaurants, in der man das Panorama des weit reichenden Parks und den Blick auf Dortmund ausgiebig genießen kann. Immerhin ist Dortmund die achtgrößte Stadt der Bundesrepublik Deutschland und war 2010 Kulturhauptstadt Europas. Eröffnet wurde der Florianturm am 30. April 1959. Er war damals samt Fernsehantenne mit einer Höhe von 219,60 Metern der höchste Bau der Bundesrepublik Deutschland.
Nach dem Abstieg kann man sich am Fuß des Turms bei einem kühlen Bier im Biergarten erfrischen.

Rosen als festlicher Rahmen

Ein weiterer Anziehungspunkt ist ohne Zweifel das Deutsche Rosarium, das mehr als 3000 Rosenarten umfasst. Seine Blütenpracht entfaltet es zwischen Mai und Oktober - und sie überschreitet an Farbe und Duft alles, was man sich diesbezüglich nur erdenken kann! Eine Wanderung auf den Alleen, die von Rosen nicht nur seitlich sondern auch oberhalb durch Rosenbogen umsäumt werden, bildet eine schöne Kulisse für Fotos. Daher ist es nicht verwunderlich, dass man oft Brautpaaren begegnet, oder anderen, die den Ort im Rahmen eines zu feiernden Ereignisses aufsuchen. Das Rosarium ist auch Schauplatz vieler Konzerte und Veranstaltungen, wie das Festival Juicy Beats, das Lichterfest oder die Abschlusskundgebung der 1. Mai Demonstration, organisiert vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Das Juicy Beats Fest findet heuer zum ersten Mal an zwei Julitagen – dem 24. und 25. - statt. Geboten wird ein abwechslungsreiches internationales Programm aus Pop-, Rap-, Electro-, Indie-, Alternative-, Reggae- und Urban-Musik. Besonderen Anklang finden die Konzerte auf der Seebühne, wobei man diese auch von Booten aus verfolgen kann.

Erlebnisparadies für Kinder

Bei der Bundesgartenschau 1969 wurde der Park um zehn Hektar erweitert, sodass seither noch mehr Platz für Veranstaltungen besteht. Viele finden in der Mitte des Parks auf dem Sonnensegel statt. Entworfen wurde dieses 1969 vom Architekten Günter Behnisch - ein Experimentalbau mit einer frei tragenden Dachkonstruktion. Auf diese architektonische Erfahrung hin konnte der Bau des Münchner Olympiastadions erfolgen.

Einen weiteren Anziehungspunkt bildet das Naturschutzhaus. Bei der dritten dort veranstalteten Bundesgartenschau, 1991, wurden 2,5 Prozent der Gesamtfläche des Parks dem Naturschutz gewidmet. Seither kommen Schulklassen und Kindergärten immer wieder, um die Natur besser kennen zu lernen.
Für Kinder sind die Spielplätze ein besonderer Anziehungspunkt: der große Abenteuerspielplatz, die Parkseilbahn, der Sessellift, ein Fußball-Kleinspielfeld, Freiluftschach und andere Einrichtungen stehen zur Verfügung. 2007 wurden weitere Arbeiten zur Um- oder Neugestaltung der Parkflächen eingeleitet, die nun abgeschlossen sind und viel Neues bieten. Im Westfalenpark sind auch das Deutsche Kochbuchmuseum, ein Nostalgie-Puppentheater und das Ballettzentrum Westfalen ansässig. Nicht zu übersehen ist das Regenbogenhaus, ebenfalls  für Kinder. Da kann gespielt, gebastelt, gemalt, geklettert, gebacken und natürlich getobt werden. Diese Einrichtung der kulturellen Kinder- und Jugendförderung des Jugendamtes in Westfalen ist eine nützliche und für Entspannung sorgende Institution.

Mindestens einen Tag einplanen

Plant man einen Aufenthalt in Dortmund, sollte für den Westfalenpark mindestens ein Tag reserviert sein - dieses natürlich bei gutem Wetter. Zwar ist der Westfalenpark täglich geöffnet, doch der Florianturm ist montags und dienstags geschlossen. Von Mittwoch bis Samstag kann dieser von 11 bis 22 Uhr besichtigt werden, wobei man abends das Lichtermeer von Dortmund oder die Sterne am Himmel bewundern kann. An Sonn- und Feiertagen ist der Zugang zum Florianturm  zwischen 9 bis 22 Uhr gestattet. Er erfolgt über sechs Eingänge zu unterschiedlichen Öffnungszeiten, doch nur an zwei, Ruhrallee (10 – 18 Uhr) und Florianstraße (9 – 23  Uhr) können auch Eintrittskarten gelöst werden. Die anderen Eingangsstellen sind: Blütengärten (9 - 21 Uhr), Buschmühle (9 – 21  Uhr), Baurat-Marx-Allee (9 – 21 Uhr), Hörde (9 – 20 Uhr).

Zu den Aushängeschildern von Dortmund gehören ansonsten natürlich der Fußballverein Borussia Dortmund mit dem Stadion Signal Iduna Park, der Westenhellweg als meist frequentierte Einkaufsstraße Deutschlands, die Reinoldikirche und die Westfalenhalle.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*