Deutsches Kulturzentrum Temeswar verwöhnt die Sinne

Eine Programmvorschau für die erste Hälfte des Jahres 2013

Mittwoch, 09. Januar 2013

Zu den Höhepunkten im Frühjahr gehört Volker Lannerts Ausstellung „Filmriss“. Diese dokumentiert den Untergang der Internationalen Film-Union (IFU). Foto: Privat

Der Monat Januar steht im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft: Am 22. Januar wird 50 Jahre seit der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags gefeiert. Zu diesem Anlass eröffnet das deutsche Kulturzentrum eine Ausstellung, die, die Unterzeichnung des Vertrags sowie geschichtliche Hintergründe dokumentiert. Am 28. Januar hält dann Dr. Heiner Wittmann einen Vortrag an der Nikolaus Lenau Schule über den Elysée-Vertrag und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Cineasten können die kalten Winterwochen mit deutschen Klassikern überbrücken. Klassiker, die Filmgeschichte geschrieben haben: Das Deutsche Kulturzentrum setzt seine Filmreihe „Kinomatograf“ fort. Am 31. Januar wird in der Buchhandlung Cărtureşti (Mercy Str. Nr. 7) Ferdinand Khittls philosophischer Thriller „Die Parallelstraße“ gezeigt. Im Februar folgen Egon Günthers „Der Dritte“ (14. Februar) und Rainer Werner Fassbinders „Lola“ (28. Februar). Wim Wenders „In weiter Ferne so nah!“ zeigen das Kulturzentrum und die C²rture{ti Buchhandlung am 14. März. Der 2009 erschienene Film von Almut Getto „Ganz nah bei mir“ wird am 28. März vorgestellt.

Im März wird parallel eine weitere Filmreihe gestartet: Zwei Tage lang werden Filme „Nach wahren Begebenheiten“ gezeigt. Schließlich wird „Kinomatograf“ im April mit Tom Twykers „Drei“ (11. April) und Ulrich Kastens „Es werden ein paar Filme bleiben“ (25. April) beendet.

Mitten im Frühling können sich Temeswarer auf eine neue Auflage der erfolgreichen Veranstaltungswoche „Cafe Kultour“ freuen. Vom 15. bis zum 21. April wird jeden Abend Kultur in Temeswar groß geschrieben. Für Cafe Kultour  `13  reist der erfolgreiche Künstler Cantemir Gheorghiu an. In Deutschland hat sich der aus Rumänien stammende Gheorghiu längst einen Namen für sich gemacht. Als Erfinder der Pappbrille feiert sich der junge Künstler und hat daraus längst ein profitables Geschäft entwickelt. In Werkstätten zeigt er, wie man die Brillen aus Pappe selber basteln kann. Ein solche Werkstatt hält  Gheorghiu auch in Temeswar während der Cafe Kultour-Woche.

Die deutschen Theaterpädagogen Fred Gimpel und Jessica Höhn statten Temeswar einen zweiten Besuch ab und veranstalten erneut eine Werkstatt für Jugendliche. Bereits im November führten sie Schüler an moderner Lyrik durch Theater heran. Nun sollen die Sketche Loriots im Mittelpunkt stehen. Der deutsche Humorist wäre in diesem Jahr 90 geworden. Er starb im August 2011 an Altersschwäche.

Volker Lannerts Fotografien wird man so schnell nicht vergessen. Der freiberufliche Fotograf, der schon für den Spiegel und Die Zeit gearbeitet hat, bringt seine Ausstellung „Filmriss“ nach Temeswar. Der Untergang eines bekannten deutschen Kopierwerks und Synchronstudios fängt der Fotograf in seiner Bild-Dokumentation ein. Lannerts Fotografien über die Überreste der Internationalen Film-Union (IFU) schaffen eine geisterhafte Atmosphäre und erzählen eine bewegende Geschichte über das Schicksal der IFU. Lannert wird die Bilder im Rahmen der diesjährigen Auflage des Kurzfilmfestivals „TimiShort“ ausstellen.

Im Mai kommt Figurentheater nach Temeswar: Die Leipziger Gruppe „Wilde&Vogel“ beteiligt sich an dem „Europäischen Festival für darstellende Kunst“, das von dem Nationaltheater Temeswar veranstaltet wird. Sie spielen im Rahmen des Festivals ihr Stück "Spleen" nach Charles Baudelaire.

Das Deutsche Kulturzentrum möchte nicht nur den Verstand sondern auch den Magen verwöhnen. Darum hält Birgitt Claus, die Gründerin der Agentur „eßkultur“ eine Koch- und Literaturveranstaltung im Mai. Neben der Zubereitung traditioneller deutscher Gerichte wird auch deutsche Literatur vorgestellt. Zudem stellt der Germanist Rudolf Jaworsky die Esskultur in der Bukowina vor.

Im Juni steht die Tanzkunst im Vordergrund. Die Ausstellung des Goethe Instituts „Angehaltene Zeit. Bilder vom Tanz“ wird nach Temeswar gebracht.  Außerdem wird die freischaffende Choreografin Ilona Pászthy ihre Tanzinstallation „Time Gaps“ auf die Temeswarer Straße bringen. Die öffentliche Performanceshow und die Bilderausstellung sollen nur Teil einer groß angelegten Veranstaltungsreihe sein, an der sich auch das französische Kulturzentrum Temeswar beteiligt. 

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