Deutsches Kulturzentrum mit neuem Herbstprogramm

ADZ-Gespräch mit der Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Temeswar, Mona Petzek

Mittwoch, 30. August 2017

Für das Deutsche Kulturzentrum Temeswar ist die Sommerpause seit dem 27. August vorbei. Allerdings fanden die Deutschkurse auch während des Sommers statt. Die Leiterin des Deutschen Kulturzentrums, Mona Petzek, blickt auf ein volles Jahr zurück. Was im Herbst auf die Freunde des Deutschen Kulturzentrums und nicht nur zukommt, das verrät sie in folgendem Gespräch. Die Fragen stellte die ADZ-Redakteurin Raluca Nelepcu.

Das Deutsche Kulturzentrum Temeswar hat ein volles Jahr hinter sich. Welches waren die Höhepunkte der Kulturtätigkeit am Deutschen Kulturzentrum im Jahr 2017?

Das absolute Highlight war die Video-Installation „Asylum” des deutschen Künstlers Julian Rosefeldt, die wir einen Monat lang in den Timco-Hallen gezeigt haben. Hunderte Besucher sahen sich die Ausstellung in Temeswar an. Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir diesen Künstler nach Temeswar bringen konnten, denn er ist wirklich ein großer Name in seinem Tätigkeitsbereich.  Wir hatten in diesem Jahr die 13. Auflage der Woche der Kaffeehauskultur „Cafékultour“. Das Ereignis ist uns sehr wichtig, auch angesichts der Tatsache, dass wir mit dem Französischen Institut eine so gute und lange Zusammenarbeit pflegen. Wir haben in diesem Jahr innerhalb der Cafékultour-Woche ein besonderes Programm angeboten. Die Ausstellung über das Leben und Werk der deutschen Dichterin aus Czernowitz, Selma Meerbaum-Eisinger, im Kunstmuseum war ebenfalls einer der Höhepunkte unserer Kulturtätigkeit.

Sie haben das Französische Institut als langjährigen Partner erwähnt. Mit welchen anderen Kulturinstitutionen aus Temeswar pflegen Sie Partnerschaften?

Es gibt praktisch Partnerschaften mit allen Kulturinstitutionen in der Stadt. Alle sind uns wichtig, weil wir alleine unsere Veranstaltungen nicht durchführen könnten, zum Beispiel wegen der Räumlichkeiten, andererseits ist es uns wichtig, aus den vier Wänden herauszukommen und uns auszutauschen, aber auch von der gegenseitigen Erfahrung zu profitieren. Einer unserer Partner ist, zum Beispiel, die Banater Philharmonie, wo wir Konzerte und Stummfilmvorführungen veranstalten konnten. Wir arbeiten aber auch mit dem Deutschen Staatstheater und den anderen Theatern zusammen.

Welche Projekte haben sich im Laufe der Jahre bewährt und sollen erneut veranstaltet werden?

„Cafékultour“ ist eines dieser Projekte, welches natürlich auch in den kommenden Jahren organisiert wird. Seit zwei Jahren veranstalten wir das Festival für performative Künste, das Ende Oktober erneut in Temeswar über die Bühne gehen wird. Es ist eine sehr erfolgreiche Veranstaltung. Innerhalb des Festivals wird der große französische Choreograph und Tänzer Jérôme Bel in Temeswar auftreten. Das restliche Programm bleibt vorläufig eine Überraschung. Dieses Festival ist deswegen auch wichtig, weil es sich sehr gut in die Strategie der Europäischen Kulturhauptstadt 2021 integriert.  Auch die deutsche Filmreihe – FilmparaDE - ist eine beliebte Veranstaltung des Deutschen Kulturzentrums Temeswar. Ab Oktober soll wieder jede zweite Woche ein deutscher Film in der Teestube der Cărtureşti-Buchhandlung gezeigt werden.

Was planen Sie für den kommenden Herbst?

Unser Kulturprogramm beginnt bereits im September. Am 26. September organisieren wir ein Konzert mit Liviu Butoi und der deutschen Sängerin Silke Röllig aus Köln, die zusammen mit drei Musikern aus Frankreich im Lira-Saal auftreten werden. Innerhalb des Leseförderprogramms werden wir eine Lesung für Kinder haben, zu der wir den dem Autor Michael Engler, der aus dem Buch „Elefantastisch“ lesen wird, einladen. Äußerst interessant: Zur Lesung wird die Temeswarer Illustratorin Livia Coloji live zeichnen. Die Lesung findet in der Buchhandlung „Zu den zwei Eulen“ statt.  Außerdem sind wir in diesem Jahr erneut Partner der Biennale für zeitgenössische Kunst „Art Encounters“. Auch während der offiziellen Sommerpause wurde hinter geschlossenen Türen rege gearbeitet.


Wie viel Prozent der Tätigkeit am Deutschen Kulturzentrum ist den Kultur-events, wie viel den Sprachkursen gewidmet?

Ich kann und möchte das nicht in Zahlen ausdrücken. Beide Sparten sind für uns wichtig. Dazu kommt die Bibliothek des Deutschen Kulturzentrums. Eins ohne das andere ginge einfach nicht.

Wie sieht aktuell das Sprachkursangebot des Deutschen Kulturzentrums aus?

Im August hatten wir nicht komplett geschlossen. Wir boten einen Grammatik- und einen Konversationskurs an. Ende August begannen die Anmeldungen für einen neuen Intensivkurs im September. Ab Oktober legen wir los mit unseren regulären Sprachkursen.

Wem würden Sie den Besuch des Deutschen Kulturzentrums empfehlen?

Natürlich allen! Jeder kann bei uns etwas finden, was ihn anspricht - sei es Veranstaltungen des Kulturprogramms, Sprachkurse oder Bücher aus unserer Bibliothek.

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