Deutschlernen mit Schach

Projekt zur Verbindung fremder Kulturen über die deutsche Sprache

Mittwoch, 05. Februar 2014

Tadschikische Schüler lernen Deutsch durch Schachspielen. Foto: Privat

Spielerisch Deutsch lernen – das nimmt sich ein Projekt vor, das im Vordergrund die Deutsche Sprache hat. Das Projekt wird vom Safina Gymnasium aus Tadschikistan initiiert und soll zum leichteren Erlernen der Deutschen Sprache führen, aber auch zu einem kulturellen Austausch zwischen den tadschikischen Schülern und deutschsprechenden Schülern aus anderen Ländern.

Das Gymnasium wurde vor einigen Jahren im Bezirk B. Gafurov (Tadschikistan) eröffnet. Im Safina lernen etwa 425 Schüler, von der 1. bis 11. Klasse Deutsch. Deutsch wird im Gymnasium intensiv gelernt. Um die Beziehung zu anderen deutschlernenden Schulen zu vertiefen, entstand die Projektidee „Deutschlernen mit Schach“. Die Projektidee ist der Aufbau von Partnerschaften zwischen Schulen aus Österreich und Deutschland, aber auch aus anderen Ländern. Dies soll über das Schulfach Schach und mit ausländischen Schulen weltweit mit dem Schwerpunkt Deutsch mittels schachinteressierten Schülern ermöglicht werden. Ziel des Projektes ist Deutschlernen über das verbindende Thema Schach, aber auch ein Schüleraustausch unter den implizierten Schulen.

Das Projekt wurde im November 2012 auf der Jahrestagung des Jugendschachverbandes in Deutschland vorgestellt und wurde positiv aufgenommen. So entstand eine Partnerschaft zur deutschen Gesamtschule Trier. Im Sommer dieses Jahres werden somit zehn der besten Schachspieler des Safina Gymnasiums zu einem ersten Austausch nach Deutschland fliegen. An der Safina Schule gibt es wöchentlich zwei Schachstunden und eine Stunde Deutsch zum Thema Schach neben dem regulären Deutschunterricht. Die Schüler werden in Trier eine Woche am normalen Regelunterterricht teilnehmen und im August an einem internationalen Schachturnier. Unter anderen werden sich am Turnier auch Spieler aus Frankreich, Luxemburg, Belgien, Deutschland und Tadschikistan beteiligen.

„Der Ansatz ist es also, über das Schachspiel der Schüler ein gemeinsames Hobby zu teilen und in diesem zu wetteifern. Der Sinn liegt aber auch und insbesondere darin, den Schülern ausländischer Schulen das Deutschlernen zu vereinfachen“, sagt Frank Herzig, der deutsche Ansprechspartner an der tadschikischen deutschen Schule. Demnächst soll eine Internetseite entstehen. Dabei wird das gemeinsame Schachspiel ermöglicht. „Das Ziel ist es nun, gerade diesem Teil der Schüler, die ja nicht unbedingt Deutsch lernen, eine Plattform zu geben, um sie als zusätzliche Deutschlerner zu gewinnen oder, falls sie dies schon sind, zusätzlich zu motivieren“, fügt Frank Herzig hinzu.

Für die Partnerschulen in Österreich oder Deutschland oder anderen Ländern liegt der Zugewinn im Kulturaustausch, mit fremden Kulturen und einem spielerischem Wettbewerb. Die Schüler sollen laut Projekt eine ihnen sehr fremd wirkende Kultur eingehender kennenlernen. Die Kulturen sollen somit durch das Schachspiel verbunden werden.

Ab 2014 wird das Thema Deutsch/Schach an der Uni Jena als Masterarbeitsthema für DaF angeboten. Masterstudenten für DaF können nun ein Praktikum am Safina Gymnasium absolvieren. In der Masterarbeit geht es um die Nachweisführung, inwieweit das Schachspiel in der Kombination zu Deutsch als Fremdsprache dem Erlernen der Deutschen Sprache hilfreich ist und auch ob und in welcher Prozentzahl aus dieser Kombination zusätzliche, bis daher für Deutsch uninteressierte, Schüler sich für diese Sprache interessieren. Gleichzeitig geht es auch darum, das Ergebnis abzuwägen, inwiefern diese Schach-Deutschlerner sich von den anderen Deutschlernern unterscheiden. 

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