Der „Kommissar“ soll Stadtmarke werden

Arader Ehrenbürgertitel für Sergiu Nicolaescu

Samstag, 12. Januar 2013

Arad - Der kürzlich verstorbene Filmregisseur und Senator Sergiu Nicolaescu soll nun post mortem auch in der Stadt an der Marosch zu hohen Stadtehren kommen: Auf Vorschlag von Ionel Ciupe, Mitglied der Nationalliberalen Fraktion im Stadtrat, soll dieses höchste städtische Gremium dem geschätzten Filmemacher den Ehrenbürgertitel von Arad gewähren. Desgleichen soll zu seinen Ehren in einer Sondersitzung des Stadtrats das bedeutendste Stadtkino „Dacia“ seinen Namen erhalten sowie die Errichtung einer Statue vor dem genannten Lichtspielhaus beschlossen werden.  

Laut Stadtrat Ciupe hätte der Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und langjährige Politiker nach der Wende einige Jahre lang auch das politische Geschehen in der Maroschstadt mitbestimmt. In seiner Eigenschaft als Senator des Kreises Arad vertrat Nicolaescu in der Zeit 2000-2004 diesen Kreis im rumänischen Senat. Außerdem hat der Filmmacher mit dem Spielfilm „15“ über die Ereignisse während der Dezemberrevolution 1989 im Banat dieser Region auch ein bleibendes künstlerisches Denkmal gesetzt.

Der 2005 entstandene Spielfilm „15“, einer unter 60 rumänischen Spielfilmen des Regisseurs – eigentlich bilden die Ereignisse um die Temeswarer Volkserhebung im Dezember 1989 die Filmkulisse – wurde damals von Nicolaescu (Regisseur und Drehbuchautor gemeinsam mit D.R.Popescu) als „eine Liebesgeschichte während der Revolution im Banat“ bezeichnet. Die Hauptrollen waren mit Ioana Moldovan, Daniela Nane, Mihaela Rădulescu und Şerban Ionescu besetzt. Für die Musik zeichnete der Komponist Petru Mărgineanu.

Der Vorschlag wurde von der Arader Stadtverwaltung registriert und soll in einer künftigen Sitzung des Stadtrats zur Debatte kommen. Die Leiter der Arader Kreisorganisationen von PNL und PSD haben ebenfalls bekannt gegeben, dass sie diese Initiative unterstützen werden. Laut Gheorghe Seculici, dem Vorsitzenden von PDL Arad, werden die Stadträte der Liberaldemokraten baldigst einen Entschluss über diese Stadtangelegenheit fassen.

Bekanntlich hat auch der Stadtrat seiner Heimatstadt Târgu Jiu schon kurz nach Nicolaescus Tod im Bukarester Elias-Krankenhaus am 3. Januar seinen Beschluss mitgeteilt, dem berühmten Stadtsohn post mortem den Ehrenbürgertitel zu verleihen. Eine derartige Initiative, wie in der BZ berichtet, läuft derzeit auch in Temeswar mit dem Vorschlag zur Benennung einer zentralen Straße der Begastadt nach dem ehemaligen Regisseur und Senator. Bekanntlich hatte Nicolaescu mit seinen Eltern zwölf Jahre in Temeswar gelebt, erst im Alter von 17 Jahren ist er nach dem Zweiten Weltkrieg in die Hauptstadt übersiedelt. Am Haus Nr. 19 in der Paris-Straße soll zudem eine Gedenktafel angebracht werden.

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