Deutscher Dachsystemehersteller baut Rumänienstandort aus

In westrumänischen Neusimand steht größtes Webasto-Werk in Europa

Mittwoch, 17. Juni 2015

Seit 2008 werden bei Webasto in Neusimand Schiebedächer hergestellt. Viele Arbeitnehmer kommen aus der Gemeinde selbst, andere reisen aus Arad an, um den Bedarf zu decken. Näher, Mechatroniker und Qualitätstechniker werden im rumänischen Webasto-Werk gebraucht. Deshalb ist Werkleiter Philipp Köhler auch direkt an der dualen Berufsausbildung in Arad interessiert, die ihre ersten Klassenzüge ab Herbst haben wird.

Feierlich wird das Band bei der Einweihung der Erweiterungsbauten am Webasto Standort in Arad durchschnitten (v.l.n.r.): Dorel Vidran (Bürgermeister von Zimandu Nou), Matthias Arleth (Vorstandsmitglied Webasto Roof & Components SE), Dr. Holger Engelmann (Vorstandsvorsitzender Webasto SE), Philipp Köhler (Werkleiter Webasto Arad).

Experimente im Werk geben den Besuchern Aufschluss über die Arbeit des deutschen Unternehmens. Mit dabei Sebastian Metz, Geschäftsführer der AHK-Bukarest und Sebastian Gromig, Wirtschaftsbeauftragter an der Deutschen Botschaft in Bukarest.
Fotos: Zoltán Pázmány

In der Gemeinde Neusimand/ Zimandu Nou bei Arad ist die Arbeitslosenrate unter ein Prozent gesunken - das Werner-Baier-Industriegebiet und implizite der hier angesiedelte Weltmarktführer für Automobil-Dachsysteme, Webasto, hat dies möglich gemacht. Sieben Jahre nach seiner Erstinvestition baut nämlich das deutsche Unternehmen seinen Standort zum größten Werk für Schiebe- und Panoramadächer in Europa aus. Nachdem nun der dritte Bauabschnitt in Betrieb genommen wird, können im kommenden Jahr bereits über eine Million Schiebedächer im rumänischen Webasto-Werk hergestellt werden. Die Mitarbeiterzahl soll schon bald von derzeitigen 800 auf 1200 ansteigen.

Der Automobilzulieferer stärkt damit weiter seine Präsenz in Osteuropa. In der Automobilzulieferindustrie tätig zu sein, heißt, täglich neue Herausforderungen anzunehmen und nahe am Kunden zu sein, sagt Philipp Köhler, Geschäftsführer der Rumänienniederlassung von Webasto. „Um bestehen zu können, braucht man engagierte, motivierte und flexible Mitarbeiter“, setzt Köhler fort uns lässt unmissverständlich erkennen, dass er über solche verfügt. Vor Kurzem fand die Einweihung des dritten, 10.000 Quadratmeter großen Bauabschnitts statt. Die Gesamtinvestitionen für das Werk in Arad belaufen sich auf 65 Millionen Euro. Nach der Erweiterung umfasst der Standort insgesamt 26.000 Quadratmeter, was in etwa einer Fläche von dreieinhalb Fußballfeldern entspricht.
„Für Webasto als global agierendes Unternehmen gehört der europäische Markt nach wie vor zu den wichtigsten Regionen. Die Erweiterung unseres Werks in Arad ist hierfür ein deutliches Zeichen“, sagte Dr. Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender Webasto SE. „Arad ist ein zentraler Baustein in unserer globalen Strategie der lokalen Nähe zu unseren Kunden.“ Im vergangen Jahr wurden mehr als eine halbe Million Schiebe- und Panoramadächer in Arad produziert. Für das laufende Jahr sind knapp 750.000 Dächer für Kunden wie BMW oder den VW-Konzern geplant. Das Webasto-Unternehmensmotto „Feel the Drive“ werde im Werk bei Arad gelebt, so Philipp Köhler, der im kommenden Jahr mit seinem Team etwa 1,1 Millionen Schiebedächer fertigen will. „Ein hervorragendes Arbeitsumfeld“ nennt Köhler den von ihm geleiteten Betrieb und betonte während der Feierlichkeiten: „Es erfüllt uns mit Stolz, dass hier in Arad ein derart wichtiges Werk für Webasto entstanden ist. Mein besonderer Dank gilt all unseren Mitarbeitern, die durch ihre Leistungsbereitschaft und Qualifikation den Grundstein für diesen Erfolg gelegt haben.“
Würde die Kommune ein wenig mehr in die Infrastruktur des Industriegebietes investieren, hätte man wohl einen rumdum zufriedenen Firmenchef. Der Bürgermeister Dorel Vidran ließ jedenfalls erkennen, dass ein Teil des Gemeindebudgets auch in Zukunft in Straßenbau und -beleuchtung fließen wird.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit stehen bei Webasto im Fokus – dies wird auch im neu errichteten Gebäude unter Beweis gestellt. Erstmals wurde eine Webasto Produktionsanlage vollständig mit effizienter LED-Beleuchtung ausgestattet. Zudem verfügt die neue Produktionshalle über eine aktive Nachtkühlung. Durch den reduzierten Energiebedarf wird somit ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz geleistet.
Die Webasto Gruppe mit Sitz in Stockdorf bei München befindet sich seit Gründung des Unternehmens 1901 in Familienbesitz. Die Gruppe ist international an mehr als 50 Standorten (davon mehr als 30 Produktionsstandorte) in den Unternehmensbereichen Dach- und Thermosysteme tätig. Webasto ist einer der 100 größten Automobilzulieferer weltweit. Die Gruppe hat 2014 einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro erwirtschaftet und beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter. Die Kernkompetenzen des Unternehmens umfassen die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb kompletter Dach- und Cabriodach-Systeme sowie Heiz-, Kühl- und Lüftungs-Systeme für Pkw, Nutz- und Spezialfahrzeuge, Reisemobile sowie Boote.

Kommentare zu diesem Artikel

Webasto, 20.11 2016, 03:46
Sehr schade, dass Bosse und Arbeiter unter Druck sind auf einem slariu 290 €.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*