DFDB: Berichte, Diskussionen, Vorschläge

Erste ordentliche Vertreterversammlung des Forums

Mittwoch, 29. April 2015

Dr. Johann Fernbach, der DFDB-Vorsitzende, am Rednerpult

Bei der Vertreterversammlung (v.l.n.r.): der Stellvertretende, der Vorsitzende und der Ehrenvorsitzende des DFDB - Josef Erwin Tigla, Dr. Johann Fernbach und Prof. Dr. Karl Singer.

Norbert Hansmann, Geschäftsführer des B.V.I.K.-Banatia in Temeswar.
Fotos: Zoltán Pázmány

Der Bericht des Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat (DFDB), der Bericht der Zensoren, die Abstimmung der Bilanz 2014, die Wahl der Zensoren, Diskussionen und Vorschläge. Dies stand auf der Tagesordnung der ersten ordentlichen Vertreterversammlung des DFDB. Eine reichhaltige Tätigkeit ergab der überhaupt erste Bericht des Forumsvorsitzenden, Dr. Johann Fernbach (am Rednerpult), der seit etwa vier Monaten das Amt übernommen hat. Gleich am Anfang seiner Ansprache verwies Dr. Fernbach auf die Unterstützung des Ex-Vorsitzenden des DFDB, Prof. Dr. Karl Singer, und der Geschäftsführerin Ute Moisuc.


Die erste ordentliche Vertreterversammlung des DFDB fand unlängst im Festsaal des Adam Müller Guttenbrunn-Hauses in Temeswar/Timisoara statt. Ebenda tagte zuvor auch der Vorstand des DFDB. Die Vertreterversammlung wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden des DFDB, Erwin Josef Tigla, auch Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen (DFBB), geleitet. Tigla präsentierte die Tagesordnung, die mit dem Bericht des Forumsvorsitzenden, Dr. Johann Fernbach, begann.

„Wenn das Deutsche Forum in Rumänien in diesem Jahr von der Regierung um sieben Prozent mehr Geld für seine Tätigkeiten erhält, dann verdanken wir dies vor allem unserem Abgeordneten Ovidiu Gant“, so Fernbach. In seiner Rede erwähnte der Forumsvorsitzende einige der wichtigsten Tätigkeiten, darunter auch das Treffen mit dem Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu, wo über die Weiterführung der Sanierung der Nikolaus Lenau-Schule sowie über den Baustart der „Kleinen Lenauschule“ auf der Oituz-Straße diskutiert wurde. Auch ein zweiter Vorführungssaal für das Deutsche Staatstheater in Temeswar (DSTT) wurde in diesem Gespräch beantragt. In diesem Zusammenhang erinnerte der Forumsvorsitzende daran, dass auf Ansuchen des DFDB das DSTT bereits einen Aufführungsraum auf der Pestalozzi-Straße erhalten habe.

Betont wurden ebenso die Festlichkeiten anlässlich der 70-Jahr-Feier seit Beginn der Russlanddeportation. Die Gespräche des Forumsvorsitzenden mit dem Intendanten des DSTT, Lucian Varsandan, der Leitung der deutschen Schauspielabteilung und der Redaktionsleitung der „Banater Zeitung“ wurden erwähnt.

„Ich möchte hervorheben, dass wir in den letzten Monaten dem Kulturleben des Forums einen zusätzlichen Impuls verleihen konnten“, sagte Dr. Fernbach und bezog sich auf die im AMG-Haus veranstalteten Festlichkeiten und Konzerte, wofür ein Klavier angeschafft wurde. Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit und Medienpräsenz wünscht sich der Forumsvorsitzende auch. Dieser Aufgabe nahm sich Astrid Weisz von der Deutschen Sendung des Temeswarer Rundfunks an.

Erwähnt wurden auch die Ehrungen der Forumsmitglieder, wie die Auszeichnung vom deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauk an den Abgeordneten Ovidiu Gant, sowie die Ehrenmedaillen, die dem Ex-Forumsvorsitzenden Prof. Dr. Karl Singer und dem jetzigen  Forumsvorsitzenden selbst bei der 25-Jahr-Feier seit der Gründung des Landesforums in Hermannstadt/Sibiu verliehen wurden. Dr. Fernbach schlug vor, dass Dr. Karl Singer für seine gesamte Tätigkeit mit der „goldenen Ehrennadel“ bei den Heimattagen der Banater Schwaben Ende Mai d.J. ausgezeichnet wird.

Außer den Heimattagen unterstreicht Dr. Fernbach noch weitere Kulturveranstaltungen auf der Forumsagenda, wie die 25-Jahr-Feier seit der Gründung des DFDB, die Tage des Donau-Kulturraumes und der erste internationale Violin-Wettbewerb „Josef Brandeiss“. Temeswar wird in diesem Jahr auch Gastgeber der rumänisch-deutschen Regierungskommission sein. Zu diesem Anlass wird eine vom Parlamentsabgeordneten Ovidiu Gant initiierte Ausstellung über die deutsche Minderheit veranstaltet.

Der Vorsitzende des DFDB Hatzfeld und Mitglied der Zensorenkommission, Hans Jirkowski, verlas den Bericht der Zensoren und nach einstimmiger Genehmigung der Bilanz 2014 wurde der ehemalige Forumsvorstand für die im letzten Jahr entfaltete Tätigkeit entlastet. Hinsichtlich der Wahl der Zensoren blieb auf Vorschlag des stellvertretenden Vorsitzenden des DFBB, Cristian Chioncel, und der einstimmigen Abstimmung die jetzige Zensorenkommission – Hans Jirkowski, Adalbert Horvath und Felicia Horvath – im Amt.

Mehrere Mitglieder der Vertreterversammlung ergriffen das Wort, darunter der Geschäftsführer des B.V.I.K.-Banatia in Temeswar, Norbert Hansmann. Dieser wies die Forumsvertreter darauf hin, dass noch Finanzmittel von 2014 für Ausstattung- und Renovierungsprojekte zur Verfügung stehen, dass in Kürze die neuen Mittel fließen werden und ermutigte zu Anträgen bei der DFDB-Geschäftsführung.

Ingrid Schiffer bemängelte das fehlende Miteinbeziehen von jungen Leuten beim Forum und das spärliche Angebot für diese Altersgruppe. Sie bezog sich auch auf die Deutschen, die sich im Banat angesiedelt haben: „Meines Wissens sind ungefähr 2.000 Deutsche aus dem deutschsprachigen Raum in den drei Kreisen im Westen des Landes angesiedelt, die weder Land und Leute noch die rumänische Sprache kennen und immer wieder fragen, wo sie Anschluß an Menschen in ihrem Alter, die Deutsch sprechen, finden könnten.“ Es wird erwartet, dass das Forum ein solcher Ort sei, so Schiffer. Als Lösung schlägt sie einen Unterhaltungsabend vor, wo die jungen Deutschen zusammenkommen und Kontakte knüpfen könnten. Sie bemängelte auch den bereits in der Vorstandssitzung angesprochenen spärlichen Kontakt zum Deutschsprachigen Wirtschaftsclub Banat.

Als letzter meldete sich der Ehrenvorsitzende des DFDB, Prof. Dr. Karl Singer, zu Wort, der  „etwas ganz Persönliches“ zu den präsentierten Berichten und Vorträgen zu äußern wünschte. Als eine „große Ehre und eine große Freude“ werte er die ihm bei der 25-Jahr-Feier vom Landesforum in Hermannstadt verliehene und die in Kürze vom Regionalforum zu verleihende Auszeichnung. „Ich würde alles ganz anders formulieren, diese Auszeichnungen sind Auszeichnungen an das Banater Forum, diese Auszeichnungen gehören Ihnen, und ich möchte mit Freude sagen, dass wir, das Banater Forum, diese Auszeichnung verdient haben. Erlaubt mir, Ihnen allen dafür zu gratulieren.“

Zum Schluß wies der amtierende Forumsvorsitzende nochmals auf die Heimattage der Banater Deutschen, die am 29.-31. Mai im Festsaal der Oper, im Capitol-Saal der Philharmonie und im AMG-Haus veranstaltet werden. Dr. Fernbach erwähnte auch, dass etwa 200-300 Gäste aus Deutschland und dem ganzen Banat erwartet werden und sprach seine Hoffnung auf „ein gutes Gelingen“ des Events aus. Die geäußerten Vorschläge habe er sich gemerkt, dankte für das Mitmachen und erhoffe eine größere Anwesenheit der Vertreter bei der kommenden Versammlung.

 

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