Der Kreis verengt sich weiter

Karasch-Severiner Kreisratsvize von DNA in flagranti erwischt

Donnerstag, 14. Mai 2015

Reschitza – Der Kreis der Getreuen des Kreisratspräsidenten von Karasch-Severin und Vizepräsidenten der PNL, Sorin Frunzăverde, wird von der Antikorruptionsbehörde DNA weiter gelichtet: Dienstag, den ganzen Tag über, fanden Hausdurchsuchungen in den fünf Häusern und Wohnungen seines Stellvertreters und belächelten Jasagers Ionesie Ghiorghioni statt, ebenso in dessen Büro im zweiten Stock des Reschitzaer Kreisratsgebäudes und im „Colegiul Bănăţean“ von Ferdinandsberg/Oţelu Roşu, das seit Kurzem neuerlich von seiner Frau Rozina Ghiorghioni geleitet wird.

 DNA tauchte mit Durchsuchungsmandaten im Kreisratsgebäude von Reschitzaa auf und ertappte Ghiorghioni und seinen Neffen Cosmin Ghiorghioni bei der Übernahme einer Zeitschrift, in der 20.000 Lei versteckt waren. Zur gleichen Zeit durchsuchten Teams von Temeswarer Gendarmen unter Führung von DNA Staatsanwälten aus Temeswar die Wohnung der Familie Ghiorghioni in Ferdinandsberg – was fast einen ganzen Tag dauerte – und das luxuriöse Haus, dass Familie Ghiorghioni in Bucova an der Kreisgrenze zu Hunedoara besitzt, aber auch Ghiorghionis Dienstwohung in der Reschitzaer Aleea Pinilor in der Neustadt und die Wohungen des Ghiorghioni-Neffen Cosmin, den der Noch-Kreisratsvize in diesem Fall als Handlanger genutzt hatte, mit der offensichtlichen Absicht, das Schmiergeld unauffällig aus dem Kreisratsgebäude in Reschitza herauszuschleusen und in „Sicherheit“ zu bringen.

Die DNA-Staatsanwaltschaft äußert sich in einem ersten Kommuniqué zu dieser causa vorsichtig: „Die Staatsanwälte der Nationalen Antikorruptionsbehörde DNA, Territorialdienststelle Temeswar, führen Untersuchungen durch in einem Straffall bezüglich des Verdachts der Verbrechen der Korruption, die in der Zeitspanne 2013 - März 2015 begangen wurden. Im Laufe des 12. Mai 2015 und als Folge des Erlangens der legal nötigen Genehmigungen von der kompetenten Gerichtsinstanz, wurden Hausdurchsuchungen in sechs Immobilien durchgeführt im Munizipium Reschitza und in anderen Ortschaften des Verwaltungskreises Karasch-Severin (in Ferdinandsberg und Bucova – Anm.wk), von denen eine der Sitz einer öffentlichen Institution ist, die anderen Wohnungen natürlicher Personen.

In dieser causa werden die DNA-Staatsanwälte vom Rumänischen Informationsdienst SRI fachlich unterstützt, sowie von der mobilen Gendarmerieeinheit Temeswar.“

Fakt ist einstweilen, dass Ghiorghioni zusammen mit seinem Neffen Cosmin zu weiteren Untersuchungen und Verhören zum Sitz der DNA in Temeswar mitgenommen wurde und dass von dort am Dienstag abend um 22 Uhr verlaubart wurde, dass Ionesie und Cosmin Ghiorghioni Mittwoch dem zuständigen Temeswarer Gericht vorgeführt werden, das über die Forderung der Staatsanwälte bezüglich einer 29tägigen Untersuchungshaft der beiden zu befinden hat. DNA wirft den Noch-Vize des Karasch-Severiner Kreisrats unlautere Einflussnahme bei der Vergabe von Kreisratsprojekten vor, wofür er sich kräftig schmieren ließ.

Ghiorghioni selber stammelte am Dienstag immer wieder nur, dass sei eine Machenschaft seiner politischen Feinde, die ihm eine Falle gestellt hätten. Gefragt, wer diese Feinde sind, antwortete er bloß: „Ihr wisst schon, wer!“ Dass die Situation von Ghiorghioni selber ernster genommen wird, als er vor den Mediensvertretern zugeben wollte, dafür spricht die Tatsache, dass er noch aus dem Kreisratsgebäude den Reschitzaer Anwalt für schwierige Fälle, Cosmin Bolosin (einer seiner Spitznamen: „Vater der Straffälligen“), um seine Anwesenheit bat und ihn engagierte.

Ghiorghioni war bis 1989 Direktor des Karansebescher Holzverarbeitungsunternehmens UFET und ging aus der Wende als einer der reichsten Bewohner des Berglands hervor. Er nutzte seine Verbindungen zum Aufbau eines Holz-Handelsunternehmens (in der Zeit, als auch Frunzăverde im unfernen Zăvoi Teilhaber eines Sägewerks war), wurde durch seine PD-Mitgliedschaft bald Abgeordneter.

Er nutzte diese Stellung, um die Wiedergründung der Vermögensgemeinschaft der Nachkommen der ehemaligen Banater Grenzer voranzutreiben, mit dem Endziel, dass diese Nachfolgeorganisation vom Staat rund 180.000 Hektar der von den Kommunisten beschlagnahmten Forste zurückforderte – die Prozesse der einzelnen ehemaligen Grenzerortschaften (im historischen Banater Berglandlang waren es insgesamt 80) gegen das staatliche Forstverwaltungsunternehmen Romsilva dauern noch an.

Vorsitzender der neugegründeten Vermögensgemeinschaft mit Sitz in Karansebesch wurde er, wie sehnlichst gewünscht, zwar nicht, wohl aber liegt er in ständiger Fehde mit dem Kommunalverband der Vermögensgemeinschaft Bucova-Băuţar, wo rund um ein 300 Hektar großes Naturschutz- und Schutzgebiet für Auerhähne die schönsten Forste des nördlichen Banater Berglands liegen. 

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