Deutsche Wallfahrt am Portiunkula-Tag

Banater Schwaben pilgerten nach Maria Radna

Donnerstag, 10. August 2017

Jedes Jahr dabei: die Marienmädchen aus Sanktanna

Pfarrer Harald Wechselberger von der Wallfahrtskirche St. Maria Ramersdorf hielt die Festpredigt in Maria Radna.

Deutsche Wallfahrt in Maria Radna: Der römisch-katholische Bischof Martin Roos zelebrierte das Pontifikalamt.
Fotos: Erwin Josef Ţigla

Ein bekannter Spruch besagt: „Daheim ist, wo das Herz ist“. Für viele ausgewanderte Banater Schwaben, die ihre Häuser in der „alten Heimat“ schon längst verkauft haben, ist Maria Radna ein Stück „Zuhause“, ein Teil ihres Herzens. Das bewiesen sie am 2. August, als sie die Basilika Minor im westrumänischen Verwaltungskreis Arad füllten. Es kamen Banater Schwaben aus Deutschland und aus dem Banat zusammen, um dem Festgottesdienst beizuwohnen. Den Anlass bot die deutsche Wallfahrt, die seit einigen Jahren am Portiunkula-Tag veranstaltet wird.
„Immer mehr Landsleute, die im Ausland leben, nehmen die Gelegenheit wahr und kommen jedes Jahr hierher. Obwohl es heute sehr heiß ist, war die Kirche voll. Man hat wirklich gehört, dass der Gesang vom Herzen gekommen ist. Die Leute kommen hierher aus Liebe zu Maria Radna und zur Gottesmutter“, sagte Domherr Andreas Reinholz. Portiunkula ist eine Station aus dem Leben des Heiligen Franziskus von Assisi. Dort begann seine missionarische Tätigkeit: In Portiunkula fand er eine verfallene Kapelle und baute sie eigenhändig auf. „Es ist ein schöner Wallfahrtstag, der mit dem Leben des Heiligen Franziskus in Verbindung steht. Wer eine Wallfahrtskirche besichtigt und dort betet, der kann aus dem Schatz der Kirche einen Ablass gewinnen“, erklärt Domherr Andreas Reinholz.

Die deutsche Wallfahrt begann mit dem traditionellen Marienlieder-Singen in der Basilika. Dem folgte ein Pontifikalamt, zelebriert vom römisch-katholischen Bischof Martin Roos. Eine ergreifende Predigt hielt Pfarrer Harald Wechselberger aus Maria Ramersdorf, Münchens ältester Marien-Wallfahrtsstätte, die Partnerschaftsbeziehungen zu Maria Radna pflegt. Eine Kopie des Gnadenbildes aus Maria Ramersdorf ist in der Wallfahrtskirche aus Radna zu sehen. In der Predigt ging Pfarrer Wechselberger auf das Thema „Wallfahrt“ ein. „Wenn ich umschreiben sollte, was Wallfahrt ist, dann würde ich sagen, motivierter Glaube. Ein Glaube, der eben nicht abgestorben ist, sondern der lebendig, der in Bewegung ist“, sagte Pfarrer Wechselberger. „Sie sind heute Morgen aufgebrochen. Wir alle haben das getan, was bereits die heilige Familie vor 2000 Jahren getan hat, nämlich dem Festbrauch entsprochen. Wir brauchen Brauchtum“, betonte der Geistliche. Den musikalischen Rahmen gestaltete Dr. Franz Metz an der Orgel mit Beteiligung der Original Donauschwäbischen Blaskapelle Reutlingen unter der Leitung von Johann Frühwald.

„Es war eine sehr beeindruckende Wallfahrt, mit einer vollen Kirche, einer schönen Predigt, den Marienmädchen aus Sanktanna, mit bekannten und weniger bekannten Gesichtern. Es war wieder mal etwas Besonderes“, sagte Peter-Dietmar Leber, der Vorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben. „Die Entscheidung zur Wallfahrt muss heute bewusster ausfallen, weil die Leute größere Entfernungen zurücklegen müssen. Geblieben ist die gleiche Begeisterung und innere Anteilnahme aller Pilger. Davon konnte man sich heute sehr gut überzeugen“, fügt Peter-Dietmar Leber hinzu. Nach Maria Radna fuhr in diesem Jahr auch Anni Fay aus Schwabach, Deutschland. Die Vorsitzende des Gerhardsforums Banater Schwaben e.V. aus München kommt ursprünglich aus Sanktanna/Sântana, etwa 40 Kilometer von Maria Radna entfernt. „Die Wallfahrt nach Radna ist für mich ein rührender Moment. Sie erinnert mich immer wieder an meine Kindheit. In meiner Kindheit sind wir jedes Jahr zu Fuß nach Radna gepilgert“, erzählt sie.
Im Anschluss an die Heilige Messe wurden zwei Ausstellungen im Museum von Maria Radna eröffnet. Die Wanderausstellung „Banater Orgeln und Orgelbauer. Bilder einer europäischen Orgellandschaft“, nach langjähriger Dokumentation vom Musikwissenschaftler Dr. Franz Metz erstellt, sowie „Die Donauschwaben. Deutsche im Südosten Europas“ des Donauschwäbischen Zentralmuseums in Ulm, können zurzeit im Klostermuseum besichtigt werden. Am Nachmittag fand eine Kreuzwegandacht am Wallfahrtsberg hinter der Kirche statt.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*