Deutsche Abteilung auf der Kippe

Engpass kommt nicht vom Schülermangel

Mittwoch, 22. Januar 2014

Corina Dulcu (links im Bild), Roxana Murariu, Carla Molnar-Kina, Simona Sauer, Friederike Bacău und Horst Wallner bilden den neuen Vorstand des DFD Lugosch. Neuwahlen wurden angesetzt, nachdem sich der langjährige Forumsvorsitzende Rudolf Trost entschlossen hatte zurückzutreten. Foto: Siegfried Thiel

Lugosch - Kontinuität in deutschem Forum und Minderheit sichern, heißt unweigerlich, den deutschsprachigen Unterricht fördern und erhalten. In Lugosch ist das Deutsche nicht an fehlendem Interesse seitens der Schüler und Eltern in der Schwebe, sondern akuter Lehrermangel bringt die deutsche Abteilung am Coriolan-Brediceanu-Lyzeum in der Stadt an der Temesch fast zum Scheitern. Dies wurde bei einem Treffen von Lehrkräften aus Lugosch mit dem Abgeordneten des DFDR, Ovidiu Gan], offensichtlich. Ganţ hatte die Parlamentsferien genutzt, um sich mit Lehrkräften, aber auch mit Vertretern des DFD-Vorstandes zu treffen. Eine Begegnung von Ovidiu Ganţ mit Corina Dulcu in der Anişoara Odeanu-Schule (allgemein als 6-er Schule bekannt) fand auf gleich drei Ebenen statt. Die 38 Jahre alte Dulcu ist stellvertretende Schulleiterin in der 6-er Schule, seit vergangenem Jahr Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen (DFD) in Lugosch und nicht zuletzt ehemalige Schülerin von Ovidiu Ganţ. Die Situation des Lehrermangels, geht – wie der Parlamentarier sagte – „auf die allgegenwärtige Bürokratie mit politisch engagierten Schulleitern und Inspektoren zurück, die die Problematik nicht begreifen (wollen)“.

Die deutsche Prägung der Stadt aber auch die wirtschaftliche  Perspektiven nach dem Abschluss sind Grund genug dafür, dass die Schüler trotz vieler Fächer auf Rumänisch, die deutsche Abteilung nicht aufgeben wollen. „Die Schüler wollen trotz der Schwierigkeiten nicht weg und deshalb kämpfen wir weiter um die deutsche Abteilung“, sagt Corina Dulcu. Eine Bilingual-Klasse, statt der deutschen Abteilung einzuführen, ist für Corina Dulcu keine Alternative: „Dann haben wir die Abteilung für immer verloren“.

Auch der Abgeordnete glaubt, man müsse „weiterhin nach Lösungen suchen“, auch wenn die Situation „besorgniserregend“ sei. Junge Lehrkräfte sollten seiner Meinung nach die vakanten Stellen trotz Bürokratie in Zukunft besetzen können. Eine erheblich Hürde für die Schulen in den Sprachen der Minderheiten sei, dass man das Problem auf verwalterischer Ebene meist nur aus der finanziellen Perspektive betrachte, und sich fragt, wieviel die per Capita-Finanzierung für die gesamte Schule bringt. Durch den Erhalt der deutschen Abteilung bliebe zum einen in Lugosch eine 300 Jahre alte Tradition bestehen, zum anderen sei es ein wichtiger Standortfaktor für Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, so der DFDR-Politiker.

 


 

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