Der Tod und der Mord

Lesung mit dem deutschen Krimiautor Jan Costin Wagner im Deutschen Kulturzentrum

Mittwoch, 24. April 2013

Der Tod wird in Wagners Roman „Eismond“ ernster genommen als sonst in den Krimis der Fall ist. Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt - Die Lesung im Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt/Sibiu am Freitagabend versammelte rund 20 Krimiinteressierte. Geboten wurde der Roman des in Hessen beheimateten Schriftstellers Jan Costin Wagner „Eismond“: Vorgetragen vom Autor. Die Auswahl des bereits 2003 herausgegebenen Buchs kann merkwürdig erscheinen. Jedoch ist „Eismond“ das erste der nun vier Romane, deren Hauptfigur der finnische Kriminalpolizist Kimmo Joentaa ist.

Zur Einstimmung des Publikums auf die seelische Lage des Protagonisten des Romans las Wagner das erste Kapitel vor. Darin wird der Leser mit dem ersten Todesfall, ausnahmsweise einem natürlichen, konfrontiert. Die junge Frau des Polizisten stirbt an einer Krebserkrankung. Der Autor beschreibt in düsteren, melancholischen Sätzen die zusammengebrochene Welt des Witwers. Untermauert wurde diese Darstellung durch musikalische Einlagen am Keyboard, die ebenfalls von Wagner geboten wurden.

Der 1972 in Langen (Hessen) geborene Autor absolvierte ein Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Frankfurt am Main. Für seinen ersten Kriminalroman „Nachtfahrt“ (2002) erhielt er den Malrowe-Literaturpreis der deutschen Raymond-Chandler-Gesellschaft, mit der Begründung, er habe die Genregrenzen erweitert. Wagner ist ein produktiver Schriftsteller: In den vergangenen elf Jahren brachte er insgesamt sechs Krimis heraus. Davon handeln vier in Finnland. Mit Finnland, der Heimat seiner Ehefrau, ist Wagner zweifelsohne gut vertraut. Es sei jedoch die Vermutung gestattet, dass die Verlagerung der Geschehnisse nach Nordeuropa auch etwas mit dem derzeitigen Lieblingskommissar der deutschen Leserschaft zu tun hat: die Hauptfigur der Henning Mankells Romane, Kommissar Kurt Wallander, ist nämlich in Schweden zuhause.

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