Deutsche Gemeinschaft in Rumänien ist klein

Klaus Johannis: Rückgang der Landesbevölkerung um 10 Prozent ist katastrophal

Dienstag, 14. Februar 2012

Hermannstadt - Dass die Zahl der Deutschen in Rumänien weiter gesunken ist, hat beim Deutschen Forum niemanden überrascht, doch könne man den veröffentlichten Ziffern nicht vertrauen, meinte der DFDR-Vorsitzende Klaus Johannis, von Journalisten zu den bekanntgegebenen Daten der Volkszählung befragt.

Als Beispiel nannte er eine Ortschaft im Kreis Kronstadt/Braşov aus der ihm berichtet wurde, dass es dort laut Volkszählung 39 Deutsche gibt, der Gewährsmann jedoch kennt rund 140. Es sei unwichtig, ob die Zahl der Deutschen landesweit 50.000 oder 40.000 sei, denn man weiß, dass es sich bei der deutschen Gemeinschaft um eine kleine Minderheit handelt. Katastrophal aber sei, dass die Bevölkerung des Landes in zehn Jahren um zehn Prozent gesunken ist. Das müsste der Regierung zu denken geben. Die fehlende Genauigkeit der Ergebnisse führte Johannis auf die zu kurze Zeitspanne zurück, die für das Einholen der Daten festgelegt worden war und die schlechte Bezahlung der Zensoren. 

Den vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung von Oktober 2011 zufolge, die Anfang des Monats veröffentlicht worden sind, gaben 36.884 Personen an, der deutschen Minderheit anzugehören. Zentralisiert wurden unter diesem Begriff auch all jene, die sich als Schwaben, Sachsen usw. ausgegeben haben. 2002 waren es landesweit 60.088 gewesen, zehn Jahre davor 119.462. Hatte sich die Zahl der Deutschen von 1992 bis 2002 sozusagen halbiert, sieht es prozentuell gesehen diesmal nicht ganz so schlimm aus: Das Minus liegt bei rund 40 Prozent. 73 Prozent der Deutschen leben in den Verwaltungskreisen Temesch/Timiş (8497), Sathmar/Satu Mare (4986), Hermannstadt/Sibiu (4117), Kronstadt (3313), Karasch-Severin (3070) und Arad (2956).

In den Kreisen des Banats sind die schmerzlichsten Rückgänge zu verzeichnen: Vor zehn Jahren wurden in Temesch 14.229 Deutsche gezählt, in Karasch-Severin 6129 und in Arad 4906. Nicht ganz so krass sind die Ergebnisse in Hermannstadt, wo man vor zehn Jahren 6608 Deutsche, in Sathmar 6380 und in Kronstadt 4525 gezählt hat.

Um 50-prozentige Rückgänge sind in mehreren Kreisen mit einst  erwähnenswertem Anteil an Deutschen festzustellen, wie zum Beispiel Alba (780 von 1313 vor 10 Jahren), Hunedoara (991 von 1963), Suceava (699 von 1806) oder das Munizipium Bukarest (1110 von 2388). Eigenartig sind die Ergebnisse in den Kreisen Giurgiu und Ialomiţa, den einzigen beiden, wo 2002 ein Zuwachs an Deutschen verzeichnet worden war, der nun wieder abhanden gekommen ist: in Giurgiu wuchs die Zahl von 26 auf 44 um nun auf 17 zu sinken, in Ialomiţa stieg sie von 1992 bis 2002 von 29 auf 48 und beträgt nun 14.

Ein spektakulärer Zuwachs an Deutschen wurde im Kreis Buzău registriert: von 37 stieg die Gemeinschaft auf 132 Mitglieder. Ebenfalls gewachsen ist sie in Ilfov und zwar von 90 auf 109.  Registriert worden sind in allen 41 Kreisen über 10 Deutsche, die wenigsten (jeweils 11) in Olt und Vaslui. Mit Ausnahme von Buzău und Ilfov ging die Zahl in allen Kreisen zurück.

Kommentare zu diesem Artikel

Adalbert, 14.02 2012, 11:22
Herr DFDR-Vorsitzender Klau Johannis hat Recht, indem "man den veröffentlichten Ziffern nicht vertrauen,"kann Dasselbe gilt bestimmt auch für mein Heimatsdorf Turterebesch und -ich bin fest daon überzeugt, noch für viele andere sathmarschwäbische Ortschaften..
Csaszar Adalbert, Vorsitzender des DFDR-Turterebesch

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