Deutsche Wallfahrt nach Maria Radna

Gäste von nah und fern füllten die Basilika Minor

Dienstag, 09. August 2016

Kommunionempfang in Maria Radna

Arad - Jeden Sommer kehren viele der ausgewanderten Deutschen in ihre alte Heimat, das Banat, zurück. Sie besuchen hier Verwandte und Freunde, die meisten zieht es aber auch in die Ortskirche, in der sie die Erste Heilige Kommunion empfangen haben. Ein besonderer Tag im Leben der Banater Deutschen ist der 2. August. Es ist nämlich der Tag, an dem die Deutsche Wallfahrt nach Maria Radna veranstaltet wird. Auch in diesem Jahr fanden sich in der Basilika Minor im Kreis Arad Dutzende Gläubige aus dem In- und Ausland ein, um am Portiunkula-Tag einer deutschsprachigen Heiligen Messe beizuwohnen. Den Festgottesdienst zelebrierte der römisch-katholische Bischof Martin Roos zusammen mit mehreren Priestern aus Rumänien und Deutschland. Für die musikalische Untermalung zeichnete Dr. Franz Metz an der Orgel sowie die Blasmusikkapelle aus Trostberg unter der Leitung des aus Hellburg/[iria stammenden Deutschen Josef Maurer.

In seiner Predigt sprach Bischof Martin Roos auch das Jahr 1716 an. „Dieses Jahr ist für uns ein besonderes Jahr. Es ist 300 Jahre her, seitdem Prinz Eugen von Savoyen Temeswar und das gesamte Banat von der Herrschaft der Osmanen befreite. Es war eine Befreiung und ein neuer Anfang für unsere Diözese, wo katholisches Leben wieder in aller Öffentlichkeit möglich wurde“, sagte Bischof Roos. Die Pilger, die mit Pkw und Bussen angereist waren, sangen traditionelle Marienlieder. „Es sind Gefühle der Erinnerung, die meine Frau und mich heute begleitet haben. Als Kind war ich mit meiner Mutter in der 60-er Jahren zum ersten Mal hier“, erinnerte sich Peter Dietmar Leber, der Vorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben aus Deutschland. Manche Pilger trugen ihre Volkstracht, andere hatten die Fahnen ihrer Heimatortsgemeinschaften dabei, so zum Beispiel der HOG-Vorsitzende aus Sanktmartin, Bernhard Fackelmann. „Die Sanktmartinner nördlich der Marosch sind eine der gläubigsten Gemeinden im Banat. Für uns ist es etwas Besonderes, denn wir kamen früher jedes Jahr hierher. Wir haben heute eine heilige Messe erlebt, wie sie früher war“, sagte Fackelmann, der zusammen mit etwa 80 Landsleuten aus Sanktmartin nach Radna gekommen war. „Wir sind richtig stolz, dass wir hier spielen durften. Es hat uns eine Riesenfreude gemacht“, sagte Josef Maurer, der seit 30 Jahren Dirigent der Blaskapelle in Trostberg ist und in der Vergangenheit ein Jahr in Lippa gewohnt hat. Auch Rupert Schönlinner, der den Ausflug der Trostberger Stadtkapelle nach Radna organisierte, zeigte sich begeistert: „Es war sehr aufregend, diese große, schöne Kirche zum ersten Mal zu sehen. Mit ist vor allem der kräftige Gesang der Leute aufgefallen, der sehr schön war. Das kennen wir von zu Hause nicht so“, sagte er.

Aus Anlass der Deutschen Wallfahrt wurde in Radna auch eine Kunstausstellung eröffnet. Der aus Sanktmartin stammende Künstler Michael Messer fertigte mehrere Gesichtsausschnitte seiner Landsleute an und stellte sie aus. „Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass unsere Generation noch sehr heimatverbunden ist. Diese Köpfe sollen unsere geistige Anwesenheit in der alten Heimat darstellen“, erklärte er.

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