Deutschsprachiger Unterricht

DFDR-Abgeordneter Ovidiu Gan] setzte sich bei Bildungsminister Remus Pricopie ein

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Hermannstadt (ADZ) - Auf Antrag des DFDR-Abgeordneten Ovidiu Ganţ fand am Dienstag ein Gespräch zwischen der Fraktion der Minderheiten im Parlament Rumäniens und Bildungsminister Remus Pricopie statt. Angesprochen wurden dabei insbesondere Themen betreffend den Unterricht in deutscher Muttersprache. Diese waren an den DFDR-Abgeordneten von Schulleitern und Kollegen aus mehreren Ortschaften des Landes herangetragen worden. Dazu gehörte die Feststellung von Martin Bottesch, dem Vorsitzenden des Siebenbürgenforums, dass die Methodologie für die Lehrbücher, die im Unterricht in den Sprachen der Minderheiten zum Einsatz kommen, mit dem Bildungsgesetz in Einklang sein müsse. Dies hatte der DFDR-Abgeordnete dem Ministerium bereits früher mitgeteilt und der Minister bestätigte nun im Gespräch, dass diese Methodologie fertiggestellt wurde und zu 100 Prozent dem Gesetz entspricht.

Des Weiteren beantragte MdP Ganţ vom Minister, eine Ausnahmeregelung für nationale Minderheiten in die Gesetzgebung einzubauen – gültig auch für Regionen, in denen die Mehrheitsbevölkerung eine Minderheit darstellt oder für abgelegene Ortschaften – wodurch Lehrer, die sich titularisiert, die Definitivatsprüfung aber noch nicht abgelegt haben, versetzt werden dürfen. Die Begründung dafür liegt auf der Hand: Beim vorhandenen Lehrermangel bedarf es einer maximalen Mobilität der Lehrkräfte, die an Minderheitenschulen oder -abteilungen unterrichten. Ganţ protestierte gegen die Absicht der Schulleitung, die 9. Klasse im Papiu-Ilarian-Kolleg in Neumarkt/Târgu Mureş im nächsten Schuljahr nicht mehr einrichten zu wollen. Dadurch werde die gesamte deutsche Abteilung in dieser Schule kompromittiert, sagte er. Der Minister versicherte, dass er persönlich mit der Schulleiterin und dem Generalschulinspektor sprechen werde, um dies zu verhindern, weil auch aus seiner Sicht eine solche Entscheidung inakzeptabel ist.

Was den Fall in Viktoriastadt/Oraşul Victoria angeht, verlangte der Abgeordnete auch im Namen der Fraktion, dass im Falle des Unterrichts der deutschen Muttersprache, der zusätzlich zum Unterricht in rumänischer Sprache erfolgt, die Schüler die Möglichkeit haben sollen sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Im Falle der positiven Option sollen die Schüler dann Semesterarbeiten und nationale Evaluierungen mitschreiben, damit sie beim Abschluss der 8. Klasse in muttersprachliche Abteilungen oder Schulen aufgenommen werden dürfen (ohne Sprachtest). Manche kleine Minderheiten (z.B. Griechen) möchten keine Semesterarbeit. Der Minister ist damit einverstanden und hat versprochen, diese Möglichkeiten für Minderheiten einzubauen.

Protestiert hat der DFDR-Abgeordnete gegen die angestrebte Zusammenführung von Klassen im Johann-Ettinger-Gymnasium in Sathmar/Satu Mare, zumal laut Schulleitung auch jetzt schon die Kinder in ehemaligen Internatszimmern unterrichtet werden, die viel zu klein sind. Der Minister hat versprochen, im Januar eine Kontrollgruppe in den Kreis Sathmar zu schicken, um sich an Ort und Stelle zu vergewissern, da aus dem Kreis auch andere Probleme gemeldet worden sind. MdP Ganţ mahnte erneut an, dass durch fehlende Infrastruktur und den Mangel an Lehrkräften der Zustrom auf die Vorbereitungsklasse bzw. 1. Klasse nicht zu managen sein wird. Die Lenauschule in Temeswar/Timişoara muss sechs Vorbereitungsklassen für das nächste Schuljahr einplanen, um der Anzahl der Kindergartenabsolventen zu entsprechen, weswegen der DFDR-Abgeordnete nach den Auswahlkriterien fragte.

Minister Pricopie beantwortete die Frage von Ovidiu Ganţ betreffend die aus EU-Mitteln finanzierten Projekte zur Sanierung von Schulgebäuden. Der Minister bestätigte, dass 2014 aufgrund einer Absprache mit der EU-Kommission landesweit 250 Millionen Euro für diesen Zweck von anderen Programmen umgewidmet werden, die das Entwicklungsministerium verwalten wird. Die Lenauschule hatte schon vor Jahren ein solches Projekt eingereicht. Zu diesem Thema hatte der Abgeordnete auch eine parlamentarische Anfrage an Minister Liviu Dragnea gerichtet, die Antwort darauf steht noch aus.
Der letzte der angesprochenen Punkte betraf eine Erhöhung der Anzahl der vom Staat finanzierten Studienplätze für Studenten, die als Lehrer für den Unterricht in den Muttersprachen ausgebildet werden. Gleichzeitig verlangten die Abgeordneten der nationalen Minderheiten, dass die Anzahl dieser Studienplätze an den Universitäten vom Ministerium bestimmt wird, sodass die Universitäten das Geld für Deutsch nicht an andere Abteilungen vergeben können. „Es gilt nun für mich, all diese Punkte zu beobachten, aber auch die Kollegen in sämtlichen Schulen sollen sofort melden, falls mancherorts der Eindruck entsteht, die Dinge laufen falsch, was den Unterricht in deutscher Sprache anbelangt,“ sagte der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganţ.

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