Des Menschen höchstes Gut

Sollte die Politik das Glück fördern?

Samstag, 01. November 2014

Symbolgrafik: freeimages.com

Psychologische Ratgeber erobern die Bestsellerlisten, Fernsehsender widmen ihr Programm dem Thema Glück und in der Politik werden die Stimmen immer lauter, dass Wohlstand nicht allein mit ökonomischen Faktoren wie dem Bruttoinlandsprodukt gemessen werden kann. In Butan wird das „Bruttonationalglück“ gemessen. Und schon Aristoteles stellte fest, dass alle Menschen glücklich sein wollen. Das Thema gewinnt zunehmend an Bedeutung und bietet deshalb allen Grund für Wissenschaft und Politik, sich intensiv mit diesem auseinanderzusetzen.

2011 beauftragte die UNO deshalb Wissenschaftler mit der Aufgabe, das Glück der Bevölkerung zu messen, um mit Hilfe der Ergebnisse Richtlinien für die Politik zu entwerfen.

Im World Happiness Report (WHR) wurde das Glück in 156 Ländern der Welt untersucht. Mit interessanten Ergebnissen. Entgegen der konsumistischen Grundhaltung macht Geld und Besitz nicht glücklich. Auch Hirnforscher und Psychologen sind sich einig: Wohlstand, sozialer Aufstieg und Geld machen langfristig nicht zufrieden. Das ist vermutlich der Grund, weshalb ein Land wie Deutschland trotz wirtschaftlichem Wohlstand auf der Glücksskala nur auf Platz 26 landet. Geld mag hilfreich sein, doch sind andere Faktoren wichtiger.

Ausschlaggebend für Glück sind zum Beispiel Lebenserwartung, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, keine Korruption. Zudem ein vertrauenswürdiges Umfeld und die Freiheit, Entscheidungen über das eigene Leben zu treffen. Der bedeutendste Faktor für Glück sei allerdings geistige Gesundheit. Diese ist deshalb so entscheidend, da psychologische Zufriedenheit ein wichtiger Bestandteil davon ist, dass ein Individuum ein erfülltes Leben – welches die Fähigkeit zum Lernen, Arbeiten, das Nachgehen von Interessen sowie das Knüpfen von sozialen Kontakten beinhaltet – führen kann.

Betrachtet man diese Faktoren für Lebensglück, wird es den ein oder anderen wohl nicht überraschen, dass Rumänien sehr weit hinten liegt. Auf Platz 90, um genau zu sein. Rumäniens Bevölkerung gehört somit zu den Unglücklichsten. Die Statistik bietet Aufschluss. Die wahrgenommene Korruption ist in Osteuropa am höchsten und der als am wichtigsten bewertete Faktor der geistigen Gesundheit zeigt auf, dass die Depression nur noch in Nordafrika stärker vertreten ist als in Osteuropa.

Das liegt zum einen an einem Mangel im Gesundheitssystem und vielleicht auch daran, dass das einfache Volk der Ansicht ist, die Therapie wäre nur etwas für Verrückte.

Dass die Politik diesen Zustand aktiv verbessern soll, ist mehr als sinnig. Ist es doch schon lange bekannt, dass Glück eine Reihe positiver Auswirkungen hat. Kreativität, Verträglichkeit und Altruismus sind Eigenschaften, die man dem zuschreiben kann. Glückliche Menschen sind gesünder, leben länger, sind produktiver und motivierter. Im Umkehrschluss führt Depression zu Arbeitsunfähigkeit, häufigem Stellenwechsel und, gesundheitlich betrachtet, zu mehr Anfälligkeit für physische Krankheiten.

Das Glück kommt also der Gesellschaft sowohl aus sozialer als auch ökonomischer Perspektive zugute.
Der Zugang zu Therapien wäre ein Schritt. Aber auch die Ethik spielt im Zusammenhang mit geistiger Gesundheit eine wichtige Rolle. Wie wichtig moralische Prinzipien hierbei sind, ist schon lange klar. So teilen zum Beispiel alle Weltreligionen gleiche ethische Richtlinien. Gesetzlich sind diese global als Menschenrechte verankert. Die goldene Regel der Gegenseitigkeit: „Was du nicht willst, das man dir antut, das füg’ auch keinem anderen zu“, beinhaltet die Grundwerte von gewaltfreiem und respektvollem Umgang mit Mensch und Natur, Gerechtigkeit und Solidarität, Aufrichtigkeit und Toleranz sowie Wertschätzung und Partnerschaft. Diese Werte verlieren leider an Bedeutung und ihre Rolle als Grundlage für eine funktionierende und zufriedene Gesellschaft gerät in den Hintergrund.

Gemeinsame globale Werte zu schaffen, ist eine Herausforderung, würde aber die Zufriedenheit steigern. Ein besseres Verständnis dafür, was uns glücklich macht und die Auswirkungen dessen, sind der erste Schritt dafür, dies in politische Prozesse einzubeziehen und somit eine bessere Welt zu schaffen.

Kommentare zu diesem Artikel

Marta, 06.11 2014, 11:17
Lieber Norbert,
wie Mahatma Gandhi schon sagte "Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt." Natürlich trifft es das Sprichwort "Jeder ist seines Glückes eigener Schmied" es auf den Punkt, dennoch halte ich die Rolle der unterstützenden Führung für eine sehr wichtige. Manchmal muss man dem Glück auf die Sprünge helfen.
Vorerst geht es darum den Diskurs anzuregen, denn die Einstellung sowieso nichts bewirken zu können, hat noch nie etwas bewirkt. Es ist der Einsatz der dazu führte, dass ich als Frau heute wählen und arbeiten kann. Und ich bin dankbar für den Einsatz den Menschen damals gezeigt haben um für eine bessere Zukunft zu sorgen.
norbert, 03.11 2014, 14:48
An die Schreiberin dieses Artikels. .was sie da schreiben. .könnte .wenn es ein Buch wäre. Eins von 100000 tausend sein. Wenn ich in Kuba bin. Und das bin ich zwei mal im jahr. Seit 15 Jahren. Konme ich reicher und zufriedener zurück als mit dem Geld das ich ausgebe. Wenn Ich aus RUMANIEN zuruck komme bin ich
zweigeteilt. Was ich manche . das ist zufrieden.
.komme ich aber mit Rumänen zu stark
Zusammen schlägt dies um. Was ist der
unterschied zwischen zwei gleichen
ökonomisch schlechter gestellten
Ländern.wenn ich sage dort möchte ich später
mal leben. Und dort in Rumänien schau ich mir
die Landschaft an. Der Unterschied ist. In
Rumänien ist folgende andere Denkweise. .wie
wir sie in Mitteleuropa kennen oder wie im
Beispiel Kuba es auch ist. In Rumänien gehen
die Menschen so vor. Was kriege ich. .wenn ich
was tue. .in Mitteleuropa und als beispiel Kuba.
.gehen die Menschen gleich vor. Was muß ich
tuen um was zu bekommen. Deswegen Wird
Dies Nichts In RUMANIEN. Deswegen ist dies
Land ökonomisch so schwach. Weil die
Menschen nicht erkennen. Das nicht die
Politiker oder die Verwaltung das Problem ist.
Sondern sie sind das Problem. Aus der
Bevölkerung kommen die Menschen die in der
Verwaltung und Politik tätig sind. Die Korruption
gehört seit eh her tief verwurzelt zur
rumänischen Kultur. Und das ist der Auslöser
allem was Sie dann in ihrem Bericht schreiben


das geben und Nehmen um Vorteile zu bekommen. War Jahrhunderte lang mittel um Probleme zu lösen. Das werden sie in Rumänien nicht ändern. Eher wird in Italien die Mafia. Zu einer religiösen tugendhaft Partei. In Rumänien reagiert man ausschließlich mit Verhaftungen darauf. Dies mußte aber über Jahrzehnte in Schulen über Universitäten über Historiker zum Bestandteil werden. Wie lösen wir Bürger in Rumänen unsere Probleme. Uns wie wollen wir daraus. Und so lange dies nicht geschieht. Bleibt der Zustand so.die Menschen verlassen das Land.
Manfred, 01.11 2014, 15:12
Interessanter Beitrag,der jedem Politiker,Arbeitgeber zu denken geben muß!

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