Der Kreis schließt sich

Letzte Amtsreise des Minderheitenreferenten Josef Karl fand in Reschitza statt

Freitag, 25. April 2014

Dr. Josef Christoph Karl (links) ist neues Ehrenmitglied des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“

Zufälle können so poetisch sein: Gerade an seinem Geburtstag wurde Josef Karl zum Ehrenmitglied des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ ernannt. Und seine letzte Amtsreise als Leiter des Kultur- und Minderheitenreferates führte ihn gerade in die Stadt, wo es ihn vor 13 Jahren das erste Mal nach Rumänien verschlug. „Somit schließt sich der Kreis“, meinte Karl in seiner Rede, die er in der "Alexander Tietz"-Bibliothek vor Angehörigen der Deutschen Minderheit hielt. Es sei allerdings kein Abschied vom Land, selbst wenn Karl nach vier Jahren von seinem Amt als Kultur- und Minderheitenreferent an der Botschaft zurücktritt. Denn sein Engagement für Rumänien sei für den Diplomaten inzwischen mehr als bloß ein Job. Es ist für ihn eine Leidenschaft. Und Karl ist optimistisch, wenn es um die Zukunft der deutschen Minderheit aus Rumänien geht. An ein Aussterben glaubt er nicht, betont aber auch gleichzeitig wie unerlässlich Bildung für den Erhalt ist. Ohne die deutschsprachigen Schulen und die kontinuierliche Förderung der deutschen Sprache könnte die Minderheit nicht bestehen. Denn sobald man die Sprache kennt, tendiert man auch zu kulturellen Angeboten, zu denen sonst der Zugang fehlen würde.

Darum verwendete er auch immer wieder aufbauende Worte und sprach den anwesenden Rumäniendeutschen Mut zu. Das Ehrendiplom überreichte ihm der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen aus dem Banater Bergland, Erwin Josef Tigla, der auch eine Laudatio auf den scheidenden Leiter des Kultur- und Minderheitenreferates hielt.

Vor der feierlichen Überreichung des Ehrendiploms in Reschitza, machte Josef Karl einen Zwischenstopp in der Kleinstadt Bokschan/Bocsa, wo er sich mit dem Bürgermeister, Eugen Cismaneantu, über die Projekte der Stadt unterhielt. „Ich freue mich, dass ich mich mit dem Bürgermeister unterhalten konnte. Er ist ein Mann mit Vision für die Zukunft der Stadt und ich freue mich, dass wir über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit gesprochen haben“, sagte Karl auf Rumänisch lokalen Vertretern der Presse.

Eugen Cismaneantu leitete Jahre lang die Stiftung „Triumful Inimii“ (dt. „Triumph des Herzens“). Die gemeinnützige Organisation unterstützt arme Kinder, indem sie kostenlos ein Kindergarten und eine Afterschool-Einrichtung betreibt.

Karl besuchte auf Drängen des Bürgermeisters auch das Museum des international gefeierten Künstlers Constantin Lucaci, der gebürtig aus Bokschan ist, und er schaute sich das Forumshaus an.

2001 besuchte Josef Karl zum ersten Mal Rumänien. Von dem Land hatte er schon als Schüler gehört, durch seinen Mathematiklehrer, der ein ausgewanderter Banater Schwabe ist. 

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