Deutschsprachige Absolventen über dem Durchschnitt

Abitur-Ergebnisse im Banat

Mittwoch, 09. Juli 2014

Deutsche „Nikolaus Lenau“-, „Adam Müller Guttenbrunn“- und „Diaconivici Tietz“-Schulen mit guten Resultaten.

Banater Bergland: Absolventen unter dem Landesdurchschnitt. Fotos: Zoltán Pázmány

Der Stress ist rum! Für viele Absolventen der zwölften Klasse können nun die Ferien beginnen. Die Prüfungen wurden abgelegt und neulich auch die Ergebnisse veröffentlicht. Ein Grund zur Freude gibt es für die Mehrheit, andere müssen ihr Glück auch im Herbst versuchen. Eine Übersicht nacvh Ergebnissen von Montag Vormittag bringt die Banater Zeitung aus den drei Kreisen ihres Bezugsgebietes: Arad, Karasch-Severin/ Caras-Severin und Temesch/Timis.

 

Lenau: Erfolgsquote über 90 Prozent

Die Lenauschule liegt im Verwaltungskreis Temesch auf Platz vier in einem inoffiziellen Ranking, was das Bestehen beim diesjährigen Abitur betrifft. Die deutsche Nikolaus-Lenau-Schule kann sich über einer Bestehungsquote seiner Absolventen von über 90 Prozent freuen. Von den insgesamt 60 Teilnehmern sind jedoch vier Lenauschüler in diesem Jahr im Fach Rumänisch durchgefallen. Der Rest der Teilnehmer schaffte es die Prüfung zu bestehen, wobei die höchste Note in der Lenauschule 9,65 war. Zwei weitere Klassen haben an der Lenau-Schule bereits vor einiger Zeit das Abi nach deutschen Normen abgelegt.

Insgesamt vier Temescher Schulen können sich über eine Bestehensquote von über 90 Prozent freuen. Es gibt jedoch keine einzige Schule, wo alle Schüler das Abitur geschafft haben oder wo die Mittelnote 10 ist.

Im Kreis Temesch war das Theoretische Lyzeum „Grigore Moisil“ die beste Schule. 98,53 Prozent aller Schüler schafften die Prüfung. Auf dem zweiten Platz folgte das Nationale Banater Kolleg mit 96,74 Prozent und das „C.D. Loga“-Lyzeum mit 96,21 Prozent. Auf Platz fünf im Ranking der Erfolgsquote ist das „William Shakespeare“-Lyzeum mit 89,83 Prozent.

Es gibt jedoch auch Schulen, die sich am Ende des Rankings plazieren. Meistens waren es Schulen mit einer technischen und technologischer Ausbildung. In Schulen aus Orzydorf/Ortisoara, „Cristofor Nako“-Lyzeum in Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare oder „Petru Mitroi“ in Billed hat kein einziger Schüler die Matura geschafft.

49,27 Prozent der insgesamt 1985 Kandidaten aus dem Kreis Karasch-Severin, die sich in diesem Jahr für die Reifeprüfung vormerken ließen, haben sie auch bestanden. 995 der Kandidaten, die keine Durchschnittsnote 6 geschafft haben, hoffen noch. 318 Kandidaten haben sich, trotz vorheriger Einschreibung dazu, letztendlich nicht der Prüfung gestellt. Zwölf sind von den Prüfungen ausgeschlossen worden, weil sie versucht haben, zu schwindeln.

Laut Ion Chiosa, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Reifeprüfungskommission Karasch-Severin, hat kein einziger Absolvent dieses Jahrgangs eine Höchst-Durchschnittsnote 10 geschafft. 157 Kandidaten haben Durchschnittsnoten zwischen 5 und 6 erzielt, was sie zwingt, bei einer der beiden Sommersessionen der Reifeprüfung nachzulegen. Am schwächsten abgeschnitten haben auch in diesem Jahr die Absolventen technologischer Lyzeen. Peinliches Paradebeispiel sind die Absolventen des kleinen technologischen Lyzeums von Prigor im Almasch-Tal, wo kein einziger der Absolventen die Reifeprüfung geschafft hat. Von den AbsolventInnen des Technologischen Lyzeums von Rumänisch-Bokschan/Bocsa Româna haben gerade mal 6,25 Prozent die Reifeprüfung bestanden.

Die höchste Erfolgsquote erzielten die AbsolventInnen des Nationalkollegiums „Traian Lalescu“ aus Reschitza mit 85,58 Prozent, gefolgt vom Reschitzaer Kunstlyzeum „Sabin Pautza“ (78,13 Prozent), „Traian Doda“ Karansebesch (76,19 Prozent), „Traian Vuia“ (64,49 Prozent) und „Diaconovici-Tietz“ Reschitza (64,49 Prozent), der Lehrerbildungsanstalt „C.D.Loga“ Karansebesch (61,97 Prozent), „Tata Oancea“ Bokschan (57,83 Prozent), „Mircea Eliade“ Reschitza (55,05 Prozent), dem Liceul Banatean Ferdinandsberg (55 Prozent) und „General Dragalina“ Orawitza (52,73 Prozent). Schlusslicher und unter dem Kreisdurchschnitt sind das „Eftimie Murgu“-Lyzeum Bozovici (48,78 Prozent), das orthodoxe theologische Lyzeum „Ion Popasu“ Karansebesch (46,43 Prozent), „Matthias Hammer“ Anina (34,9 Prozent), das zweisprachige rumänisch-kroatische Lyzeum Kraschowa/Karasevo (23,08 Prozent) und das „Hercules“-Lyzeum Herkulesbad mit einer Erfolgsquote von 20,59 Prozent .

 

Arader Abi: Mit Minikamera in den Prüfungssaal

Keine Zehn, aber dafür 9,91 und 9,90 – und damit die Höchstnoten im Kreis - holten zwei Schüler Arader Lyzeen beim diesjährigen Abitur. Die Kehrseite der Medaille: In zwei Lyzeen schaffte es kein einziger Kandidat. 50,66 Prozent der Arader Kandidaten erreichte vor Beanstandungen die Mittlere Reife im Kreis Arad, das ist um einen Prozentpunkt mehr als vor einem Jahr. Entschieden besser vorbereitet waren die Absolventen, die vor wenigen Wochen das Lyzeum abgeschlossen hatten, Kandidaten aus vergangenen Jahrgängen erreichten die Mindestnoten der Reifeprüfung nur zu knappen 16 Prozent. Die frischen Abiturienten kamen immerhin auf 57 Prozent Erfolgsquote.

Das „Adam Müller Guttenbrunn“-Lyzeum in Arad gehört zu den Schulen mit Resultaten, die erheblich über dem Kreisdurchschnitt liegen. 62,65 Prozent der Kandidaten des deutschen Lyzeums in Neuarad holten die Prüfung in diesem Jahr. Die besten Resultate auf Kreisebene verzeichneten die Absolventen des Nationalkollegs „Moise Nicoar²“ und des Pädagogischen Lyzeums „Dimitrie Tichindeal“ mit 98,67 bzw. 93,44 Prozent. Mit mehr als 90 Prozent der erfolgreichen Schüler rühmen sich auch das „Elena Ghiba Birta“-Lyzeum, sowie das Baptistisch-Theologische Lyzeum „Alexa Popovici“. Es folgen Lyzeen wie das „Vasile Goldis“, das Technologische Lyzeum in der Gemeinde Vinga, das Arader Wirtschaftslyzeum und das Kunstlyzeum „Sabin Dragoi“. Am Autolyzeum „Henri Coanda“ sowie am UCECOM-Lyzeum „Spriru Haret“ – beide aus der Kreishauptstadt Arad – konnte sich kein einziger Schüler die Mindestnote sichern.

Im Kreis Arad hatten sich ursprünglich 3353 Kandidaten für die diesjährige Abiturprüfung gemeldet, 2858 waren letztendlich bei allen Prüfungen zugegen. Während der Examen wurden vier Kandidaten der Klasse verwiesen, weil sie mit Spickzetteln und über Mobiltelefon zu schwindeln versuchten. Einer hatte sogar einen Kugelschreiber mit Minikamera dabei.

Kommentare zu diesem Artikel

Alexander, 09.07 2014, 10:22
Reformunwillige oder reformunfähig? Oder gibt es vielleicht schlicht kein rumänisches Wort für "Differenzierung"? Man überfordert in Rumänien die Hälfte der Schüler völlig, statt ihnen eine gute Ausbildung und Qualifikation zu ermöglichen. Und das macht man nun schon sogar ganz offensichtlich seit Jahren, denn da können die Zahlen einiger ausgewählter Schulen auch nicht darüber hinwegtäuschen: Eine umfassende Bildungsreform ist notwendig, doch man baut lieber wieder einmal nur Fassaden vor die Trümmerlandschaft.

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