Der Johannis-Effekt

Freitag, 21. November 2014

Klaus Werner Johannis wurde im Jahr 2004 in Hermannstadt als Bürgermeister wiedergewählt. Die Rumänen – angeekelt von der Korruption und dem Nepotismus bis zum Jahre 2000 – wollten den aufrichtigen, arbeitsamen und intelligenten Deutschen, der nicht nur die Wirtschaft in der Stadt, sondern auch im ganzen Kreis, zusammen mit dem Kreisratspräsidenten Martin Bottesch, vorangetrieben hat. Aber das war nicht das Ende der Geschichte.

Es wurde in der deutschen Sprache ein neuer Ausdruck geprägt: Der Johannis-Effekt. Eine Anspielung auf seine Leidenschaft für die Physik. Der Enthusiasmus der Rumänen begann, sich auch in anderen Ortschaften zu verbreiten: Deutsche wurden in Mediasch, Freck und Heltau als Bürgermeister gewählt, da die Nachbarstädte sich wünschten, dass auch ihre Stadt eine solche Wende zum Besseren erlebt. Einen Deutschen braucht die Stadt, damit ihre Bürger wieder Vertrauen in ihre gewählten Behörden gewinnen. Mitglieder des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien wurden auch auf Gemeindeebene, bis weit in die Maramureş, im Norden des Landes, gewählt! Der Johannis-Effekt hat einen Teil des Landes ergriffen.
Es kamen ausländische Investoren, wurden von dieser Wende angezogen. Der Andrang war so groß, dass die Arbeitskräfte von 30 oder 40 Kilometer Entfernung gebracht werden mussten. Die Stadt, deren historische Ziegelwände und Fassaden im Zentrum bröckelten, ist jetzt in großen Teilen renoviert. Die wunderbaren Tore der Häuser, die alten Fenster wurden renoviert. Hermannstadt wurde im Jahre 2007 Europäische Kulturstadt und ist bis heute ein Kulturzentrum geblieben. Hermannstadt bekam als einzige Stadt in Rumänien drei Michelin-Sterne.

Der Johannis-Effekt bedeutete, dass die Deutschen nicht nur auf verwaltungs-, sondern auch auf politischer Ebene eine Hoffnung für Rumänien sind. Andrei Oişteanu hat vor Kurzem auf die im rumänischen kollektiven Bewusstsein existierenden positiven Charakteristika der Deutschen hingewiesen. Johannis hat sie aber in der ganzen Präsidentschaftskampagne auf eine andere Ebene gehoben. Johannis wurde für viele der rumänischen Wähler zur Hoffnung, die sie in 25 Jahren verloren hatten: Dass in diesem Land wieder Aufrichtigkeit und Korrektheit herrschen werden und dass es Wahrheit nicht nur in den Bibelgeschichten der Sonntagspredigten gibt. Mit der Wahl von Johannis zum Präsidenten Rumäniens erreichte der Johannis-Effekt eine andere Ebene, und zwar das höchste Niveau der Politik. Ehrliche Menschen aus allen Parteien im Parlament haben ihre Stimme gegen die Korruption und die Vetternwirtschaft der skrupellosen  Parteimachthaber erhoben; bis zur Wahl von Johannis und der vernichtenden Niederlage des Ministerpräsidenten Victor Ponta konnten sie nicht mitreden in der Partei. Der Johannis-Effekt hat das Gewissen vieler befreit. Sie wollen nicht mehr Lüge, Nepotismus, Korruption. Es ist nicht mehr ein Phänomen auf Gemeindeebene, sondern es breitet sich im ganzen Land auf allen Gebieten aus. Es wird eins mit den Menschen. Die Büchse der Pandora hält die Hoffnung nicht gefangen. Und das ist nur der Anfang.

Kommentare zu diesem Artikel

norbert, 23.11 2014, 13:45
Herr sragher. .das was sie da schreiben . da kann man nichts einwenden. Es ist in sich logisch. Und irgend wann wird auch mal der Mars bevölkert. Sie sind lediglich optimistischer dies bezüglich. .wie hoch schätzen sie in Rumänien in der Bevölkerung die Zahl der Menschen ein. die So weit Denken. Ich schätze sie sehr gering ein. .die Begründung dafür liegt in einer nichtbewusten Herangehensweise. Der Rumänen an ein Problem oder an eine geschäftliche Zusammenarbeit mit Partnern Verwaltungen und so weiter. Die Rumänen gehen überwiegend mit der stategie heran. .was kriege ich. .während die andere Seite davon ausgeht. .was tue ich. Und deswegen bin ich da viel realistischer. .Nicht zu verwechseln mit pessimistisch. Aber gut sie sind da optimistisch er. Schau mer mal
Peter Sragher, 23.11 2014, 07:11
Norbert, ich muss ihnen sagen, dass der Präsident in Rumänien nicht wie in Deutschland oder Österreich eher eine unwichtige, dekorative Rolle in der Politik spielt. Es ist, wie die politischen Experten der Meinung sind, ein politisches System, wo der Präsident eine ziemlich wichtige Rolle spielt: er ernennt den Ministerpräsident, hat Vertreter im öffentlichen Rundfunk und Fernsehen, präsidiert die Sitzungen im Parlament oder in der Regierung, wenn er teilnimmt, ist der Präsident des Höchsten Rats für die Verteidigung des Landes - wo alle Chefs der Geheimdienste und die wichtigsten Minister der Regierung teilnehmen, usw. Also, er hat ein sagen. Eine Generation ist schon vorbei, die 25 Jahren seit der Revolution. Dies ist die zweite. Wir sind daran, Norbert. Und, wo sie sicherlich Recht haben: die Veränderung kommt nicht nur von oben nach unten, sondern sie muss in allen stattfinden, sondern funktioniert es nicht. Ein wichtiger Staatsmann, wie Johannis, kann aber Vertrauen den Menschen schenken. Und alles ist auf Vertrauen gebaut.
norbert, 22.11 2014, 23:34
Herr stragher. Sie beschreiben da für mich etwas richtiges. .das war Auf lokaler Ebene. .da wurde die rumänische Politik ausgeschaltet. .wie durch erste Kontakte nach Bayern. .durch Geld und vieler anderer Unterstützung. Da hatte rumänische Politik kaum Chance dazwischen zugucken. Jetzt weis ich als Westdeutscher nicht genau wie der machteinfluss eines Präsidenten in Rumänien ist. .weil bei uns der Herr Gauk eine repräsentierender Präsident ist. Wenn er die Machtfülle hat wie der Präsident Hollande in Frankreich. Dann hätte er theoretisch in bestimmten Bereichen alleinige Entscheidung Gewalt. .aber niemals die Wirtschaft zu beeinflussen. Alle diese Präsidenten von Nationalstaaten..haben im Vorfeld viel Vorschusslorbeeren. Sarkozy Hollande die aus Italien aus Spanien. Nach kürzester Zeit fallen sie so weit bei der Bevölkerung in der Zustimmung ab. Wieso ist das so. .wirtschaftsentwicklungen sind Prozesse die lange dauern wenn man in eine andere Richtung will. .da wird es in Rumänien keine Ausnahme geben. Der Johannis kann nur einen kleinen Anstoß liefern. .die Parteien sind von Bürgern des Landes besetzt. .und jeder dieser Bürger unterliegt der gleichen Gesetzmäßigkeit aller Menschen. Jeder Mensch ist das Produkt seiner Vergangenheit. Und da liegt der Hund begraben für Rumänien. .da sind nicht einfach nur kriminelle unterwegs. Sondern diese alltagskoruption die in Verwaltung und Politik nur noch gebündelter ist. Hat seine Ursprünge viele Jahrhunderte zurück. .sie ist zum Bestandteil der rumänischen Kultur geworden. Und hat und hatte den Zweck zur Problemlösung. Heute übernimmt dies der Staat und seine Verwaltung. .da brauchen sie Jahrzehnte um dies um zusteuern. Wenn aber jemand glaubt das rumänien viel intelligenter ist wie die Italiener .dann beraten Sie doch mal die Italiener in der Bekämpfung der Mafia. .der Johannis wieder nach meiner im Ausland geschätzt und Rumänen werden es nicht schaffen. .es muß erst zwei bis drei Generationen noch aussterben und eine neue europäisch ausgerichtete nicht von der orthodoxen Kirche beeinflusste junge Bewegung heranwachsen. Von denen viele viele Jahre im Ausland ihre Erfahrung gemacht haben. Dieser Horizont haben in Rumänien nur eine Handvoll Menschen. .der Johannis wird später mal zitiert als der erste glaubwürdige der dieses Projekt in Rumänien angegangen ist.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*