Der Klang der Museen

Eine Kulturorganisation in Kronstadt lädt zu einer außergewöhnlichen Aktion ein

Freitag, 24. April 2015

Museumsbesuche machen Spaß. Hier ein Schülerprojekt im Kronstädter Stadtmuseum „Casa Mureşenilor“ Foto: Facebook Casa Muresenilor

Museumsbesuche werden in Rumänien oft als langweilig eingestuft. Das gilt auch für Kronstadt, wo Touristen es oft bevorzugen, sich in der frischen Luft aufzuhalten, als ihre freie Zeit zwischen vier Wänden zu verbringen, wobei die Bewohner der Stadt selten bis gar nicht in Museen gehen.

Laut den Auswertungen des letzten Kultur-Barometers – einer landesweiten Umfrage, die im März dieses Jahres vorgestellt wurde – gehen 57 Prozent der Rumänen nie in ein Museum.

Verschiedene Kulturorganisationen versuchen seit einigen Jahren auch in Kronstadt, diese negative Einstellung der Bevölkerung zu ändern. Projekte wie „Die lange Nacht der Museen“ oder „Tag der offenen Türen“ wollen zeigen, dass Museen interessante Orte sind.

Auch der internationale Museumstag, der seit 1978 weltweit am dritten Sonntag im Mai stattfindet, wird seit einigen Jahren auch in Kronstadt gefeiert. Dabei wird auf die Vielfalt und Bedeutung der Museen aufmerksam gemacht. An diesem Tag präsentieren sich Museen mit besonderen Aktionen wie Sonderführungen, Tag der Offenen Türen oder Workshops. Für den diesjährigen Museumstag hat der Kronstädter Kulturverein „GIL Corona“ ein interessantes Projekt vorgeschlagen, bei dem die Bewohner der Stadt eingeladen sind mitzumachen.
Zurzeit wird das Projekt nur auf Facebook beworben, die Organisatoren haben aber vor, es auch in Schulen und Universitäten bekannt zu machen. „Wir haben uns von einer Initiative der deutschen Webseite www.museumstag.de inspirieren lassen und hoffen, dass die Idee auch in Rumänien auf Interessenten trifft“, meint Angela Dobrescu, Projektmanagerin bei GIL Corona.

Stimmen, Schritte und Geräusche aufnehmen

Wer am Projekt mitmachen will, sollte über ein Handy mit Aufnahme-Funktion verfügen und natürlich ein Museum besuchen. Was kann man in einem Museum hören? Welche Geräusche machen die Exponate? Was haben Museumsbesucher und Kuratoren zu sagen? Die Ergebnisse können vielfältig sein und zu originellen und manchmal unerwarteten Resultaten führen. Die Teilnehmer sind eingeladen, die Klänge und Töne aus Museen aufzunehmen – ob Geräusche, Stimmen oder Musik. Es können Interviews mit Museumskuratoren, Aufnahmen von einer Führung, Gedanken zu einigen Objekten sein. Man kann auch selbst ein Lied über sein Lieblingsmuseum komponieren oder einen Mix aus den Schritten der Besucher auf dem Parkett und einem erfundenen Dialog mit einem Porträt in einer Galerie erstellen. Der Fantasie werden keine Grenzen gesetzt. Die Tonbeiträge sollen anschließend auf Facebook unter #MuseumSound oder #MuseumSoundRO mit einer kurzen Zusammenfassung veröffentlicht werden. Audiodateien können mit Sound Cloud, einer Plattform zum Teilen und Austauschen von Musik- und Tondateien, aufgenommen und hochgeladen werden.

GIL Corona setzt sich aktiv für Museumsbesuche ein. „Wir wollen den Leuten einen Vorwand bieten, entweder ein bekanntes Museum erneut zu besuchen oder zum ersten Mal in ein Museum zu gehen. So können wir zusammen eine internationale Initiative unterstützen. Mit unserer Hilfe können Museen aus Rumänien viel sichtbarer sein, auch im Ausland“, meint Dobrescu. Wer die Aktion interessant findet, kann sie auf Facebook unter „Muzeul Sonor“ („Das klangvolle Museum“) finden und mit einem „Like“ belohnen. An der Aktion können auch die Museen selbst teilnehmen. „Hauptsächlich wenden wir uns aber an diejenigen, die normalerweise nie in ein Museum gehen. Wir wünschen uns ein Multimedia-Projekt mit hoher Interaktivität“.

Preise für die besten Beiträge

Die Aktion der Kronstädter geht ein wenig weiter als die originelle deutsche Initiative zum Museumstag, wo alle Beiträge online bleiben. Die rumänischen Tondateien werden in einer zweiten Phase des Projekts in Bibliotheken, Buchläden, Schulen und Museen „ausgestellt“. „Dadurch können wir Werbung machen für manche Museen oder Galerien, die dem Publikum bisher nicht bekannt waren“, sagt die Kulturmanagerin. Es gibt auch eine andere Neuigkeit, und zwar werden die besten Beiträge prämiert. Die Teilnehmer sollten beachten, dass die Dauer einer Aufnahme nicht mehr als 5 Minuten betragen kann.

Zusammen mit dem Beitrag sollte man auf Facebook auch einen kurzen Text verfassen, der eine Beschreibung des Museums, den Tag des Besuchs und eine Zusammenfassung des Beitrags enthält. Man sollte auch nicht vergessen, vor den Text die Hashtags „#MuseumSound” oder “#MuseumSoundRO” zu stellen. Verwendet man einen Hashtag (Kombination zwischen dem Doppelkreuz und einem Wort) in einem Post auf Facebook, so wird dieser Beitrag für die Schlüsselwortsuche verfügbar gemacht und ist entsprechend zu finden, wenn nach dem Begriff gesucht wird. Einsendeschluss der Beiträge ist der 15. Mai 2015. Mehr Infos gibt es auf Facebook unter „GIL Corona“ oder „Muzeul Sonor“.

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