Diaconescu riskiert wegen Oltchim 15 Jahre Knast

Ex-Privatisierungschef Vulpescu als Zeuge verhört

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Der Anwalt Remus Vulpescu, ehemaliger Chef der Privatisierungsbehörde für die Industrie, wurde am Montag erstmals als Zeuge im Strafverfahren gegen Dan Diaconescu vernommen.
Foto: Mediafax

Bukarest (ADZ) - In die Affäre um die gescheiterte Privatisierung des maroden Chemiewerks Oltchim kommt Bewegung: Der infolge des Skandals zurückgetretene Chef der Privatisierungsbehörde für die Industrie (OPSPI), Remus Vulpescu, wurde am Montag bei der Antikorruptionsbehörde DNA für erste Zeugenaussagen vorstellig.

Vulpescu hatte zu Monatsbeginn Strafanzeige gegen den siegreichen Bieter im Privatisierungsverfahren, Dan Diaconescu, erstattet – dieser habe die Behörde durch Falschaussagen und getürkte Unterlagen in Bezug auf seine vermeintliche Bonität hereingelegt, sagte der ehemalige OPSPI-Chef.
Diaconescu selbst ist noch nicht verhört worden – der umstrittene Journalist riskiert jedoch laut Angaben seines Anwalts eine Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren.

Dem Kläger zufolge wurde der Staat durch Diaconescus Betrug um 200 bis 300 Millionen Lei geschädigt. Der Skandalmoderator hatte bekanntlich am 21. September 45 Millionen Euro für das Oltchim-Mehrheitspaket geboten und damit das Bieterverfahren gewonnen. Die Privatisierung des Chemiewerks wurde allerdings wenig später von der Regierung für gescheitert erklärt. Den Behörden zufolge konnte Diaconescu keine Beweise erbringen, auch tatsächlich im Besitz dieser Geldsumme zu sein. Im Eklat um die gescheiterte Privatisierung hat auch Diaconescu Strafanzeige erstattet – und zwar gegen den Premier sowie den OPSPI-Chef.

Kommentare zu diesem Artikel

Herbert, 25.10 2012, 22:03
Helmut - Ihr Erinnerungsvermögen ist sehr beschränkt - vor der PDL haben Ihre Genossen unter Herrn Nastase regiert und noch viel früher ebenfalls Ihre Freunde. Die hätten viele Gelegenheiten gehabt eine unabhängige Justiz zu installieren. Das hat doch diese Gauner NIE interessiert.
In den letzten Jahren ist es Rumänien erstmals gelungen die ersten Schritte in eine unabhängige Justiz zu setzen - wie Sie im letzten Bericht der EU Kommission nachlesen können – siehe http://ec.europa.eu/cvm/docs/com_2012_410_de.pdf
Bitte verdrehen Sie nicht immer die Dinge so wie Sie es gerne hätten!
Helmut, 25.10 2012, 21:03
Peter - wie wichtig eine übergeordnete und parteiunabhängige Justiz ist muß nicht erklärt werden.Das lernt man schon in der Schule.Die hat es aber bis jetzt nur in sehr beschränktem Maß in Rumänien gegeben.Nach fast 8jähriger PDL -Regierung ist jetzt die neue Regierung angetreten um dafür zu sorgen,daß die Weichen für eine wirklich parteifreie, unabhängige und korruptionsfreie Justiz im Land gestellt werden.Dies braucht natürlich auch etwas Zeit und wird auch großen Widerstand bei den Gegnern hervorrufen.Wenn die Wähler bei der Wahl der USL ihr Vertrauen aussprechen werden,wird dieses Vorhaben auch gelingen.Zum Wohl des Landes.
Herbert, 24.10 2012, 17:28
Bin schon sehr neugierig zu erfahren, wer von beiden (Vulpescu oder Diaconescu) wirklich die Wahrheit sagt?
Peter, 24.10 2012, 13:21
An die Adresse von Helmut! Hoffentlich erkennen Sie jetzt , wie wichtig eine übergeordnete unabhängige Justiz von den jeweils Regierenden ist.

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