Der Kaffee ist fertig!

Café Mokum – ein Vorreiter der Kaffeekultur in Temeswar

Donnerstag, 24. Mai 2012

Das Café Mokum in unmittelbarer Nähe des Domplatzes Foto: Vasilica Bob

Übersehen kann man es leicht. Es liegt ein bisschen versteckt, auf einer Gasse, in unmittelbarer Nähe des Domplatzes. Kein großes Schild weist darauf hin. Mit Absicht. Es soll eine kleine Entdeckungsreise sein, wenn man das Café „Mokum“ in Temeswar/Timişoara sucht. „Die Freude der Kunden, die zum ersten Mal das Café betreten, ist wirklich einzigartig“, sagt die Besitzerin Oana Strumberger. Dadurch stellt sie sich jeden Tag derselben Herausforderung: Das kleine Stück Geheimnis aufrecht zu erhalten, das das Lokal schon seit der Eröffnung 2010 umhüllt. Es ist vor allem dieses gemütliche Geheimnis, das man lächelnd und diskret ausspricht, das man genießt und mit Freunden teilt. Und eben das verleiht Charme und Originalität.

Klein, aber vorteilhaft

Drei Pappbecher im Schaufenster weisen auf das Café hin. Der Name hat mehrere Bedeutungen. Im Hebräischen versteht man darunter „einen sicheren Platz“.  In der Niederlande ist mit „Mokum“ auch die Innenstadt in Amsterdam gemeint. Dass es nun auch ein Café bezeichnet, das war eher Schicksal: „Ich habe den Namen zufällig in einer Zeitschrift gelesen und habe ihn mir gemerkt. Ich habe ihn ursprünglich patentiert, ohne genau zu wissen, was ich damit machen werde. Erst nachher kam die Idee, ein Café zu eröffnen“, so Thomas Strumberger.

Zusammen mit seiner Frau Oana betreibt er das „wahrscheinlich kleinste Café“ in Temeswar: das Café Mokum. „Insgesamt sind es 16 Quadratmeter, etwa acht Sitzplätze“, sagt er lächelnd. Klein aber vorteilhaft: „So können Menschen leichter ins Gespräch kommen. Das ist auch Sinn der Sache. Positive Energie zu schaffen, positive Energie zu bekommen“, fügt seine Frau hinzu.

Jedes Objekt hat hier seinen eigenen Platz und jeder Platz seine eigene Message. Auf der einen Wand kann man über die Entstehung des Kaffees lesen, auf der anderen entfaltet sich eine Gedankenwelt voller Zitate und Worte - ein „Gedichtsbaum“, wie Oana Strumberger zu sagen pflegt. „So können die Kunden auch etwas lesen, während sie auf ihren Kaffee warten“, erklärt sie. In einer Ecke werden handgemachte Accessoires zum Verkauf angeboten. Auf der Theke stehen ein paar Gläser mit Oanas geheimen Zutaten und Aromen. Hinter dem Pult, eine Expresso-Maschine der Marke „Cimbali“ aus den 80er Jahren. „Kaffee schmeckt damit besser, als bei einer neuen Maschine dieser Marke“, so Thomas Strumberger.

Ein Vorreiter der Kaffeekultur

Tatsächlich ist „Mokum“ viel mehr als nur das kleinste Café in der Stadt. Das Kaffeehaus am Temeswarer Domplatz ist ein Vorreiter der neuen Kaffeekultur und des coffee-to-go-Trends, der vor allem im Westen zum Alltag gehört. „Die Temeswarer wissen, was guter Kaffee bedeutet. Sie haben diese Kaffeekultur. Daher wollten wir ihnen ein spezielles Tagescáfe anbieten“, so Thomas Strumberger. Vor allem morgens docken hier die Kaffeegenießer an. Neue und alte Kunden. „Im ersten Jahr war es ziemlich schwierig, eben, weil wir noch keine Stammkunden hatten. Inzwischen wurde es besser“, so Oana Strumberger.

Doch das Lokal soll viel mehr bedeuten, als nur ein Platz, wo man Kaffee zum Mitnehmen kaufen kann. „Es geht in drei Richtungen: ein Coffeeshop, ein Mikromuseum, wo wir Künstler fördern wollen und ein Lokal, das den ´slow coffee´ fördert“, erklärt Thomas. „Slow coffee“, deutsch: „langsamer Kaffee“, wird mit einem speziellen Apparat gemacht – dessen Vorbereitung kann bis zu 15-20 Minuten dauern, da ist aber der Geschmack umso spezieller.

Hausspezialität: Kaffee Mokum

Das Ehepaar hat einige Jahre in Österreich gelebt. Dort hat Thomas Strumberger, Architekt von Beruf, für ein Architekturbüro gearbeitet. Sie wollten aber schon immer zurück nach Temeswar. Da wollten sie etwas aufbauen, das ihnen Spaß macht. „Wir waren auf der Suche nach unserem Platz. So kam die Idee eines Coffeeshops“, so Oana Strumberger, die bis zu dem Zeitpunkt überhaupt keine Kaffeetrinkerin war. „Wir haben uns aber gründlich vorbereitet, bevor wir dieses Projekt gestartet haben. Viel nachgelesen, viel recherchiert und viele Kaffeesorten ausprobiert“, erinnert sie sich.

Die zwei setzen in ihrem Geschäft auf Qualität und die Nähe zum Kaffeetrinker. Über zehn Kaffeesorten aus allen Ecken der Welt kann man hier verkosten, von Asien bis Südamerika und Afrika. Wer nicht weiß, was er nehmen soll, der wird jeder Zeit von Oana beraten, die gern ein paar Infos zu jedem Kaffee gibt. Die Spezialität des Hauses ist „Kaffee Mokum“, für den das Ehepaar ihr eigenes geheimes Rezept entwickelt hat – ein Mix aus drei unterschiedlichen Kaffeesorten. „Es ist ein ausgeglichener Kaffee und geeignet für alle Feinschmecker. Daher wird er auch am meisten verkauft“, schließt die Besitzerin.

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