Deutsche Tänze, Medizin und Bloggen

Teodora Mateoc ist die stellvertretende Vorsitzende des Banater Jugendforums

Dienstag, 09. August 2016

Teodora Mateoc studiert Medizin. Irgendwann mal hatte sie auch mit dem Gedanken gespielt, Journalistin zu werden.

Eine angehende Ärztin, die in ihrer Freizeit banatschwäbische Volkstänze tanzt, die nebenbei noch Angewandte Sprachen studiert und ein paar Mal die Woche für ihren persönlichen Blog Beiträge in rumänischer Sprache verfasst: Teodora Mateoc (21), die stellvertretende Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Jugend, ist eine viel beschäftigte junge Frau. „Wie schaffst du das alles?“, würde man sie fragen wollen, doch wenn man Teodora anschaut, hat man schon die Antwort. Sie ist jung, dynamisch und einfach ein entschlossener Mensch, der weiß, was er will: „Ich bin verliebt in das Leben“, schreibt sie auf ihrem persönlichen Blog. Doch mehr wolle sie über sich selbst nicht preisgeben. „Ich bin zu faul dafür. Ich streiche gerade“, steht es da – zum Scherz - geschrieben.

Sie war gerade mal in der ersten Klasse, als ihre damalige Lehrerin, Ana Bokodi, in einer Elternsitzung bekannt gab, dass es im Deutschen Forum Tanzkurse für Kinder gibt. Teodora beschloss, hinzugehen. Bei der Kindertanzgruppe „Hänschenklein“, die von Brigite Szokob geleitet wird, gefiel es ihr, so dass sie bis zur siebenten Klasse blieb. Es folgte eine Pause bis Ende der zehnten Klasse, denn dazwischen gab es die Aufnahmeprüfung ins Lyzeum. Als sie beim Oktoberfest von ihren Kollegen zum Tanz eingeladen wurde, gefiel es ihr so sehr, dass sie beschloss, wieder zu den Rosmareinern zu gehen. Es war das Jahr 2012, als die Rosmareiner ihr 20-jähriges Jubiläum feierten. „Ich wollte bei der großen Aufführung im Capitol-Saal dabei sein, und stellte mich bei Sorana Beic² vor. Sie sagte mir ganz ernst, wenn ich in einer Woche die Grundschritte kann, dann werde ich auch auftreten dürfen“, erinnert sich Teodora heute. Sie übte die Tanzschritte – und hatte sie dann rechtzeitig drauf. Beim 20-jährigen Rosmareiner-Jubiläum feierte auch Teodora Mateoc ihr „Comeback“ bei den Rosmareinern.

„Es gefällt mir, weil wir ein Team sind. Alles wird gemeinsam gemacht. Wir sind alle Freunde“, sagt sie. Egal, ob es bei den wöchentlichen Proben oder beim Waschen, Stärken und Bügeln der Trachten ist: Die Rosmareiner, Mädchen und Jungen, halten zusammen. Vergangene Woche war wieder mal das Rosmareiner-Team gefragt: Sie veranstalteten in Temeswar die Europäische Jugend- und Kulturwoche, ein grenzüberschreitendes Festival, bei dem Tanzensembles aus sieben Ländern in der Stadt an der Bega zugegen waren. „Wenn es um was Ernstes geht, dann tut jeder seine Arbeit, wenn es ums Feiern geht, dann sind wir natürlich auch dabei“, sagt Teodora Mateoc. So zog Teodora letzte Woche ins 19-er Studentenheim – da, wo die Gäste von den ausländischen Trachtenvereinen untergebracht waren, um sich besser um sie kümmern zu können. „Es gab Nächte, wo ich nur drei Stunden geschlafen habe. Aber es hat sich gelohnt“, sagt Teodora zufrieden. Auch wenn sie nicht deutschstämmig ist, so hat sie die deutschen Sitten und Bräuche, aber auch die Sprache zu ihrem Eigen gemacht. In Sachen Trachten kennt sie sich gut aus, aber auch ein bisschen Schwäbisch hat sie gelernt. „Ich kann mir gut vorstellen, weitere 20 Jahre bei den Rosmareinern zu tanzen“, sagt sie.

Wenn Teodora Mateoc jedoch nicht beim Jugendtrachtenverein „Banater Rosmarein“ mittanzt, dann widmet sie sich dem Schreiben. Auf ihrem Blog, zgomotulgandului.ro, darf sie tun und lassen, was sie möchte. „Es gefällt mir, meine eigene Meinung zu verschiedenen Sachen darzulegen: Ereignisse, Situationen. Am liebsten aber schreibe ich Buchrezensionen, denn ich lese sehr gerne“, sagt sie.

Die junge Frau genießt zur Zeit ihre Sommerferien. Im Herbst beginnt es, wieder etwas hektischer für sie zu werden: Die Absolventin der Nikolaus-Lenau-Schule studiert nämlich Medizin, denn sie möchte irgendwann mal Chirurgin werden. Im kommenden Jahr schließt sie auch die Fakultät für Angewandte Sprachen an der West-Universität ab.

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