DFBB-Vorstand für 2016-2020 gewählt

Kritische und selbstkritische Töne und viele Fragen im Bericht des DFBB-Vorsitzenden

Freitag, 18. März 2016

Die Jahres- und Wahlversammlung 2016 des DFBB wurde vom Ehrenvorsitzenden Karl-Ludwig Luşiasca (Bildmitte) moderiert, assistiert von den alten und neuen Vorsitzenden Erwin Josef Ţigla (rechts) und Cristian Paul Chioncel
Foto: Lucian Duca

Reschitza - Mittwochabend, zu ungewöhnlicher Stunde (ab 18.30 Uhr) fand im Kulturzentrum „Alexander Tietz“ die Jahres- und Wahlversammlung des DFBB statt. In einer auf Operativität bedachten Zusammenkunft legte der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen, Erwin Josef Ţigla, seinen Bericht vor. Im Unterschied zu früheren Jahren legte der Bericht des Vorsitzenden diesmal weniger Wert auf die die sichtbaren Erfolge des DFBB begleitende massive Medienpräsenz, brachte dafür aber zahlreiche Fragen aufs Tapet, die im Rahmen der künftigen Tätigkeit des Deutschen Forums (auf Landesebene) einer Antwort harren: Mitgliederschwund, schwindende Attraktivität der deutschen Schulklassen ab der V.Klasse, fehlendes Interesse der im Banater Bergland verbliebenen Deutschen bezüglich einer DFBB-Mitgliedschaft und an der Teilnahme an DFBB-Veranstaltungen usw. (Auszüge aus dem Bericht veröffentlichen wir in einer der nächsten „Berglandseiten“ der Banater Zeitung).

Finanziell hat das DFBB seine Ausgaben im abgelaufenen Jahr leicht überzogen (ein Saldo von -7240 Lei), was aber durch die Einsparungen der vorhergehenden Jahre abgefangen werden konnte. Die Rechnungsprüfungskommission konnte keine Unregelmäßigkeiten im Finanzgebaren erkennen, so dass der vor vier Jahren gewählte DFBB-Vorstand von der Generalversammlung einstimmig entlastet wurde.
In den Meinungsbeiträgen zum Bericht kam u.a. die Möglichkeit einer gesteigerten öffentlichen Präsenz des DFBB zur Sprache (der emeritierte Hochschullehrer Peter Chioncel vermisst beispielsweise eine Öffnung des Forums, was schon durch geringfügige Änderungen in seinen Satzungen bewirkt werden könnte – „man müsste einfach ´Zugehörigkeit zur deutschen Minderheit` mit ´... zur deutschen Kultur` ersetzen“ –, aber auch „Demos für positive Zwecke“, etwa einen „Ostermarsch der Pro-Europäischen Kräfte“, um „Farbe zu bekennen zur EU-Zugehörigkeit in einem ihrer schwierigen Existenzmomente“).
Der Vorsitzende des DFBB-Ortsforums Dognatschka, Lothar Nikolaus, konnte als einziger einen Mitgliederzuwachs (um immerhin acht Mitglieder) vermelden und machte darauf aufmerksam, dass im Frühherbst (8. September 2016) dort die 275. Kirchweih ansteht, wozu die ortsansässigen Katholiken unter Leitung des Deutschen Forums durch Spenden und Arbeitseinsatz die Kirche außen bereits generalüberholt haben und jetzt noch auf eine finanzielle Unterstützung der Temeswarer Diözesanleitung warten, um auch im Innenraum ein paar dringende Reparaturen vornehmen zu können.

Der Vertreter des Ortsforums Anina-Steierdorf, Dani Vlad, meldete, dass der Mitgliederschwund dort im vergangenen Jahr abgeschwächt worden sei, dass die Tanzgruppe unter Leitung der (an diesem Abend ebenfalls in Reschitza anwesenden) Lehrerin Geta Grolmusz weiterhin gut funktioniere, dass aber Deutsch nur noch im Simultanunterricht in den ersten Klassen unterrichtet werde. Waldemar Günther König monierte wegen der vielen unpersönlichen „man müsste“ und forderte konkrete Schritte und persönliche Verantwortungsübernahme, beginnend mit den öffentlichen Stellungnahmen jedes Einzelnen, aber auch des Vorstands (dem er selber angehört). Zudem forderte er – und das tut er seit Jahren in seiner Eigenschaft als Stellvertreter des Beiratsvorstands der „Banatia“-Stiftung bei jeder sich bietenden Gelegenheit – die Anwesenden auf, die „einmalig günstige Gelegenheit“ finanzieller Unterstützungen für Wirtschaftsinitiativen (rückzahlpflichtig in 60 Monatsraten mit vierprozentiger Verzinsung) zu nutzen, die von der Forumsstiftung angeboten werden.

Satzungsgemäß sind sodann die neun Mitglieder des DFBB-Vorstands für die kommenden vier Jahre gewählt worden, wobei einstimmig für Levinus Licker, Ingeborg Nemeşagu, Alexandra Damşea, Gerhard Chwoika, Werner Kremm, Waldemar König, Yvonne Demenyi, Cristian Paul Chioncel und Erwin Josef Ţigla offen abgestimmt wurde. In geheimer Abstimmung, wie es die Satzung vorsieht, wählten die Anwesenden Erwin Josef Ţigla (er ist seit 2004 DFBB-Vorsitzender) zum Vorsitzenden für weitere vier Jahre und Hochschullehrer Cristian Paul Chioncel zu seinem Stellvertreter. Der Ehrenvorsitzende des DFBB, Karl Ludwig Lupşiasca, trat aus Altersgründen für ein weiteres Vorstandsmandat nicht mehr an.

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